Magisterarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Entstehung und Themen der feministischen Linguistik
2.1 Entstehung der feministischen Linguistik
2.1.1 Die erste Frauenbewegung
2.1.2 Die Neue Frauenbewegung in Deutschland
2.1.3 Entwicklung der feministischen Linguistik
2.2 Themenfelder und Ziele der feministischen Linguistik
2.2.1 Untersuchungsgegenstand und Schwerpunkte
2.2.1.1 Die Strukturanalyse
2.2.1.2 Die Kommunikationsanalyse
2.2.2 Ziele der feministischen Linguistik
3. Genus und Sexus
3.1 Begriffsbestimmung Genus und Sexus
3.2 Der Zusammenhang von Genus und Sexus
3.3 Genus und Sexus bei Personenbezeichnungen
3.4 Das Generische Maskulinum
3.4.1 Definition
3.4.2 Varianten des Generischen Maskulinums
3.4.3 Kontroverse um die Verwendung des Generischen Maskulinums
3.4.4 Argumente pro und kontra für die Verwendung des Generischen Maskulinums
3.4.5 Fazit zur Verwendung des Generischen Maskulinums
4. Das Generische Maskulinum: eine Form des modernen Sexismus?
4.1 Definition Sexismus
4.2 Zur Verwendung des Generischen Maskulinums im heutigen Sprachgebrauch
4.2.1 Personenbezeichnungen im Deutschen
4.2.1.1 Mittel der Geschlechtsspezifikation
4.2.1.1.1 Grammatische Mittel
4.2.1.1.2 Lexikalische Mittel
4.2.1.1.3 Wortbildung
4.2.1.2 Mittel der Geschlechtsabstraktion
4.2.1.3 Asymmetrien im Gebrauch der deutschen Personenbezeichnungen durch die Verwendung Generischer Maskulina
4.2.2 Berufsbezeichnungen
4.2.2.1 Gesetzgeberische Grundlagen
4.2.2.2 Gegenwärtige Berufsbezeichnungen
4.2.2.3 Exkurs: Berufsbezeichnungen in der Praxis
4.2.3 Pronomen
4.2.3.1 Pronomen allgemein
4.2.3.2 Zur Besonderheit der Indefinitpronomen
5. Die semantische Prototypentheorie als Erklärungsmodell für die Interpretation „männlich“ generisch verwendeter Personenbezeichnungen
5.1 Die Prototypentheorie
5.2 Die Prototypentheorie in Bezug auf die feministische Linguistik
6. Eine empirische Untersuchung zur Wirkungsweise generisch maskuliner Personenbezeichnungen
6.1 Die Erstellung des Fragebogens
6.1.1 Durchführung
6.1.2 Versuchsmaterial
6.1.3 Versuchspersonen
6.1.4 Hypothesen
6.2 Ergebnisse des Fragebogens
6.2.1 Pronomen
6.2.1.1 Pronomen im einfachen Satz
6.2.1.2 Pronomen im Kontext
6.2.1.3 Fazit
6.2.2 Nomen
6.2.2.1 Nomen im Singular
6.2.2.2 Nomen im Plural
6.2.2.3 Fazit
6.2.3 Nomen mit Geschlechtsrollenstereotyp
6.2.3.1 Geschlechtsrollenstereotype im Singular
6.2.3.2 Geschlechtsrollenstereotype im Plural
6.2.3.3 Fazit
6.2.4 Der Einfluss von Pronomen auf Nomen
6.2.4.1 Nomen im Singular im einfachen Satz
6.2.4.2 Nomen im Plural im einfachen Satz
6.2.4.3 Nomen im Singular und Plural im kontextgebundenen Beispiel
6.2.4.4. Fazit
6.2.5 Einfluss von Pronomen und Geschlechtsrollenstereotypen auf Nomen
6.2.5.1 Kontextungebundene Sätze
6.2.5.2 Kontextgebundene Sätze
6.2.5.3 Fazit
6.2.6 Formulierungstendenzen der Probanden
6.3 Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte um das Generische Maskulinum im Deutschen. Ziel ist es, zu beantworten, ob diese Form zu Recht als neutral gilt oder ob sie eine Form modernen Sexismus darstellt, die Frauen systematisch benachteiligt und diskriminiert, indem sie die mentale Assoziation von Personen beeinflusst.
3.4.3 Kontroverse um die Verwendung des Generischen Maskulinums
Es gibt im Deutschen zwei Positionen, wie das generische Maskulinum (im folgenden GM) verstanden werden kann.
Zum einen erhält es die semantische Markierung neutral, wenn es in seiner generischen Bedeutung begriffen wird, und bezieht sich somit auf Männer und Frauen.
