Magisterarbeit, 2007
179 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Altern und sportliche Aktivität
2.1 Altern
2.1.1 Primäres und sekundäres Altern
2.1.2 Das Alter
2.1.3 Gesunde Lebensjahre
2.1.4 Individualisierung
2.2 Sportliche Aktivität und Inaktivität
2.2.1 Gegenwärtige Situation des Sportengagements im Alter
2.2.2 Bewegung und Sport als gesunde Lebensweise
2.2.3 Motive für Sportaktivität im Alter
2.2.4 Gründe für sportliche Inaktivität im Alter
2.2.5 Schlüsselthemen
2.2.6 Wunschliste für Sportaktivität im Alter
2.3 Wunsch und Verwirklichung im Alltag
2.3.1 Alltag von Senioren
2.3.2 Beeinträchtigungen im Alter
2.3.2.1 Physische Beeinträchtigungen im Alter
2.3.2.2 Ängste vor Beeinträchtigungen im Alter
2.3.2.3 Stressbelastungen im Alter
2.3.3 Kompetenzen im Alter
2.3.4 Selbstregulation im Alter
2.4 Sportaktivität
2.4.1. Lebensstilaktivität
2.4.2 Qualitative Facetten des Sports
2.4.3 Qualitative Facetten des Alterssports
2.5 Die Bindung an eine sportliche Aktivität
2.5.1 Determinanten des Sportteilnahmeverhaltens
2.5.2 Determinanten des Sportteilnahmeverhaltens im Alter
2.5.3 Theorien der Gesundheitspsychologie
2.5.4 Sportverhalten zwischen Rückfall und Gewohnheit
2.5.4.1 Die Beschreibung von Sportverhalten
2.5.4.2 Rückfälle bei Verhaltensänderungen
2.5.4.2 Die Entwicklung von Gewohnheiten
2.6 Zusammenfassung zu Altern und sportliche Aktivität
3 Theoretischer Hintergrund zur Selbststeuerung
3.1 Motiviertes Handeln
3.1.1 Motivation und Volition
3.1.2 Motive
3.1.3 Entstehung von Motivationstendenzen
3.1.4 Barrieren aufgrund fehlender Motivation
3.1.5 Barrieren aufgrund nicht ausreichender Motivation
3.1. Die Aufgaben der Handlungssteuerung
3.2 Zielgerichtetes Verhalten
3.2.1 Sportteilnahme als zielgerichtetes Gesundheitsverhalten
3.2.2 Intrinsische und extrinsische Motivation
3.2.3 Situative Rahmenbedingungen
3.2.4 Explizite und implizite Motive
3.2.5 Willensprozesse
3.2.6 Absichtswechsel oder Selbststeuerungsdefizit
3.3 Die Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen
3.3.1 Aufbau der PSI-Theorie
3.3.2 Motive, Motivationen und Willensprozesse
3.4 Selbststeuerung
3.4.1 Selbstkontrolle
3.4.2 Selbstregulation
3.4.3 Willenshemmung
3.4.4 Willensbahnung
3.4.5 Selbsthemmung
3.4.6 Selbstbahnung
3.4.7 Handlungs- und Lageorientierung
3.4.7.1 Prospektive und misserfolgsbezogene Lageorientierung
3.4.7.2 Prospektive Handlungsorientierung
3.4.7.3 Misserfolgsbezogene Handlungsorientierung
3.4.8 Empirische Untersuchungen zur PSI-Theorie
3.4.9 Entwicklung der Selbststeuerung
3.5 Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen
4 Aufbau der Untersuchung
4.1 Fragestellung und Hypothesen
4.2 Rekrutierung und Teilnahmekriterien
4.2.1 Versucher (Experimentalgruppe)
4.2.2 Dabeibleiber (Kontrollgruppe)
4.3 Materialien
4.3.1 Fragebogen
4.3.1.1 Dimensionen des Selbststeuerungsinventars
4.3.1.2 Beschreibungen der Selbststeuerungsskalen
4.3.1.3 Skalen der Handlungs- und Lageorientierung
4.3.1.4 Die Absichtsstärke
4.3.1. Skala zur körperlichen Beeinträchtigung im Alltag
4.3.2 Interview
4.3.2.1 Themen des Interviews
4.3.2.2 Die Entwicklung des Interviewleitfadens
4.3.2.3 Der Ablauf des Interviews
4.3.2.4 Kurze Interviews
4.4 Design
4.4.1 Quantitative Methode
4.4.2 Qualitative Methode
4.4.3 Ex post-Design und Leitfaden-Interview
4.5 Ablauf
4.6 Beschreibung der Gesamtstichprobe
4.6.1 Demografische Merkmale
4.6.2 Sportbezogene Merkmale
