Diplomarbeit, 2009
87 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung - Bedeutung und Abgrenzung des Themas
1.1 Gang der Arbeit
1.2 Forschungsstand und Literaturlage
2. Chinas Erdölsicherungsstrategie
2.1 Der chinesische Ölsektor
2.2 Chinas wachsende Nachfrage nach Erdöl
2.3 Erdölsicherung als Bestandteil von Chinas Energiesicherungsstrategie
3. China und die afrikanische Erdölindustrie
3.1 Die Bedeutung afrikanischer Ölquellen für China
3.2 Investitionen chinesischer Ölkonzerne in den afrikanischen Erdölsektor
3.2.1 Sudan
3.2.2 Angola
3.2.3 Nigeria
4. Die Bedeutung chinesischer Diplomatie für die Erdölgeschäfte
4.1 Entwicklungshilfe
4.2 Angola Mode – Verknüpfung von Kreditvergabe und Erdöllieferungen
4.3 Staatsbesuche und diplomatische Rhetorik
4.4 Politische Unterstützung
4.5 Waffenverkäufe und militärische Kooperation
4.6 Langfristige Strategie oder rationales Agieren am Markt?
5. Auswirkungen des chinesischen Engagements auf die Entwicklung Afrikas
5.1 Auswirkungen auf die Menschenrechtssituation in Afrika
5.2 Verschärfung des Ressourcenfluchs oder Förderung von Entwicklung?
5.2.1 Positive und negative Effekte für Afrikas wirtschaftliche Entwicklung
5.2.2 Auswirkungen auf die Transparenz im Ölsektor
5.3 Strategien zur besseren Nutzung des Entwicklungspotentials
6. Auswirkungen auf die Beziehung zu anderen Staaten
6.1 Herausforderungen für die Energieversorgung westlicher Staaten?
6.2 Auswirkungen auf die Beziehungen zu anderen Schwellenländern
6.3 Implikationen für die westliche Afrikapolitik und die Beziehungen zwischen China und dem Westen
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle Chinas im afrikanischen Erdölsektor seit 1995. Ziel ist es zu ergründen, wie sich das Interesse an der Erdölsicherung in Afrika in der Außenpolitik der Volksrepublik China niederschlägt und welche Auswirkungen dieses Engagement auf die Beziehungen zu anderen internationalen Akteuren hat.
1. Einleitung - Bedeutung und Abgrenzung des Themas
Seit Mitte der 90er Jahre hat sich der Handel zwischen der VR China und den afrikanischen Staaten rasant entwickelt. Allein im Zeitraum von 2000 bis 2007 wuchs der chinesische Handel mit Afrika von ca. 11 Mrd. USD auf ca. 74 Mrd. USD an (Siehe Abb. 1). Das von der chinesischen Regierung ausgegebene Ziel, das Handelsvolumen bis 2010 auf 100 Mrd. USD auszuweiten, wurde bereits 2008 übertroffen.
Der Export aus Afrika in die VR steigerte sich zwischen 2000 und 2005 um durchschnittlich 48% pro Jahr und wuchs somit zweieinhalbmal so schnell wie der Export in die USA und viermal so schnell wie in die EU Staaten. Der verstärkte Export nach China ist in erster Linie auf den Anstieg chinesischer Rohstoffimporte zurückzuführen, wobei der Import von Erdöl mit Abstand die wichtigste Rolle spielt. Dies wird auch an der regionalen Konzentration der Importe deutlich. 85% aller chinesischen Importe stammen aus den Öl exportierenden Staaten Angola, Äquatorial Guinea, Nigeria, der Republik Kongo und dem Sudan. Gleichzeitig haben chinesische Ölkonzerne ihre Direktinvestitionen in den afrikanischen Ölsektor in den letzten Jahren stark ausgeweitet. Während die chinesischen Nationalen Ölkonzerne (NOC) 1995 in Afrika noch so gut wie keine Präsenz hatten, sind sie mittlerweile in einer Vielzahl von Projekten auf dem Kontinent aktiv.
