Bachelorarbeit, 2009
40 Seiten, Note: 1,8
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN
2.1. ETHNIZITÄT UND KULTUR IM HINBLICK AUF DIE MUSLIME IN DEUTSCHLAND
2.2. MIGRATION
3. DIE SITUATION IN DEUTSCHLAND
3. 1. MIGRANTEN UND INTEGRATION
3. 2. MUSLIME IN DEUTSCHLAND
4. DER MOSCHEEBAU IN KÖLN-EHRENFELD
4. 1. DAS PROJEKT „DITIB ZENTRALMOSCHEE“ IN KÖLN-EHRENFELD
4. 2. DIE PARTEIEN
4. 3. DER DISKURS
5. FAZIT & AUSBLICK
Diese Arbeit analysiert die öffentliche Debatte um den Bau von Moscheen in Deutschland, insbesondere das Projekt der DITIB Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, in Gegenüberstellung mit wissenschaftlichen Perspektiven. Das primäre Ziel ist es, die in der Auseinandersetzung verwendeten Argumente – insbesondere jene des Schriftstellers Ralph Giordano – kritisch zu hinterfragen und die zugrunde liegenden Ängste und Vorurteile vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Integrationsprozesse zu beleuchten.
1. Einleitung
1989 rief die muslimische Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya das sogenannte Hun-dert-Moscheen-Projekt aus. Ziel dieses Projekts ist es in Deutschland 100 Moscheen zu bauen – bis zum Jahr 1999. Das Vorhaben konnte in dem engen zeitlichen Rah-men nicht durchgesetzt werden, aber es deutet ein neues Selbstbewusstsein und den Willen der muslimischen Gemeinden in Deutschland an, in die Öffentlichkeit zu treten. In Deutschland stehen derzeit zwischen 110 und 159 repräsentative Mosche-en mit Kuppeln und Minaretten, in Planung oder im Bau befinden sich 184.1
„Die Integration ist gescheitert.“2 Mit diesem Resümee macht der Schriftsteller Ralph Giordano im Jahr 2007 auf sich aufmerksam. Der Satz fällt im Streit um den Bau der DITIB Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, der am 28. August 2008 endgültig geneh-migt wurde. In diesem Streit geht es um mehr als um den Bau eines Gebetshauses. Der Streit zeigt die polarisierte Meinung einer breiten Gesellschaft gegenüber der In-tegration von türkischen Muslimen und offenbart die Sprengkraft der Debatte um In-tegration und den Bau von islamischen Gotteshäusern. Es geht tatsächlich um das Bild des Fremden in Deutschland und um die Frage, wie die deutsche Kultur mit die-sem umgehen soll. Giordano zeichnet ein Bild apokalyptischen Ausmaßes. Er spricht vom Koran als einer „Lektüre des Schreckens“, bezeichnet Muslima, die eine Burka tragen, als „menschliche Pinguine“ und schreibt in einem offenen Brief an den Dia-logbeauftragten der türkisch-muslimischen Gemeinde:
„In der akuten Auseinandersetzung ist Aufrichtigkeit das Letzte, was ich von der Ditib erwarte. Ich halte sie für den verlängerten Arm des Religionsbehörde Dyanet in Anka-ra, eine staatlich türkische Organisation und ein Instrument türkischer Außenpolitik,
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Moscheebaus in Deutschland anhand des Beispiels der DITIB Zentralmoschee und Darstellung der polarisierten gesellschaftlichen Debatte.
2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN: Definition der für die Analyse zentralen Begriffe Ethnizität, Kultur und Migration sowie Einordnung der heterogenen Gruppe der Muslime in Deutschland.
3. DIE SITUATION IN DEUTSCHLAND: Untersuchung der historischen Entwicklung der Einwanderung, der Rolle der Gastarbeiter sowie des aktuellen Integrationsverständnisses und der politischen Rahmenbedingungen.
4. DER MOSCHEEBAU IN KÖLN-EHRENFELD: Analyse des spezifischen Projekts der DITIB Zentralmoschee sowie Vorstellung der Akteure und der von Polemik geprägten öffentlichen Auseinandersetzung.
5. FAZIT & AUSBLICK: Zusammenfassende kritische Reflexion des Diskurses, Betonung der Notwendigkeit des Dialogs und Aufruf zu einem realistischen Bild der Integrationsprozesse.
Integration, Moscheebau, DITIB, Islam, Ralph Giordano, Migration, Ethnizität, Kultur, Parallelgesellschaft, Diskursanalyse, Religionsfreiheit, Köln-Ehrenfeld, Identitätskonstruktion, Islamisierung, Dialog
Die Arbeit befasst sich mit der öffentlichen und politischen Diskussion um den Bau von Moscheen in Deutschland, am Beispiel der geplanten DITIB Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld.
Neben der speziellen Debatte um den Kölner Moscheebau stehen Themen wie Integration, Migrationsgeschichte, kulturelle Identität, das Verhältnis von Islam und Mehrheitsgesellschaft sowie die Rolle der Religion im öffentlichen Raum im Fokus.
Ziel ist es, die Argumentationsmuster in der öffentlichen Debatte – insbesondere die oft polemischen Positionen von Kritikern – wissenschaftlich einzuordnen und zu hinterfragen, um einen konstruktiveren Dialog zu ermöglichen.
Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Herangehensweise, indem sie verschiedene Perspektiven, Statements und gesellschaftliche Entwicklungen gegenüberstellt und kulturwissenschaftlich reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die historische Analyse der deutschen Einwanderungssituation und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Moscheebau-Projekt in Köln-Ehrenfeld unter Einbeziehung der Hauptakteure und deren Argumentationen.
Die zentralen Begriffe sind Integration, Moscheebau, DITIB, Islam, Identität sowie die kritische Reflexion des Begriffs der Islamisierung.
Ralph Giordano dient als prominentes Fallbeispiel für eine dezidiert kritische, teils polemische Haltung gegenüber dem Islam und dem Moscheebau, deren Argumente der Autor detailliert analysiert und deren Schwachstellen – wie Pauschalisierungen – aufdeckt.
Der Autor beleuchtet die DITIB als einen einflussreichen Verband, der trotz der Abhängigkeit von der türkischen Religionsbehörde aktiv Dialogbereitschaft zeigt und als wichtiger Partner für Integrationsbemühungen agiert.
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