Diplomarbeit, 2008
139 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1. Privathandel über das Internet
1.2. Thema und Ziel der Arbeit
1.3. Forschungstand
1.4. Soziologische Relevanz
1.5. Überblick
2. Begriffsklärung
2.1. Interaktion unter Risiko und ihre Akteure
2.2. Der Vertrauensbegriff
2.3. Der Risikobegriff
3. Der Rationalitätstheoretische Ansatz
3.1. Die Rational-Choice-Theorie
3.1.1. Entwicklung und Einordnung in den Sozialwissenschaften
3.1.2. Modelle des Rational-Choice-Ansatzes
3.1.3. Kernannahmen
3.1.4. Umstrittene Annahmen und die Festlegung für die Fallstudie
3.1.5. Kritik von Rational-Choice-Erklärungen
3.1.6. Überprüfungsstrategie des RC-Modells
3.2. Psychologische Verhaltenstheorie als Ergänzung der RCT
3.3. Die Rational-Choice-These der Zeitallokation
4. Ableitung der Hypothesen
4.1. Bezugnahme auf Vertrauen
4.2. Erfahrung und Reputation
4.3. Nutzenmaximierung und Risiko
4.4. Das Kosten-Nutzen-Kalkül
4.5. Individuelle Restriktionen
4.6. Vertrauensseeligkeit und Risikobereitschaft
4.7. Allokation der Zeit
4.8. Modell der Wirkungsbeziehungen
5. Forschungsdesign
5.1. Untersuchungsgegenstand und Forschungsziel
5.2. Das Forschungsfeld
5.3. Zur Stichprobenziehung
5.4. Pretest und Nachuntersuchung
5.5. Der Fragenkatalog
5.6. Gütekriterien der Datenerhebung
5.7. Operationalisierung der Konstrukte
5.7.1. Vertrauen
5.7.2. Risikoabsorption
5.7.3. Risiko
5.8. Untersuchungsspezifische Hypothesen
6. Ergebnisse der Umfrage
6.1. Soziodemographische Schwerpunkte
6.2. Erfahrungen und Kaufentscheidung
6.3. Pro und Contra der Kaufentscheidung
6.4. Risikoabsorption durch Informationsbeschaffung
6.5. Erfahrungen und Risikoabsorption
6.6. Die Wirkung der Reputation
6.7. Erwartungsnutzen, potentieller Schaden und Restriktionen
6.8. Rationales Kalkül und Investition in Sicherheit
6.9. Restriktionen und Handlungsspielraum
6.10. Vertrauensseeligkeit und Risikofreude
6.11. Die Allokation der Zeit
7. Zusammenfassung, Interpretation und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Entscheidungsverhalten von Käufern auf dem Anzeigenportal "markt.de" unter Unsicherheit, um die Erklärungsstärke des Rational-Choice-Ansatzes in diesem spezifischen Kontext zu überprüfen. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwieweit Individuen Vertrauen schenken und unter welchen Bedingungen sowie mit welchem Aufwand sie in Informationsbeschaffung investieren, um ihre Unsicherheit zu reduzieren.
3.1.1. Entwicklung und Einordnung in den Sozialwissenschaften
Die RCT hat sich in den Sozialwissenschaften zu einer bedeutungsvollen Theorie als individualistisches Paradigma der Handlungstheorie entwickelt. Als ursprünglich ökonomische Theorie hilft sie bei der Erklärung sozialer Phänomene insbesondere auf der Mikroebene. „Sie [Die ökonomische Theorie] erlaubt die Modellierung der Dynamik sozialer Beziehungsformen mit ihren emergenten Struktureffekten als Folge strukturvermittelten Handelns“ (Müller/ Schmid, 1989, S. 11).