1. Einleitung - Bedeutung und Abgrenzung des Themas: Diese Einleitung führt in die rasante Entwicklung der sino-afrikanischen Handelsbeziehungen ein und definiert die beiden zentralen Forschungsziele hinsichtlich der Außenpolitik und internationaler Beziehungen.
2. Chinas Erdölsicherungsstrategie: Hier werden der chinesische Ölsektor, die wachsende Nachfrage nach Erdöl und die Integration der Erdölsicherung in die nationale Energiesicherheitsstrategie analysiert.
3. China und die afrikanische Erdölindustrie: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung afrikanischer Quellen für China sowie die Investitionsaktivitäten chinesischer Konzerne im Sudan, in Angola und Nigeria.
4. Die Bedeutung chinesischer Diplomatie für die Erdölgeschäfte: Der Abschnitt diskutiert, wie diplomatische Mittel wie Entwicklungshilfe, Kredite, Staatsbesuche und Waffenverkäufe gezielt zur Unterstützung der Ölgeschäfte eingesetzt werden.
5. Auswirkungen des chinesischen Engagements auf die Entwicklung Afrikas: Hier werden Chancen und Risiken analysiert, insbesondere im Hinblick auf Menschenrechte, den Ressourcenfluch sowie Strategien zur besseren Nutzung des Entwicklungspotentials.
6. Auswirkungen auf die Beziehung zu anderen Staaten: Dieser Teil betrachtet die Herausforderungen für die westliche Energieversorgung und die Beziehungen zu anderen Schwellenländern in einem globalen Kontext.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Diese abschließende Sektion fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten einer zukünftigen Kooperation bei der Energiesicherung.
China, Afrika, Erdöl, Energiesicherheit, Ölkonzerne, NOC, Diplomatie, Entwicklungshilfe, Angola, Sudan, Nigeria, Ressourcenfluch, Infrastruktur, Auslandsinvestitionen, internationale Beziehungen.
Die Arbeit analysiert das verstärkte Engagement der Volksrepublik China im afrikanischen Erdölsektor seit Mitte der 1990er Jahre und dessen Auswirkungen auf die Außenpolitik Chinas sowie das internationale Machtgefüge.
Zentrale Felder sind die chinesische Energiesicherungsstrategie, die Rolle staatlicher Ölkonzerne (NOC), der Einsatz diplomatischer und wirtschaftlicher Instrumente in Afrika sowie die Auswirkungen auf die Entwicklung des Kontinents.
Die Arbeit untersucht einerseits, wie sich das Interesse an der Erdölsicherung in Afrika in der Außenpolitik Chinas widerspiegelt, und analysiert andererseits die Auswirkungen dieses Engagements auf die Beziehungen zu anderen Akteuren.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse westlicher Sekundärliteratur, fachwissenschaftlicher Studien, offizieller politischer Papiere sowie einer intensiven Auswertung von Wirtschaftsdaten und Berichten zur Investitionstätigkeit chinesischer Ölkonzerne.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des chinesischen Ölsektors, die Darstellung der Investitionen in afrikanischen Ländern, die Rolle diplomatischer Mittel (z. B. Entwicklungshilfe, Kreditvergabe) sowie die Analyse der Chancen und Risiken für die afrikanische Entwicklung.
Wesentliche Begriffe sind Energiesicherheit, chinesische Ölkonzerne (NOC), Infrastrukturentwicklung, Ressourcenfluch, diplomatischer Einfluss sowie die spezifischen Länderstudien zu Angola, Sudan und Nigeria.
Die "Angola Mode" zeichnet sich durch eine direkte Verknüpfung von staatlichen Infrastrukturkrediten mit der langfristigen Lieferung von Erdöl an chinesische Unternehmen aus, oft ohne die strengen politischen Auflagen, die westliche Finanzinstitutionen (wie der IWF) üblicherweise fordern.
Das Fazit ist zwiespältig: Während Infrastrukturinvestitionen einen wirtschaftlichen Impuls geben können, werden durch die Kooperation mit teils autoritären Regimen politische Risiken und Intransparenz gefördert, was den "Ressourcenfluch" in den betroffenen Ländern tendenziell verstärken kann.
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