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Kodierung
5.1.1 Bildungsjahre
5.1.2 Sporterfahrungen
5.2 Kategorien
5.2.1 Sporterfahrungen in Kategorien
5.2.2 Prospektive Handlungsorientierung in Kategorien
5.2.3 Beeinträchtigungen in Kategorien
5.3 Fehlende Werte
5.4 Paarbildung (matched sample)
5.5 Normalverteilung
5.6 Stichprobenbeschreibung der erhobenen Merkmale
5.7 Hypothesen
5.8 Ergebnisüberblick
5.8.1 Handlungs- und Lageorientierung
5.8.2 Sporterfahrungen
5.8.3 Selbstkontrolle
5.8.4 Absichtsstärke
5.8.5 Beeinträchtigungen
5.9 Vergleiche der Untergruppen
5.9.1 Dabeibleiber und nicht sportaktiven Versucher
5.9.2 Sportaktive Versucher und nicht sportaktiven Versucher
5.9.3 Dabeibleiber und sportaktive Versucher
5.10 Funktionale Selbststeuerung und Gruppenunterschiede
5.10.1 Extrem handlungsorientierte Versucher
5.10.2 Handlungsorientierung, Willenshemmung und Sporterfahrung
5.10.3 Altersvergleich
5.11 Interviewausschnitte zur Selbststeuerung im Alltag
6 Diskussion
6.1 Diskussion der Methodik
6.1.1 Design
6.1.2 Stichproben
6.1.3 Störvariablen
6.1.4 Messinstrumente
6.1.4.1 Fragebogen
6.1.4.2 Interviews
6.2 Diskussion der Ergebnisse
6.2.1 Diskussion der Hypothesen und Untergruppen
6.2.2 Diskussion der Ergebnisse für den Alterssport
6.2.3 Diskussion der Ergebnisse für die Sportteilnahme
6.2.4 Diskussion der Ergebnisse für die PSI-Theorie
6.3 Praktische Schlussfolgerungen
7 Zusammenfassung
8 Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern volitionale Kompetenzen – insbesondere Unterschiede in der Selbststeuerungsfähigkeit nach der Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI-Theorie) – zwischen langjährig sportaktiven älteren Menschen (Dabeibleiber) und solchen, die sich vergeblich um eine dauerhafte Sportteilnahme bemühen (Versucher), differenzieren und somit die regelmäßige Sportteilnahme im Alter beeinflussen.
3.4.1 Selbstkontrolle
Wenn ein älterer Mensch mit dem Sporttreiben beginnen möchte und er es zwar als unangenehm und anstrengend ansieht, es aber der eigenen Gesundheit zu Liebe tun will, dann verlässt er sich schnell auf das Intentionsgedächtnis in dem die Selbstkontrolle verankert ist. Bei der Selbstkontrolle agiert eine Person auf Basis von extrinsischer Motivation und entgegen der eigenen Bedürfnislage (HÖNER, 2005, S. 61). Der Einfluss von Repräsentationen des Selbst oder der Umwelt werden abgeschwächt (KUHL, 2001, S. 704). Dies bewiesen INZLICHT & GUTSELL (2007) mit der Messung von Gehirnströmen. Nachdem die Probanden Selbstkontrolle zur Unterdrückung von Emotionen einsetzten, reagierte ihr neuronales System weniger auf Unstimmigkeiten zwischen ihren Handlungen und ihren Zielen. Selbstkontrolle kostet Energie und ist begrenzt verfügbar (siehe 3.2.5 Willensprozesse). Selbstkontrolle hat den Nachteil, dass wenn die Handlungsenergie zu Neige gehen sollte, kaum eine Chance auf Nachschub besteht, denn Selbstkontrolle diktiert eine reine Konzentration auf das Ziel. Alles andere wird ausgeblendet, auch das Selbst im Extensionsgedächtnis. Langfristigen Zielen wie gesundheitsorientiertes Sportengagement fehlt es schnell an Energie, Flexibilität und Kreativität, wenn die Sportaktivität als anstrengend und wenig angenehm erlebt wird. Solche Erlebnisse wollen eher vermieden werden. Die Selbstmotivation aus dem Extensionsgedächtnis, die Abhilfe schaffen könnte, kann wegen der Fixierung auf das Ziel nicht hinzu gerufen werden.
