Bachelorarbeit, 2023
62 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Fragestellung und Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Annäherung: Mensch-Tier-Beziehung
2.1. Biophilie-Hypothese
2.2. Du-Evidenz
2.3. Human-Animal Studies
2.4. Kritischer Blick auf die Mensch-Tier-Beziehung
3. Grundlagen tiergestützter Interventionen
3.1. Begriffliche Klärung der Einsatzmöglichkeiten tiergestützter Interventionen
3.1.1. Tiergestützte Therapie
3.1.2. Tiergestützte Pädagogik
3.1.3. Tiergestützte Förderung
3.1.4. Tiergestützte Aktivität
3.2. Interaktionsmöglichkeiten zwischen Tier - Leiter*in und Klient*in
3.2.1. Freie Interaktion
3.2.2. Gelenkte Interaktion
3.2.3. Ritualisierte Interaktion
3.2.4. Interaktion in der Triade
3.3. Voraussetzungen einer erfolgreichen tiergestützten Intervention mit Hunden
3.3.1. Anforderungen an den Hund
3.3.2. Anforderungen an die leitende Person
3.3.3. Anforderungen an den/die Empfänger*in
3.3.4. Räumliche Anforderungen
3.3.5. Hygienische Anforderungen
3.4. Grenzen und Schwierigkeiten tiergestützter Intervention mit Hunden
4. Einführung in die demenziellen Erkrankungen
4.1. Begriffsklärung der Demenz
4.2. Formen, Ursachen und Symptome von Demenz
4.2.1. Primäre Demenz
4.2.2. Sekundäre Demenz
4.3. Behandlungsmöglichkeiten demenzieller Erkrankungen
5. Tiergestützte Intervention mit Hunden bei demenziell erkrankten Menschen
5.1. Möglichkeiten tiergestützter Einzelinterventionen mit Hunden bei demenziell erkrankten Menschen
5.2. Möglichkeiten tiergestützter Gruppeninterventionen mit Hunden bei demenziell erkrankten Menschen
5.3. Auswirkungen tiergestützter Interventionen mit Hunden auf demenziell erkrankte Menschen
5.3.1. Physische Auswirkungen
5.3.2. Psychische Auswirkungen
5.3.3. Soziale Auswirkungen
6. Blick in die Praxis: Therapiehundeeinsatz in einem Seniorenwohnheim
Diese Bachelorarbeit verfolgt das primäre Ziel, die Möglichkeiten, Wirksamkeit und Auswirkungen tiergestützter Interventionen (speziell mit Hunden) bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch im häuslichen Umfeld umfassend zu analysieren und deren Nutzen für das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen aufzuzeigen.
2.2. Du-Evidenz
„Noch bist du für mich nichts als ein kleiner Junge, der hunderttausend kleinen Jungen völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in dieser Welt. Ich werde für dich einzig sein in dieser Welt …“ (Saint-Exupéry 1999, S. 65).
Das Zitat stammt aus dem Buch „Der kleine Prinz“ und beschreibt ein Gespräch zwischen dem kleinen Prinzen und einem Fuchs. Der kleine Prinz möchte wissen, was zähmen bedeutet. Dies erklärt ihm der Fuchs mit dem obigen Zitat. Gleichzeitig beschreibt der Fuchs damit, was unter der Du-Evidenz zu verstehen ist. Anders formuliert bedeutet dies, dass Menschen in der Lage sind, andere nicht-menschliche Lebewesen als Individuen zu betrachten und Beziehungen einzugehen, die denen zwischen zwei Menschen oder zwischen zwei Tieren ähneln (vgl. Kuhn 2012, S. 108 f.).
Besonders geeignet sind Tiere, bei denen Gefühle wie Angst oder Freude erkennbar sind, da sie dadurch dem Menschen ähnlicher werden. Ein weiterer Faktor, in dem sich ein Tier dem Menschen ähnelt, ist das Fell, da dieses an menschliches Haar erinnert. Aufgrund dessen werden für innige Beziehungen zu Tieren, nicht-menschliche Lebewesen mit Fell bevorzugt. In der Literatur wird häufig von „höheren“ Tierarten wie Pferden, Hunden oder Katzen gesprochen, die sowohl Emotionen zeigen können als auch ein Fell haben, so dass beide wesentlichen Aspekte der Vergleichbarkeit mit einem Menschen erfüllt sind.