Zum anderen erhält es die semantische Markierung männlich, wenn es als maskulines Genus verstanden wird, und bezieht sich somit nur auf Männer. Ein Satz wie „Der Inhaber dieses Passes ist Deutscher.“ kann dementsprechend auf zwei verschiedene Weisen verstanden werden. Einerseits spiegelt das Substantiv Deutscher den geschlechtsindefiniten Gebrauch wider, wird also neutral verstanden, andererseits spiegelt es den maskulinen Gebrauch wider und wird männlich erfasst. Diese beiden möglichen Lesarten des GM haben innerhalb der Linguistik eine Kontroverse entfacht, welche die Sprachwissenschaftler/innen in zwei entgegengesetzte Lager spaltet.
So empfinden einige Linguistinnen und Linguisten die deutsche Sprache als männlich geprägt, da durch die beiden Lesarten eine deutliche Asymmetrie zu Ungunsten der Frauen besteht (vgl. Ulrich 1988, S. 309; Bußmann 1995, Internetquelle). Trömel-Plötz und Pusch vertreten die Position, durch die Verwendung der maskulinen Form werde nicht sichtbar, dass Frauen mitgemeint sind und kritisieren somit die Verwendung generisch gebrauchter Substantive wie der Zuhörer (vgl. Trömel-Plötz 1978, S. 238 und Pusch 1979, S. 279ff.). Um Irritationen zu vermeiden sollen dementsprechend immer Maskulina und Feminina (der Zuhörer, die Zuhörerin) verwendet werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der sprachlichen Dominanz männlicher Formen ein und erläutert die Forschungsfrage, ob das Generische Maskulinum neutral ist oder Frauen benachteiligt.
2. Entstehung und Themen der feministischen Linguistik: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Forschungszweigs und benennt dessen zentrale Ziele, wie die Aufdeckung sprachlicher Asymmetrien.
3. Genus und Sexus: Hier werden die grammatischen und biologischen Begriffe definiert und ihr komplexes Verhältnis zueinander sowie ihre Bedeutung für Personenbezeichnungen untersucht.
4. Das Generische Maskulinum: eine Form des modernen Sexismus?: Es wird analysiert, ob das Generische Maskulinum als moderne Form des Sexismus fungiert und wie Personenbezeichnungen, Berufe und Pronomen die Assoziationen von Sprechern beeinflussen.
5. Die semantische Prototypentheorie als Erklärungsmodell für die Interpretation „männlich“ generisch verwendeter Personenbezeichnungen: Dieses Kapitel stellt die Prototypentheorie als kognitives Modell vor, um zu erklären, warum maskuline Formen mental primär männliche Vorstellungen hervorrufen.
6. Eine empirische Untersuchung zur Wirkungsweise generisch maskuliner Personenbezeichnungen: Der Hauptteil beschreibt eine empirische Studie, die untersucht, wie Pronomen, Nomen, Geschlechtsrollenstereotype und Kontexte die mentale Assoziation der Probanden beeinflussen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass das Generische Maskulinum im Singular meist nicht neutral verstanden wird, sondern zu einer männlichen Assoziation führt.
Feministische Linguistik, Generisches Maskulinum, Sexismus, Genus, Sexus, Prototypentheorie, Mentale Repräsentation, Personenbezeichnung, Berufsbezeichnung, Sprachwandel, Geschlechtsrollenstereotyp, Sprachwissenschaft, Empirische Untersuchung, Sprachgebrauch, Asymmetrie
Die Arbeit untersucht, ob das „Generische Maskulinum“ (die Verwendung männlicher Formen für alle Geschlechter) im Deutschen tatsächlich neutral ist oder ob es zu einer systematischen Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen führt.
Im Fokus stehen die Geschichte der feministischen Linguistik, die grammatische Unterscheidung von Genus und Sexus sowie die Analyse, wie Sprache mentale Assoziationen von Geschlechtern steuert.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob das Generische Maskulinum zu Recht als geschlechtsneutral verwendet werden kann oder ob es sich bei diesem sprachlichen Phänomen um eine Form von Sexismus handelt.
Die Autorin verwendet eine Kombination aus einer theoretischen Aufarbeitung der feministischen Linguistik und einer empirischen Untersuchung (Fragebogen-Experiment), um die Wirkung generischer Formen auf Probanden zu messen.
Der Hauptteil analysiert theoretisch die Bedeutung von Genus und Sexus sowie die Prototypentheorie und führt dann die Ergebnisse der empirischen Erhebung durch, welche die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Sprachformen misst.
Die wichtigsten Begriffe sind feministische Linguistik, Generisches Maskulinum, Sexismus, mentale Repräsentation, Geschlechtsrollenstereotype und Personenbezeichnungen.
Die Theorie erklärt, dass das Gehirn beim Hören maskuliner Bezeichnungen automatisch den „typischsten“ Vertreter einer Kategorie im Zentrum hat, was bei Berufen in der Regel der Mann ist, wodurch Frauen mental verdrängt werden.
Die Untersuchung zeigt, dass der Kontext eine wichtige Rolle spielt: Während im Singular meist männliche Assoziationen überwiegen, führt der Plural oder eine Einbettung in einen längeren Text oft zu einer stärkeren geschlechtsneutralen Interpretation.
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