Diplomarbeit, 2007
61 Seiten, Note: 1,3
Ausgangspunkt
Teil 1: Bestandsanalyse: vier Fallbeispiele aktuellen Designs
1. 1 Bless: Pelzperücke
1.2 Fabrics interseason: Collection constructed normality # modern nerves
1.3 Front Design: Sketch Furniture
1.4 5.5 designers: Second Life
Fazit I
Teil 2: Cultural Hacking: Eine geeignete Erklärung?
Der Begriff und seine Herleitung
Die Betrachtungsperspektive
Die Absicht
Cultural Hacking: Eine Kritik
Fazit II
Teil 3: Kunst und Design versus Cultural Hacking
Marcel Duchamp: Pionier des Cultural Hackings?
Der Flaschentrockner
Marcel Duchamps Kunst- und Lebensphilosophie
Fazit III
Droog Design – Alternative Designansätze
Vergleichende Betrachtung
Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das sich wandelnde Verhältnis zwischen Kunst und Design vor dem Hintergrund einer zunehmend individualisierten und digitalisierten Gesellschaft. Dabei wird analysiert, wie zeitgenössische Avantgarde-Designer durch subversives, oft an künstlerische Konzepte angelehntes Arbeiten die traditionellen Grenzen funktionaler Gestaltung hinterfragen und welche Bedeutung dieses Phänomen im Kontext von "Cultural Hacking" und Marketingstrategien einnimmt.
1.1 BLESS: Pelzperücke
Das Label BLESS aus Berlin entwirft 1996 Kopfschmuck aus edlem Tierfell, dessen Musterung an einen Dachspelz erinnert. Die kunstvoll gearbeitete Kopfbedeckung aus Tierhaaren ist dem Kopf des Trägers in der Art einer Perücke angepasst und wird dadurch Teil seines Körpers. Sie bestimmt und verändert die Außenwirkung des Trägers entscheidend.
Der Betrachter kann sich den fremden, animalischen Reizen, die damit verbunden sind, kaum entziehen. Der Träger selbst wird, ungeachtet seines sonstigen Outfits, zumindest für den Bruchteil einer Sekunde, zum Tier. Gleichzeitig werden Erinnerungen wach an die Vokuhila-Frisur der 80er Jahre, in denen Männer kurze Haare vorn mit langer Nackenpartie hinten trugen. Durch die unterschiedlichen Assoziationen stark irritiert, ist sich der Betrachter nicht sicher, ob es sich bei dem Kopfschmuck um ein modisches Accessoire, eine Perücke oder die ironische Imitation einer Frisur handelt, die man schon fast vergessen hatte.
Teil 1: Bestandsanalyse: vier Fallbeispiele aktuellen Designs: Anhand von vier ausgewählten Arbeiten (Bless, Fabrics interseason, Front Design, 5.5 designers) wird aufgezeigt, wie heutige Designer gängige Vorstellungen von Funktion und Form durch individuelle, teils provokante Ansätze unterwandern.
Teil 2: Cultural Hacking: Eine geeignete Erklärung?: Dieser Abschnitt beleuchtet den Begriff "Cultural Hacking" als Strategie, die künstlerische Subversion und Zweckentfremdung für ökonomische Zwecke nutzbar zu machen.
Teil 3: Kunst und Design versus Cultural Hacking: Hier wird der historische Bezug zu Marcel Duchamp und dem Ready-made hergestellt, um das innovative Potenzial und die Grenzen des heutigen Designs sowie die Kritik am rein marketingorientierten "Cultural Hacking" zu verdeutlichen.
Design, Kunst, Cultural Hacking, Ready-made, Subversion, Funktionalität, Identität, Produktdesign, Avantgarde, Zweckentfremdung, Marketing, Gesellschaftskritik, Ästhetik, Konsumverhalten, Innovation.
Die Arbeit befasst sich mit der Auflösung der klassischen Grenzen zwischen Kunst und Design und analysiert, wie moderne Designer auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren.
Die Themenfelder umfassen die Neudefinition von Design, die Rolle des Nutzers, den Einfluss von Digitalisierung auf das Produktverständnis und die ökonomische Vereinnahmung künstlerischer Strategien.
Das Ziel ist es, neue Designansätze zu untersuchen, die sich einer einfachen funktionalen Einordnung entziehen, und deren theoretische Verortung im Kontext des "Cultural Hacking" kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Bestandsanalyse von vier Fallbeispielen und setzt diese in Beziehung zu kulturwissenschaftlichen Theorien und historischen Kunstströmungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse aktueller Designphänomene, eine theoretische Exkursion zum Cultural Hacking sowie einen Vergleich mit dem Wirken von Marcel Duchamp.
Zu den zentralen Begriffen zählen Design, Kunst, Subversion, Identität, Zweckentfremdung und Cultural Hacking.
Während die künstlerische Zweckentfremdung oft kritisch oder subversiv agiert, betrachten die Autoren des Cultural Hacking diese Strategie primär als Methode zur kommerziellen Absatzförderung und zur Entdeckung von Marktpotenzialen.
Duchamp wird angeführt, da er mit seinen Ready-mades als Erster radikal die konventionellen ästhetischen Vorstellungen von Kunst und Gebrauchsgegenständen in Frage stellte und damit eine philosophische Basis legte, die heute viele Avantgarde-Designer beeinflusst.
Sie liefert den empirischen Beleg dafür, dass modernes Design zunehmend kommunikative und konzeptionelle Aufgaben übernimmt, die über die reine funktionale Gestaltung weit hinausgehen.
Die Autorin kritisiert, dass der Cultural Hacking-Ansatz künstlerische Praktiken einseitig auf ihre formale Verwertbarkeit reduziert und dabei die tiefergehenden ethischen sowie philosophischen Absichten der jeweiligen Künstler vernachlässigt.
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