Diplomarbeit, 2009
90 Seiten, Note: 1,3
1 Zur wissenschaftlichen Arbeit
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Begründung des Gliederungskonzepts
2 Begriffsbestimmungen: Leiharbeit, andere atypische Beschäftigungsformen und das Normalarbeitsverhältnis
2.1 Bestimmung nach Erwerbstätigkeitsmerkmalen
2.2 Bestimmung nach Flexibilitätscharakter
3 Theoretische Grundlagen zur Leiharbeit
3.1 Grundsätzliches Prinzip der Verleihung – das Dreiecksverhältnis
3.2 Arbeitsrecht als institutioneller Rahmen und Determinante
3.2.1 Aspekte der rechtlichen Ausgestaltung
3.2.2 SCHLAGLICHT: Der „Gleichbehandlungsgrundsatz“ in der Leiharbeit
3.3 Motive für Leiharbeit aus Sicht der Beteiligten
3.3.1 Überblick leiharbeitsrelevanter ökonomischer Theorien
3.3.2 Arbeitsnachfrageseitige Motive
3.3.2.1 Personalanpassungsfunktion
3.3.2.2 Rekrutierungsfunktion
3.3.2.3 Kostenreduktion
3.3.3 Arbeitsangebotsseitige Motive
3.3.3.1 Brückenfunktion und Klebeeffekt
3.3.3.2 Genuine Motive
3.3.4 Rolle und Interessen der Verleiher
3.4 Nachteile bei Leiharbeit aus Sicht der Beteiligten
3.4.1 Nachteile für Leiharbeitnehmer – „Prekarisierung“ durch Leiharbeit?
3.4.2 Nachteile für Unternehmen
3.5 Zusammenfassung und abschließende Betrachtung: Die Determinanten der Leiharbeit
4 Deutsch-britische Gegenüberstellung
4.1 Rechtliche Situationen und Entwicklungen
4.1.1 Leiharbeitsregulierung
4.1.2 SCHLAGLICHT: Die „Personal-Service-Agenturen“ in Deutschland
4.1.3 Arbeitsmarktregulierung und -konstitution
4.2 Empirische Befunde
4.2.1 Zu den Datenlagen der Länder
4.2.2 Umfang und Entwicklung
4.2.3 Merkmale von Leiharbeitnehmern, Verleihern und Entleihern
4.2.4 Motive der Leiharbeiter und Übergangsraten in der Leiharbeit
4.2.5 Motive der Entleiher
4.2.6 Zur Prekarisierung
4.2.7 Zu den SCHLAGLICHTERN
4.2.7.1 Der „Gleichbehandlungsgrundsatz“ in Europa
4.2.7.2 Die „Personal-Service-Agenturen“ in Deutschland
5 Zusammenfassende Analyse
5.1 Vergleich: Theoretische Aspekte vs. empirische Befunde
5.2 Vergleich: Deutschland vs. Großbritannien
6 Bewertung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht, ob Leiharbeit ein probates Instrument zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes darstellt. Dabei wird analysiert, inwieweit Leiharbeit den Interessen von Unternehmen, Arbeitnehmern und Verleihern gerecht wird, unter besonderer Berücksichtigung der Problematiken Prekarisierung und Prozyklizität im deutsch-britischen Vergleich.
3.1 Grundsätzliches Prinzip der Verleihung – das Dreiecksverhältnis
Die LA spielt sich in einem (vertraglichen) Dreiecksverhältnis ab. An diesem nehmen als Akteure teil: (1) Entleiher, (2) LAN (quasi: „Entleihter“) und (3) Verleiher. Zwischen ihnen findet die LA als Vorgang kurz definiert statt als „a triangular arrangement in which a temporary work agency (TWA) hires a worker for the purpose of placing him or her at the disposal of a third party, the user enterprise, for a temporary assignment.”
Diese trianguläre Vertragsbeziehung gilt in der LA universell, exklusive des LAN-Status. Die über die grundsätzliche Vertragskonstruktion hinausgehenden Gesetzesregulierungen können sich dabei national unterscheiden; für Europa zeigt sich bspw. eine große Variantenvielfalt. Abbildung 1 illustriert das nämliche Dreiecksverhältnis in grafischer Form ausführlicher mit den vertraglichen und monetären (kursiv markiert) Leistungen.
