Bachelorarbeit, 2023
87 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Therapeutisches Reiten
2.1 Hippotherapie
2.2 Reittherapie
2.3 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
2.4 Pferdesport für Menschen mit Behinderung
3 Erziehungswissenschaftliche Perspektive
3.1 Klärung relevanter Grundbegriffe
3.2 Heilpädagogik: Eine erziehungswissenschaftliche Disziplin
3.3 Das Beziehungsdreieck beim Heilpädagogischen Reiten
3.4 Das Pferd als Co-Pädagoge
3.5 Elternarbeit als pädagogische Aufgabe beim Heilpädagogischen Reiten
3.6 Exkurs: Erlebnispädagogik mit dem Pferd
4 Das Heilpädagogische Reiten
4.1 Zielgruppe
4.2 Pädagogische Zielsetzung
4.3 Rahmenbedingungen und Voraussetzungen
4.3.1 Der:die Reitpädagog:in
4.3.2 Das Therapiepferd
4.3.3 Das Therapiesetting
4.3.4 Der:die Klient:in
4.4 Wirkungsweisen des Pferdes
4.4.1 Körperliche Wirkung
4.4.2 Soziale Wirkung
4.4.3 Emotionale Wirkung
4.4.4 Motivationale Wirkung
4.5 Förderdimensionen des Heilpädagogischen Reitens
4.5.1 Motorischer und körperlicher Bereich
4.5.2 Kognitiver und individueller Bereich
4.5.3 Sozialer und emotionaler Bereich
4.5.4 Zwischenfazit
4.6 Ablauf und methodisches Vorgehen
5 Wirkungsnachweise
5.1 Projekt „Horse Kids“
5.2 Modellprojekt „Jim Knopf“
5.3 Studie „tapfer – Therapeutische Arbeit mit dem Pferd“
5.4 Studie „Mit Pferden erziehen“
5.5 Bass et al. (2009)
5.6 Gabriels et al. (2015)
5.7 Gabriels et al. (2018)
5.8 Petty et al. (2017)
5.9 Kemeny et al. (2022)
5.10 Weitere Studien
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Heilpädagogische Reiten aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive. Das Hauptziel besteht darin, auf Basis der rund 50-jährigen Geschichte und aktueller empirischer Studien eine fundierte Bilanz über die pferdegestützte pädagogische Arbeit zu ziehen und deren Wirksamkeit sowie Grenzen bei verschiedenen Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten aufzuzeigen.
3.4 Das Pferd als Co-Pädagoge
Bei der pferdegestützten Heilpädagogik nimmt das Pferd im Beziehungsdreieck die Rolle des Co-Pädagogen ein. Die speziellen Eigenschaften, die es für diese Rolle qualifizieren, werden im folgenden Abschnitt erläutert.
In der pädagogischen Beziehung zwischen Pädagog:in und Klient:in kann es zu Verunsicherungen und Missverständnissen kommen, da zwischenmenschliche Kommunikation verbal und nonverbal, über Tonfall, Stimmlage, Mimik, Gestik und Körperausdruck, stattfindet. Eine Diskrepanz der verbalen und nonverbalen Mitteilungen, der verhaltensauffällige Menschen besonders ausgeliefert sind, kann zu Unsicherheiten, Rückzug und scheinbarer Lustlosigkeit von Klient:innen führen (vgl. Voßberg 1990, S. 158f.). Im Gegensatz dazu bietet das Pferd Klient:innen eine klare, unverschlüsselte Form der Kommunikation an, da es ausschließlich nonverbal mit dem Menschen kommuniziert und sich nicht verstellen kann. Die Ursache-Wirkungs-Beziehung dieser Kommunikation ist eindeutig und daher leicht zu erkennen und zu akzeptieren (vgl. Breiter 1995, S. 152). Das Pferd kommuniziert also nonverbal und somit eindeutig mit dem Menschen. Darüber hinaus unterscheidet es nicht zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wodurch es immer situationsabhängig und mit Gegenwartsbezug reagiert (vgl. Stoffl 2002, S. 52).
