Bachelorarbeit, 2020
38 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Fachwissenschaftliche Erläuterungen
2.1 Die Bedeutung des Begriffs ‚Generation‘ in Jelineks Roman
2.1.1 Generation ist nicht gleich Generation: Soziale Differenzen innerhalb der Elterngeneration
2.1.2 Soziale Differenzen innerhalb der Jugendgeneration
2.2 Im Spannungsfeld zwischen Fiktion und Realität
3 Die Eltern- und Jugendgeneration im Vergleich
3.1 Gemeinsamkeiten zwischen der Eltern- und Jugendgeneration
3.1.1 Die Brutalität als Zeichen einer faschistischen Haltung
3.1.2 Die soziale Klassenzugehörigkeit
3.2 Unterschiede zwischen der Eltern- und Jugendgeneration
3.2.1 (K)Ein gewaltfreies Leben ohne gaunerische Straftaten
3.2.2 Die Fähigkeit zum Verzichten
3.2.3 Ein unterschiedliches Erwerbseintrittsalter
3.2.4 Der Verfall von Werten
4 Die Brücke zwischen Fiktion und Realität
5 Fazit
Ziel der Bachelorarbeit ist es, durch die Analyse markanter Textstellen in Elfriede Jelineks Roman "Die Ausgesperrten" Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Eltern- und Jugendgeneration herauszuarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern sich die fiktiven Jugendlichen mit ihren Lebensumständen als Spiegelbild der tatsächlichen österreichischen Nachkriegsgeneration verstehen lassen.
3.1.1 Die Brutalität als Zeichen einer faschistischen Haltung
Eine sich durch die gesamte Rahmenhandlung hindurchziehende Parallele zwischen der alten und jungen Generation lässt sich nicht nur bei der Familie Witkowski beobachten, in welcher Rainer einige von seinem Vater vorgelebte Strukturen reproduziert. Generell teilen die vier Jugendlichen ein Bewusstsein, mit dem sie sich auf eine ältere Generation beziehen: „Was man muß, ist, das meiste zerstören, was noch von der älteren Generation herrührt.“ (DA, S. 62) Wie Fiddler festhält, kann die Gewalt der Jugendgeneration durchaus als Fortsetzung des Faschismus der Elterngeneration betrachtet werden (2007, S. 309). Dass dieser laut Jelinek insbesondere durch die Unterwerfung des Körpers der Frau durch den Mann in den Ausgesperrten zum Vorschein kommt (Pirker, 1965, S. 124), wird im vorherigen Kapitel näher erläutert.
Konträr dazu belegen weitere Textstellen die Grausamkeit und Brutalität der jungen Generation, wie zum Beispiel „Anna hackt drauflos und denkt, wie gut, daß ich endlich meinen starken Haß irgendwo herauslassen kann, ohne daß ich ihn gegen mich selbst richten muß […]“ (DA, S. 8) oder „Knochen brechen, Knöchel splittern, Sehnen reißen ein, Adern werden durchtrennt und können nicht mehr geflickt werden. Rainer zielt fast nur auf den Kopf und den Hals, was genügt. Er schlägt so lange, bis sein Vater vollständig zerhauen ist“ (DA, S. 262). Obwohl bei diesen Textausschnitten nicht die Demütigung des weiblichen Geschlechts und dadurch die männliche Dominanz gegenüber der Frau im Zentrum steht, wird ein in jeder Hinsicht erkennbares Aggressionspotenzial für verbrecherische Begehen bei den Jugendlichen sichtbar, welches auch in der Elterngeneration am Beispiel Otto Witkowski erkennbar ist. Diese und weitere Textausschnitte belegen die erste in der vorliegenden Arbeit ausfindig gemachte Gemeinsamkeit zwischen der Eltern- und Jugendgeneration: Die Brutalität als Zeichen einer faschistischen Haltung.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die jugendliche Clique in Elfriede Jelineks Roman "Die Ausgesperrten" vor und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, die sich mit dem Generationenkonflikt und der Nachkriegsrealität beschäftigt.
2 Fachwissenschaftliche Erläuterungen: Dieser Abschnitt definiert den Generationsbegriff und thematisiert sozioökonomische Unterschiede sowie das Spannungsfeld zwischen fiktionalem Text und real historischem Kontext.
3 Die Eltern- und Jugendgeneration im Vergleich: In diesem Kapitel werden Parallelen und Unterschiede zwischen der jungen und der alten Generation analysiert, mit Fokus auf Gewaltbereitschaft, soziale Klassenzugehörigkeit und den Verfall von Werten.
4 Die Brücke zwischen Fiktion und Realität: Hier wird der theoretische Bezug zu realen Lebensumständen der österreichischen Nachkriegsgeneration hergestellt und durch Zeitzeugenberichte untermauert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass die im Roman dargestellten Konflikte als Querverweis auf die reale Nachkriegszeit dienen, wobei weitere empirische Forschung empfohlen wird.
Elfriede Jelinek, Die Ausgesperrten, Generationenkonflikt, Nachkriegsgeneration, Faschismus, Autorität, Klassenzugehörigkeit, Fiktion, Realität, Zeitzeugen, Sozialisation, Jugendkultur, Gewalt, Arbeiterklasse, Proletariat.
Die Bachelorarbeit untersucht den Generationenkonflikt in Elfriede Jelineks Roman "Die Ausgesperrten" und setzt diesen in Bezug zu den Lebensumständen der realen österreichischen Nachkriegsgeneration.
Die Arbeit analysiert die Themen Faschismus, soziale Klassenzugehörigkeit, den Wandel der Arbeitsgesellschaft, erzieherische Gewalt und das Spannungsverhältnis zwischen fiktiven Protagonisten und historischen Fakten.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der fiktiven Eltern- und Jugendgeneration im Roman zu identifizieren und diese mit Berichten der realen Nachkriegsgeneration zu vergleichen, um das Werk literaturwissenschaftlich zu kontextualisieren.
Der Verfasser nutzt eine hermeneutische Betrachtungsweise, bei der Textstellen aus dem Primärtext analysiert und mit fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur sowie authentischen Zeitzeugenberichten in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Fundierung, einen detaillierten Vergleich der Generationen hinsichtlich Ideologien und Verhaltensweisen sowie ein finalisierendes Kapitel, das die Fiktion mit historischen Realitäten verknüpft.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Generationenkonflikt, Nachkriegsgeneration, Faschismus, Klassenzugehörigkeit, Fiktionalität und soziale Differenzen.
Die Figur Rainer sowie die anderen Jugendlichen dienen als Stellvertreter einer Generation, deren rebellisches Verhalten auf die traumatischen Erfahrungen und Erziehungsmuster ihrer Eltern trifft.
Der Verfasser stellt fest, dass das Angebot an spezifisch österreichischen Zeitzeugeninterviews zum Zeitpunkt der Recherche begrenzt war, weshalb er auch auf vergleichbare deutsche Berichte zurückgreift.
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