1 Zur wissenschaftlichen Arbeit: Einführung in die Problemstellung, Zielsetzung der Arbeit und Erläuterung des gewählten Gliederungskonzepts.
2 Begriffsbestimmungen: Leiharbeit, andere atypische Beschäftigungsformen und das Normalarbeitsverhältnis: Abgrenzung der Leiharbeit von anderen atypischen Beschäftigungsformen anhand von Erwerbstätigkeitsmerkmalen und Flexibilitätsaspekten.
3 Theoretische Grundlagen zur Leiharbeit: Analyse der theoretischen Begründungsansätze für Leiharbeit unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Akteursperspektiven und des rechtlichen Rahmens.
4 Deutsch-britische Gegenüberstellung: Empirische Untersuchung und Vergleich der Leiharbeitsmärkte, Regulierungen und Auswirkungen in Deutschland und Großbritannien.
5 Zusammenfassende Analyse: Gegenüberstellung von Theorie und Empirie sowie direkter Vergleich zwischen Deutschland und Großbritannien zur Ableitung zentraler Erkenntnisse.
6 Bewertung und Ausblick: Abschließende kritische Einschätzung der Leiharbeit als Flexibilisierungsinstrument und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Leiharbeit, Arbeitsmarkt, Normalarbeitsverhältnis, atypische Beschäftigung, Prekarisierung, Flexibilisierung, Dreiecksverhältnis, Deutschland, Großbritannien, Personalanpassung, Rekrutierung, Gleichbehandlungsgrundsatz, Personal-Service-Agenturen, Arbeitsmarktsegmentierung.
Die Arbeit bewertet Leiharbeit als Instrument zur Arbeitsmarktflexibilisierung anhand theoretischer Ansätze und empirischer Daten im deutsch-britischen Vergleich.
Zentrale Themen sind die Motive der beteiligten Akteure (Entleiher, Verleiher, Arbeitnehmer), die Rolle des Arbeitsrechts, die Prekarisierung von Leiharbeitnehmern und die Wirksamkeit der Leiharbeit bei der Integration in den Arbeitsmarkt.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Leiharbeit ein probates Instrument zur Flexibilisierung für alle beteiligten Seiten darstellt, oder ob sie vornehmlich zu einer Prekarisierung der Arbeitsbedingungen führt.
Die Autor wählt einen komparativen Ansatz, der theoretische ökonomische Modelle (z.B. Transaktionskostentheorie, Segmentationstheorie) mit einer empirischen Auswertung von Datenbeständen aus Deutschland und Großbritannien verknüpft.
Der Hauptteil erarbeitet die theoretischen Grundlagen der Leiharbeit, analysiert deren Funktionen (z.B. Personalanpassung, Rekrutierung) und stellt diese den empirischen Realitäten sowie den jeweiligen nationalen Regulierungsansätzen gegenüber.
Begriffe wie Prekarisierung, Prozyklizität, Klebeeffekt, Brückenfunktion und das Dreiecksverhältnis bilden das theoretische Gerüst der Argumentation.
PSAen fungieren in Deutschland als vermittlungsorientiertes Instrument zur Integration von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt, deren Effektivität im Kontext der Hartz-Gesetzgebung kritisch beleuchtet wird.
Während Deutschland durch ein reguliertes System mit dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geprägt ist, zeichnet sich der britische Arbeitsmarkt durch eine lange Historie der Deregulierung und eine geringere gesetzliche Schutzintensität aus.
Die Arbeit identifiziert zwar messbare Prekarisierungstendenzen bei Lohn und Arbeitsbedingungen, betont jedoch, dass diese oft in der Segmentierung des Arbeitsmarktes und spezifischen Merkmalsunterschieden der Leiharbeitnehmer begründet liegen.
Die empirischen Analysen deuten darauf hin, dass die Sprungbrett- oder Brückenfunktion oft hinter den Erwartungen zurückbleibt, weshalb der Klebeeffekt insbesondere für Niedrigqualifizierte eher skeptisch zu bewerten ist.
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