Diplomarbeit, 2005
135 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Was ist Sprachpolitik?
2.1 Sprachpolitik vs. Sprachenpolitik
2.2 Sprachkonfliktbewältigung
2.3 Faktoren für das Gelingen oder Scheitern von Sprachpolitik
2.4 Zur Begriffserklärung Patois
2.5 Normativierte Standardsprache
3. Die französische Sprachpolitik
3.1 Die Anfänge der Sprachpolitik in Frankreich
3.2 1539: L’Ordonnance de Villers-Cotterêts
3.3 Der lange Weg zu einer normierten französischen Sprache
3.3.1 L’ Académie française
3.4 Die Auswirkungen der Bemühungen um die französische Sprache
3.5 Die französische Revolution
3.5.1 Die Auswirkungen der französischen Revolution auf den Sprachgebrauch
3.6 Das Schulwesen
3.6.1 Die Loi Jules Ferry
3.7 Das 20. Jahrhundert
3.7.1 Die Loi Deixonne
3.7.2 Die Loi Haby
3.7.3 Le droit à la différence
3.7.4 Le rapport Giordan
3.7.5 La circulaire Savary
3.7.6 Regionalisierungstendenzen
3.7.7 Die Verfassungsänderung von 1992
3.7.8 Die europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen
3.7.9 La Liste Cerquiglini
3.7.10 Maßnahmen zum Schutz der französischen Sprache
4. Einleitung: Die Minderheitensprachen Okzitanisch und Korsisch
5. Der Sprachraum der beiden Sprachen
5.1 La langue d’Oc
5.1.1 Das Sprachgebiet des Okzitanischen
5.1.2 Der Sprachname
5.2 Das korsische Sprachgebiet
5.2.1 Die korsische Sprache
5.2.2 Eine Polynomische Sprache
5.3 Fazit
6. Sprachgeschichte der beiden Sprachen
6.1 Die historische Entwicklung des Okzitanischen
6.1.1 Das Edikt von Villers-Cotterêts
6.1.2 Die fehlende Normalisierung des Okzitanischen und deren Folgen
6.1.3 Die französische Revolution
6.1.4 Die Renaissancebewegung des Okzitanischen im 19. Jahrhundert
6.1.5 Der Félibrigebund
6.2 Die historische Entwicklung des Korsischen
6.2.1 Ambitionen Frankreichs in Richtung Korsika
6.2.2 Der Vertrag von Versailles
6.2.3 Die Franzisierungsbewegung auf Korsika
6.2.4 Napoléon III
6.3 Fazit
7. Die aktuelle sprachpolitische Situation der beiden Sprachen
7.1 Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und deren Auswirkung auf die okzitanische Sprache
7.1.1 Die Calandretas
7.1.2 Das Problem des Sprachnamens und der Kodifizierung der okzitanischen Sprache
7.1.3 Der Okzitanismus heute
7.2 Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1880-84 auf Korsika
7.2.1 Die Probleme einer einheitlichen Unterrichtssprache
7.2.2 Die Verschriftung der korsischen Sprache
7.2.3 Innerpolitische Machtkämpfe
7.2.4 Der zweite Weltkrieg
7.2.5 Der korsische Widerstand gegen Frankreich
7.2.6 Le projet Joxe
7.3 Fazit
8. Die soziolinguistische Situation der beiden Sprachen
8.1 Die Sprecher der okzitanischen Sprache
8.1.1 Rundfunk, Fernsehen
8.1.2 Presse, Musik
8.2 Die Ab/ Einwanderung auf Korsika
8.2.1 Die Familie und der Sprachgebrauch
8.2.2 Zeitschriften, Fernsehen
8.2.3 Literatur und Musik
8.3 Fazit
9. Eine Gegenüberstellung der beiden Minderheitensprachen
9.1 Die Kategorisierung der beiden Sprachen
9.2 Das Sprachverhältnis zwischen Französisch und der okzitanischen und korsischen Sprache
9.2.1 Das Fehlen einer einheitlichen, kodifizierten okzitanischen Sprache und die Folgen
9.3 Eine korsische Identität! Eine okzitanische Identität?
9.4 Die Verwendungsbereiche der Sprache
9.4.1 Die Neo-locuteurs als Hoffnungsträger der okzitanischen Sprache!?
9.4.2 Die Beurteilung der Situation einer Minderheit und ihrer Sprache
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der französischen Sprachpolitik auf die Minderheitensprachen Okzitanisch und Korsisch, wobei der Fokus auf dem Vergleich der historischen Entwicklung, des Sprachbewusstseins und der soziolinguistischen Situation beider Sprachen liegt.
3.2 1539: L’Ordonnance de Villers-Cotterêts
Die Ordonnance de Villers-Cotterêts aus dem Jahre 1539 regelt, dass die Abfassung aller administrativer und juristischer Dokumente sowie rechtliche Handlungen genauso wie mündliche Gerichtsverhandlungen nur mehr auf Französisch zu erfolgen haben und nicht einmal mehr in Sprachen die auf französischem Boden gesprochen werden. Unter juristischen Dokumenten versteht man „vom königlichen Gesetz bis zum privaten Testament“ alles, was offiziellen, juristischen Charakter hat.