Zur Selbstkontrolle wurde keine Hypothese formuliert, obwohl die Selbstkontrolle sicher wichtig für die Aufnahme einer Sportaktivität ist. Optimale Selbststeuerung beruht auf dem situations- und zielangemessenen Wechsel zwischen den einzelnen Komponenten (FRÖHLICH & KUHL, 2003, S. 221). Das bedeutet für das langfristige Sportziel, dass zwischen Selbstkontrolle und Selbstregulation gewechselt werden sollte. Wie sieht das sportliche Handeln mit Selbstregulation aus?
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Handlungsumsetzung („Handlungsloch“) und die wachsende Bedeutung des Sportengagements für eine gesunde Lebensführung im Alter.
2 Altern und sportliche Aktivität: Dieses Kapitel erörtert die Facetten des Alterns, die gesundheitlichen Motive für den Alterssport sowie Barrieren, die Senioren an einer dauerhaften Teilnahme hindern.
3 Theoretischer Hintergrund zur Selbststeuerung: Hier werden die motivationalen und volitionalen Konzepte sowie die PSI-Theorie von Kuhl erläutert, welche die Basis für das Verständnis von Selbststeuerungsprozessen bilden.
4 Aufbau der Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die Hypothesenbildung, die Rekrutierung der Dabeibleiber und Versucher sowie die eingesetzten psychologischen Messinstrumente.
5 Darstellung der Ergebnisse: Hier werden die empirischen Befunde zu den Hypothesen, die Gruppenvergleiche sowie die Ergebnisse der Korrelationsanalysen dargelegt.
6 Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert die methodischen Stärken und Schwächen der Untersuchung und diskutiert die Ergebnisse hinsichtlich ihrer Relevanz für den Alterssport und die PSI-Theorie.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Wiederholung der zentralen Erkenntnisse über die Bedeutung von Selbststeuerungsfähigkeiten bei der Sportteilnahme im Alter.
8 Ausblick: Der Ausblick identifiziert Forschungsbedarf hinsichtlich Längsschnittdesigns und der Entwicklung altersspezifischer Sport-Interventionsprogramme.
Selbststeuerung, Selbstregulation, Sportteilnahme, Alterssport, PSI-Theorie, Handlungs- und Lageorientierung, Volition, Motivation, Gesundheitspsychologie, Willenshemmung, Selbstkontrolle, Senioren, Sportengagement, Motivationspsychologie, Handlungsumsetzung.
Die Arbeit untersucht die psychologischen Hintergründe, warum ältere Menschen trotz vorhandener Absicht oft Schwierigkeiten haben, eine regelmäßige und dauerhafte sportliche Aktivität aufrechtzuerhalten.
Die zentralen Felder sind Sportgerontologie, Motivationspsychologie, Volitionsforschung sowie die theoretische Anwendung der PSI-Theorie (Persönlichkeits-System-Interaktionen) von Julius Kuhl im Kontext des Alterssports.
Das Ziel ist es zu klären, ob Unterschiede in den Selbststeuerungsstrategien zwischen langjährig aktiven Senioren und Personen, die beim Sport „fluktuieren“ oder scheitern, die Grundlage für eine erfolgreiche Handlungsumsetzung bilden.
Die Untersuchung folgt einem Ex-post-Facto-Design, in dem quantitativ mittels standardisierter Fragebögen (SSI-K, HAKEMP) und qualitativ durch Leitfadeninterviews Daten erhoben und statistisch verglichen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriearbeit zur Selbststeuerung (PSI-Theorie), die Beschreibung der untersuchten Gruppen und Untersuchungsmaterialien sowie die umfangreiche statistische Auswertung der Ergebnisse.
Entscheidende Begriffe sind Selbststeuerung (als Oberbegriff), Selbstregulation (emotional positiv aufgeladen), Selbstkontrolle (extrinsisch geprägt), Willenshemmung und Handlungs- vs. Lageorientierung.
Die Arbeit zeigt, dass oft keine fehlende Motivation, sondern eine mangelnde Fähigkeit zur „Willensbahnung“ bei auftretenden Schwierigkeiten vorliegt; Betroffene tendieren dazu, bei Hürden in eine „Lageorientierung“ (Grübeln) zu verfallen.
Dabeibleiber zeichnen sich durch eine höhere prospektive Handlungsorientierung aus, die es ihnen ermöglicht, sich unter stressigen Bedingungen besser selbst zu motivieren, anstatt durch innere Hemmungen blockiert zu werden.
Es wird empfohlen, keine „Gießkannen-Motivation“ zu betreiben, sondern eine individuelle Diagnostik der volitionalen Kompetenzen zu nutzen und durch Mentorensysteme (Sportpaten) die Umsetzung der Absicht in die Tat zu erleichtern.
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