Neben der klaren Kommunikationsstruktur qualifizieren die Beziehungsinhalte des Pferdes es als Co-Pädagogen. Hierbei handelt es sich um Zuwendung, Abgrenzung, Eindeutigkeit und Offenheit – Beziehungsinhalte, die sich weitgehend mit denen, die von Pädagog:innen gefordert werden, decken.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Verbundenheit zwischen Mensch und Pferd und skizziert die Entwicklung des Pferdes vom Nutztier zum Sport- und Freizeitpartner sowie dessen Potenzial für pädagogische und therapeutische Zwecke.
2 Therapeutisches Reiten: Das Kapitel definiert den Oberbegriff des Therapeutischen Reitens und grenzt dessen verschiedene Unterbereiche wie Hippotherapie, Reittherapie sowie das Heilpädagogische Reiten voneinander ab.
3 Erziehungswissenschaftliche Perspektive: Hier werden die theoretischen Grundlagen erörtert, insbesondere das Beziehungsdreieck zwischen Klient:in, Reitpädagog:in und Pferd, sowie die Rolle des Pferdes als Co-Pädagoge und die Bedeutung der Elternarbeit.
4 Das Heilpädagogische Reiten: Dieser Abschnitt behandelt die konkrete Ausgestaltung der Methode, angefangen bei Zielgruppen und pädagogischen Zielsetzungen bis hin zu Rahmenbedingungen, dem Therapiesetting und den spezifischen Wirkungsweisen des Pferdes auf verschiedenen Ebenen.
5 Wirkungsnachweise: In diesem Kapitel werden diverse Studien und Modellprojekte, darunter „Horse Kids“ und „Jim Knopf“, vorgestellt, um die Wirksamkeit des Heilpädagogischen Reitens bei verschiedenen psychischen und sozialen Störungsbildern empirisch zu belegen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Stärken der ganzheitlichen Förderung, räumt aber auch Grenzen der Methode ein und formuliert den Bedarf an weiterer wissenschaftlicher Forschung.
Heilpädagogisches Reiten, Therapeutisches Reiten, Pädagogik, Co-Pädagoge, Beziehungsdreieck, Autismus, ADHS, Sozialverhalten, Entwicklungsförderung, Psychomotorik, Emotionale Regulation, Motivation, Inklusion, Pferd-Mensch-Beziehung, Wirkungsforschung
Die Arbeit befasst sich mit dem Heilpädagogischen Reiten, seiner erziehungswissenschaftlichen Fundierung, den methodischen Ansätzen und dessen Wirksamkeit bei der Förderung von Menschen mit Behinderungen oder Verhaltensauffälligkeiten.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der pferdegestützten Pädagogik, die Rolle des Pferdes als Co-Pädagoge, methodische Aspekte der Umsetzung sowie eine kritische Analyse empirischer Studien zur Wirksamkeit der Methode.
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand des Heilpädagogischen Reitens wissenschaftlich aufzuarbeiten, die Wirkungsweise der pferdegestützten Arbeit zu beleuchten und deren Erfolg durch die Analyse vorhandener Studien zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse sowie die Auswertung zahlreicher nationaler und internationaler Studien und Modellprojekte zum Thema Therapeutisches Reiten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte wie das pädagogische Beziehungsdreieck, praktische Rahmenbedingungen wie das Therapiesetting und die Analyse spezifischer Wirkungsweisen des Pferdes (z.B. physiologisch, motivational, sozial).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Heilpädagogisches Reiten, Autismus, ADHS, Sozialkompetenz, Beziehungsaufbau, Entwicklungsförderung und Ganzheitlichkeit.
Während beim Voltigieren eher gymnastische und turnerische Übungen auf dem Pferderücken im Vordergrund stehen, liegt der Fokus beim Heilpädagogischen Reiten auf der Führung und Kontrolle des Pferdes durch den Klienten selbst.
Da Eltern das soziale Umfeld und die Erziehung maßgeblich prägen, ist ihre Einbindung notwendig, um therapeutische Fortschritte auch im Alltag stabilisieren und langfristige Veränderungen bewirken zu können.
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