François I hat diesen Erlass verfassen lassen um den Gebrauch des Lateinischen zu vermindern. Allerdings werden so auch alle anderen, auf französischem Staatsgebiet gesprochene Sprachen vom schriftlichen Gebrauch ausgeschlossen. Für amtliche Schriftstücke sollte nun nur mehr le langage maternel françois (sic!) verwendet werden die so zur einzigen Gerichts- und Amtssprache wird.
Beamte sind aufgefordert, nur mehr das Französische zu verwenden und „die romanischen Sprachen auf dem Boden Frankreichs versinken wie die nichtromanischen Idiome in die Zweitrangigkeit, auch die Dialekte, [...]verlieren [...] schnell an Bedeutung.“
Hier muss angemerkt werden, dass Französisch zwar zur offiziellen Sprache erkoren wurde, aber auf der anderen Seite nichts für ihre rasche Verbreitung getan wird. Außerdem besteht noch keine einheitliche französische Norm, die solch einen Beschluss rechtfertigen konnte.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die drei Teile der Arbeit vor, die sich mit der Definition von Sprachpolitik, den französischen Maßnahmen und dem Vergleich von Okzitanisch und Korsisch befassen.
2. Was ist Sprachpolitik?: Das Kapitel diskutiert Definitionen von Sprachpolitik, grenzt diese von Sprachenpolitik ab und beleuchtet Einflussfaktoren sowie theoretische Konzepte in der Linguistik.
3. Die französische Sprachpolitik: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die historischen Etappen der französischen Sprachpolitik von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert, mit Fokus auf Zentralisierung und Assimilation.
4. Einleitung: Die Minderheitensprachen Okzitanisch und Korsisch: Eine Hinführung zur Situation der zwei behandelten Minderheitensprachen, die sich trotz der gemeinsamen Unterdrückung durch den französischen Staat unterschiedlich entwickelt haben.
5. Der Sprachraum der beiden Sprachen: Geographische Einordnung des okzitanischen und korsischen Sprachgebiets und erste Betrachtung der jeweiligen Sprachcharakteristika.
6. Sprachgeschichte der beiden Sprachen: Untersuchung der historischen Ereignisse, die die Entwicklung beider Sprachen und das Bewusstsein ihrer Sprecher geprägt haben.
7. Die aktuelle sprachpolitische Situation der beiden Sprachen: Analyse zeitgenössischer Maßnahmen, wie der Schulpflicht und der gesetzlichen Anerkennungen, sowie deren Auswirkungen auf Okzitanisch und Korsisch.
8. Die soziolinguistische Situation der beiden Sprachen: Untersuchung der Sprechergruppen, der Rolle der Medien und der soziolinguistischen Bedingungen beider Sprachen im Alltag.
9. Eine Gegenüberstellung der beiden Minderheitensprachen: Synthese der Ergebnisse durch Kategorisierung, Identitätsvergleich und Bewertung der Zukunftsaussichten für beide Sprachen.
Sprachpolitik, Minderheitensprachen, Okzitanisch, Korsisch, Frankreich, Sprachbewusstsein, Identität, Assimilation, Diglossie, Patois, Sprachgeschichte, Zweisprachigkeit, Loi Deixonne, Sprachnormierung, Sprachkonflikt
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der französischen Sprachpolitik auf zwei spezifische Minderheitensprachen, das Okzitanische und das Korsische.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Sprachgeschichte, die sprachpolitischen Maßnahmen des französischen Staates sowie die soziolinguistische Situation und das Sprachbewusstsein der Sprecher.
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Ähnlichkeiten in der sprachpolitischen Situation von Okzitanisch und Korsisch herauszuarbeiten und die Auswirkungen des französischen Zentralismus auf diese Sprachen zu analysieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende soziolinguistische Gegenüberstellung der beiden Minderheitensprachen auf Basis historischer und aktueller Daten.
Im Hauptteil werden die historischen Etappen der französischen Sprachpolitik (vom Edikt von Villers-Cotterêts bis zum 20. Jahrhundert) detailliert dargestellt und der Entwicklung des Okzitanischen und Korsischen gegenübergestellt.
Die Arbeit zeichnet sich durch eine starke Gewichtung der Identitätsproblematik und die Rolle des Sprachbewusstseins als entscheidenden Faktor für den Erhalt oder Verlust einer Minderheitensprache aus.
Der Begriff Patois wird im französischen Kontext häufig abwertend gebraucht, um eine Varietät als minderwertig gegenüber der normierten Standardsprache abzugrenzen, was die negative Konnotation der okzitanischen Sprache widerspiegelt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Korsen aufgrund ihrer Inselstellung und ihrer Geschichte ein stärkeres, eigenständiges Identitätsbewusstsein entwickeln konnten als die Sprecher des Okzitanischen.
Dies bezeichnet eine Sprache mit abstrakter Einheit, bei der mehrere Varietäten existieren, die von den Sprachträgern gegenseitig toleriert werden, ohne dass eine Hierarchisierung oder Spezifisierung auf bestimmte Funktionen vorliegt.
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