1. Einleitung: Stellt das Problem der wachsenden Zahl von Demenzerkrankungen dar und definiert die Zielsetzung, den Nutzen tiergestützter Interventionen als ergänzende Methode zu untersuchen.
2. Theoretische Annäherung: Mensch-Tier-Beziehung: Beleuchtet wissenschaftliche Hypothesen und Forschungsfelder wie Biophilie und die Du-Evidenz, um die besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier zu erklären.
3. Grundlagen tiergestützter Interventionen: Differenziert zwischen verschiedenen Einsatzformen wie Therapie und Aktivität und erläutert notwendige Voraussetzungen für Tiere, Halter und das Umfeld.
4. Einführung in die demenziellen Erkrankungen: Erläutert die medizinischen Grundlagen, Formen und Symptomatiken von Demenz sowie aktuelle Behandlungskonzepte.
5. Tiergestützte Intervention mit Hunden bei demenziell erkrankten Menschen: Führt Theorie und Praxis zusammen, indem spezifische Interventionsmöglichkeiten und deren physische, psychische und soziale Wirkungen analysiert werden.
6. Blick in die Praxis: Therapiehundeeinsatz in einem Seniorenwohnheim: Verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit einem realen Praxisbeispiel einer Therapiehündin, um die positive Wirkung auf die Bewohner zu verdeutlichen.
Tiergestützte Intervention, Demenz, Hunde, Mensch-Tier-Beziehung, Therapiebegleithunde, Lebensqualität, Biografiearbeit, Physische Auswirkungen, Psychische Gesundheit, Soziale Interaktion, Seniorenwohnheim, Du-Evidenz, Realitäts-Orientierungs-Training, Nichtmedikamentöse Therapie, Aktivierung.
Die Arbeit untersucht, wie und welche Chancen tiergestützte Interventionen (speziell mit Hunden) bieten, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz in verschiedenen Settings zu verbessern.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung, die Differenzierung verschiedener Interventionsformen bei Demenz, die Anforderungen an Mensch und Tier sowie die konkreten Auswirkungen auf die Betroffenen.
Das primäre Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Möglichkeiten und Wirkungen von Hundeeinsätzen bei Demenz zu geben, um deren Nutzen als unterstützende Maßnahme (neben medizinischen Behandlungen) herauszuarbeiten.
Die Arbeit basiert primär auf einer umfassenden Literaturrecherche und der inhaltlichen Analyse von Fachpublikationen. Ergänzend dient ein dokumentierter Praxisbericht zur Illustration und Verknüpfung der Theorie mit dem realen Einsatz.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Mensch-Tier-Verbindung, die methodischen Grundlagen tiergestützter Arbeit, ein medizinisches Kapitel zu Demenzerkrankungen sowie eine detaillierte Ausarbeitung der Interventionsmöglichkeiten und deren Wirkungen auf die Demenz-Betroffenen.
Zu den Schlüsselbegriffen zählen Tiergestützte Intervention, Demenz, Therapiebegleithunde, Lebensqualität, Biografiearbeit und soziale Interaktion.
Die Arbeit unterscheidet zwischen freier Interaktion, gelenkter Interaktion, ritualisierter Interaktion und der Interaktion in der Triade, wobei je nach Zielsetzung und Krankheitsstadium der Person die passende Form gewählt wird.
Die Du-Evidenz beschreibt die Fähigkeit des Menschen, das Tier als Individuum wahrzunehmen und eine emotionale Beziehung aufzubauen, was laut Autorin eine unumgängliche Voraussetzung für den Erfolg tiergestützter Arbeit ist.
Das Beispiel der Therapiehündin Maja dient dazu, die theoretischen Ausführungen zu validieren und zu zeigen, wie gezielte Aktivitäten wie das „Seil-Auffädeln“ oder das „Befüllen von Schnüffelteppichen“ die Motorik und Kommunikation bei demenziell erkrankten Senioren fördern können.
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