Magisterarbeit, 2009
134 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Das städtische Wohnen - Genese von Leitbildern
2.1. Die Entwicklung von Wohnungs- und Städtebau bis 1933
2.1.1. Vorindustrielle Städte und das Industriezeitalter
2.1.2. Die Jahrhundertwende
2.1.3. Zwischen den Weltkriegen
2.2. Wohnungsnot im Dritten Reich
2.2.1. 1933-1939
2.2.2. 1939-1945
2.3. Wieder- und Neuaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg
2.3.1. 1945: Zerstörte Städte
2.3.2. Baugesetzgebung
2.3.3. Bevölkerungszunahme und Flüchtlinge
2.3.4. Besatzungsmächte
2.3.5. Städtebauliche Leitbilder der 50er Jahre
2.3.6. Städtebauliche Leitbilder der 60er Jahre
2.3.7. Städtebauliche Leitbilder der 70er bis 90er Jahre
3. Langwasser: Trabantenstadt zur Bekämpfung der Wohnungsnot in Nürnberg
3.1. Der Blick auf die Altstadt
3.1.1. Nürnberg vor dem Zweiten Weltkrieg
3.1.2. Zerstörtes Nürnberg
3.2. Der Blick auf die Peripherie: Langwasser
3.2.1. Die Vorgeschichte des Areals
3.2.2. Langwasser im Nationalsozialismus
3.2.3. Zustand des Langwasser-Areals nach 1945
3.2.4. Städtebaulicher Ideenwettbewerb für Langwasser
3.2.5. Vertragsabschlüsse und politische Entscheidungen
3.2.6. Aufbauplanungen
3.2.7. Demonstrativmittel
3.2.8. Bauabschnitte in Nürnberg-Langwasser
3.2.9. Die Funktion Langwassers
4. Wie typisch ist Nürnberg-Langwasser?
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die Entstehung der Trabantenstadt Nürnberg-Langwasser als spezifische städtebauliche Antwort auf die immense Wohnungsnot im Nachkriegsdeutschland. Ziel ist es, den Planungsprozess und die architektonische Entwicklung vor dem Hintergrund nationaler städtebaulicher Leitbilder zu untersuchen und die Besonderheiten dieses Standorts – insbesondere dessen historische Vorbelastung durch das ehemalige Reichsparteitagsgelände – in den Kontext der westdeutschen Nachkriegsgeschichte zu setzen.
1. Einleitung
Am 2. Januar 1945 wurden 10.000 Einwohner Nürnbergs von einer Nacht auf die nächste zu Obdachlosen. Englische Flugzeuge hatten die „deutscheste Stadt“, die „Stadt der Reichsparteitage“ seit drei Jahren bombardiert. Am 15. April sprengte die Wehrmacht auf der Flucht vor den amerikanischen Truppen die Nürnberger Brücken, sodass die Stadt von der Außenwelt völlig abgeschnitten wurde. Einen Tag später stand Nürnberg unter Artilleriebeschuss und am Abend des 16. Aprils waren 90% der Stadt zerstört. Von ehemals 134.000 Wohnungen waren lediglich 14.500 unbeschädigt geblieben.
So ähnlich – wenn auch oft nicht so verheerend wie in Nürnberg – sah es in vielen deutschen Großstädten aus. Auch wenn durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg eine enorme Wohnungsnot entstanden war, so hatte dieser Mangel an Wohnraum gleichwohl auch eine eigene Vorgeschichte, die den Wiederaufbau und Städtebau nach dem Zweiten Weltkrieg enorm beeinflusste. Besonders die Leitbilder und Ideale, die entstanden waren, um die Wohnsituation der Menschen zu verbessern, fanden jetzt Eingang in die Planungen der Verantwortlichen auf dem gesamten westdeutschen Gebiet.
Gegenstand der Arbeit ist daher die Frage, warum Gesetzgeber, Stadtplaner und Architekten auf suburbane Gebiete auswichen, um dort Lebensräume und Wohnungen zu schaffen. Nachvollzogen werden die Antworten auf diese Frage am Beispiel Langwassers, einer Trabantenstadt im Süden Nürnbergs, die eigentlich schon vor dem Zweiten Weltkrieg hätte entstehen sollen und deren Planung bereits kurz nach der Gründung der Bundesrepublik wieder aufgenommen wurde. Die Trabantenstadt Langwasser wurde als Exempel ausgewählt im Hinblick auf die Besonderheit des Bebauungs-Gebiets: das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Ferner angesichts der Eigenheiten Nürnbergs – 1945 war Nürnberg nach Dresden die am schwersten zerstörte Stadt Deutschlands.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die katastrophale Ausgangslage Nürnbergs nach dem Zweiten Weltkrieg und stellt die Forschungsfrage nach der Entstehung suburbaner Trabantenstädte am Beispiel von Langwasser.
2. Das städtische Wohnen - Genese von Leitbildern: Dieses Kapitel liefert einen historischen Abriss der städtebaulichen Entwicklung von der Industrialisierung über die Zwischenkriegszeit bis hin zu den Leitbildern der Nachkriegsära in der Bundesrepublik.
3. Langwasser: Trabantenstadt zur Bekämpfung der Wohnungsnot in Nürnberg: Der Hauptteil widmet sich intensiv der Planung und Realisierung von Langwasser, unter Berücksichtigung der speziellen Altstadt-Problematik und der besonderen Standortbedingungen des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes.
4. Wie typisch ist Nürnberg-Langwasser?: Das abschließende Kapitel setzt Langwasser in einen vergleichenden Kontext zu anderen westdeutschen Trabantenstädten und diskutiert die Übertragbarkeit der städtebaulichen Ansätze.
Nürnberg, Langwasser, Trabantenstadt, Städtebau, Wohnungsnot, Wiederaufbau, Reichsparteitagsgelände, Stadtplanung, Nachkriegszeit, Wohnungsbaugesellschaft, Leitbilder, Suburbanisierung, Baugesetzgebung, Wohnraumbewirtschaftung, Siedlungsbau
Die Arbeit untersucht die städtebauliche Entwicklung und Realisierung der Trabantenstadt Nürnberg-Langwasser als Antwort auf die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von städtebaulichen Leitbildern, die Zerstörung Nürnbergs, die schwierigen Rahmenbedingungen des Wiederaufbaus und die spezifische Genese von Langwasser.
Ziel ist es, die Beweggründe für die Ausweitung in suburbane Räume zu erforschen und die Besonderheiten von Langwasser, insbesondere die Nutzung des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes, wissenschaftlich einzuordnen.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Archivmaterial (z.B. der Nürnberger Wohnungsbaugesellschaft), städtebaulicher Fachliteratur und historischen Quellen basiert.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Vorgeschichte des Areals, den politischen und rechtlichen Hürden bei der Landbeschaffung, den verschiedenen Wettbewerbsentwürfen und der Umsetzung der Bauabschnitte.
Kernbegriffe sind Wohnungsbau, Trabantenstadt, Stadtplanung, Nachkriegsgeschichte und die spezifische Nürnberger Historie im 20. Jahrhundert.
Das Gelände stellte eine besondere historische und bauliche Vorbelastung dar, die den Planungsprozess und die Flächennutzung maßgeblich beeinflusste und komplexe Räumungsfragen aufwarf.
Langwasser wird als ein Beispiel gesehen, das trotz der spezifischen Altlasten und bürokratischen Hindernisse die allgemeinen Trends der westdeutschen Stadtentwicklung widerspiegelt.
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