Die Rationale Wahl als Theoriezweig der Logik hat einen frühen Ursprung. Im Werk von Aristoteles der „Nikomachischen Ethik“ (322 v. Chr) beschreibt Aristoteles die rationale Wahl als zentral für das Ziel des Lebens: die Eudaimonie6. Rationalität sei ein Instrument um Ziele oder Zustände zu erreichen, welche selbst nicht von Vernunft bestimmt sind (vgl. Aristoteles, 1980, S.54). „Choice is deliberate desire“, oder in anderen Worten „choice is a desire and reasoning with a view to an end“(Aristoteles, 1980, S.139). Die rationale Wahl ist demnach dann rational, wenn es mit dem übereinstimmt was eine Person bevorzugt oder wünscht. Sie bezieht sich außerdem auf Erwartungen und zukünftige Ergebnisse einer Handlung. Damit legt Aristoteles den Grundstein für die rationalitätstheoretische Annahme der instrumentellen Handlung im Sinne der eigenen Präferenzen mit einem Handlungsziel.
1. Einführung: Dieses Kapitel beschreibt die wachsende Bedeutung des privaten Online-Handels, formuliert das Ziel der Arbeit sowie die Forschungsfragen und gibt einen Überblick über den Aufbau der Studie.
2. Begriffsklärung: Hier werden die zentralen Begriffe der Arbeit, insbesondere die Interaktionsbeziehung, das Vertrauen und das Risiko, theoretisch definiert und eingegrenzt.
3. Der Rationalitätstheoretische Ansatz: Dieses Kapitel erläutert die Rational-Choice-Theorie, ihre Modelle, Kernannahmen sowie Kritikpunkte und dient als theoretisches Fundament der Untersuchung.
4. Ableitung der Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden hier kausale Hypothesen abgeleitet, die den Einfluss von Vertrauen, Erfahrung, Nutzenmaximierung und Restriktionen auf das Handeln untersuchen.
5. Forschungsdesign: Das Kapitel beschreibt die quantitative Online-Umfrage, die Stichprobenziehung, die Operationalisierung der Konstrukte und die Vorgehensweise der empirischen Datenerhebung.
6. Ergebnisse der Umfrage: Hier werden die gewonnenen Daten statistisch ausgewertet und die aufgestellten Hypothesen auf ihre Falsifizierbarkeit geprüft.
7. Zusammenfassung, Interpretation und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, bettet sie in den theoretischen Kontext ein und gibt Empfehlungen für die wissenschaftliche Weiterarbeit.
Rational-Choice-Theorie, Vertrauen, Risiko, Online-Handel, markt.de, Nutzenmaximierung, Informationsbeschaffung, Risikoabsorption, Soziologie, Individualismus, Kaufentscheidung, Reputation, Zeitallokation, Verhaltenstheorie, Empirische Sozialforschung.
Die Arbeit analysiert das Entscheidungsverhalten von Privatpersonen bei Einkäufen über das Online-Anzeigenportal "markt.de" unter besonderer Berücksichtigung von Risiko und Vertrauen.
Die zentralen Themen sind individuelle Entscheidungsprozesse bei informellen Online-Transaktionen, die Rolle von Erfahrungen, Kosten-Nutzen-Kalkulationen und die Anwendung rationaler Handlungstheorien.
Das Ziel ist es, die Erklärungsstärke des Rational-Choice-Ansatzes für Entscheidungen unter Unsicherheit zu überprüfen und zu analysieren, wie Nutzer durch Informationsbeschaffung ihre Unsicherheit mindern.
Die Studie nutzt einen deduktiv-nomologischen Ansatz mit einer quantitativen Online-Befragung von 2327 Nutzern des Portals, deren Daten statistisch mittels Regressions- und Varianzanalysen ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung auf Basis der Rational-Choice-Theorie und eine empirische Fallstudie, die Hypothesen über Vertrauen, Erfahrung und Nutzenmaximierung testet.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Rational-Choice, Vertrauensproblematik, Risikoabsorption, Online-Kleinanzeigen, Nutzenmaximierung und empirische Theorieprüfung aus.
Die Studie untersuchte die Rolle des "Prüfsiegels". Es konnte jedoch kein signifikanter Effekt des Siegels auf eine verringerte Informationsbeschaffung festgestellt werden, was möglicherweise an dessen geringer Verbreitung zum Zeitpunkt der Erhebung lag.
Es zeigte sich, dass das Einkommen zwar einen Einfluss auf die Investitionsbereitschaft in Sicherheit hat, jedoch kaum einen Effekt auf die allgemeine Informationsbeschaffung vor dem Kauf ausübt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

