Diplomarbeit, 2009
241 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Sozialisation
2.1. Sozialisation/Enkulturation
2.1.1. Die drei Sozialisationsphasen
2.1.2. Die Familie als wichtigste Sozialisationsinstanz
2.2. Kultur
2.2.1. Akkulturation
2.2.2. Der Zusammenhang von Kultur und Erziehung
2.3. Persönlichkeit
2.4. Identität
2.4.1. Soziale Identität und die Identifikation mit der Gruppe
2.4.2. Personale Identität
2.4.3. Aufbau kultureller Identität
3. Sprache
3.1. Sprachtheorien
3.2. Sprache
3.3. Spracherwerb
3.3.1. Muttersprache
3.3.2. Theorien zum Erstspracherwerb
3.3.3. Zweisprachigkeit
3.3.4. Sprache und kultureller Einfluss
3.3.5. Sprache und Identität
3.4. Bildung und Sprache
3.4.1. Bildungserfolg im Kontext von Sprache
3.4.2. Mehrsprachigkeit und Schule
3.4.3. Bedeutung der Schriftsprache für die Sprachentwicklung
4. Empirische Untersuchung zu Unterschieden in der Sozialisation von ein- und zweisprachig Aufgewachsenen – am Beispiel von deutschen Aussiedlern aus Polen
4.1. Gegenstand, Zielsetzung und Fragestellungen der Untersuchung
4.1.1. Gegenstand der Untersuchung: Gruppenauswahl der deutschen Aussiedler aus Polen
4.1.2. Auswahl der Interviewpartner und Kontaktaufnahme
4.1.3. Zielsetzung der Untersuchung
4.1.4. Zentrale Fragestellung des Forschungsgegenstandes
4.2. Leitende Annahmen von Faktoren, die Unterschiede in der Sozialisation beeinflussen können
4.3. Methodische Anlage der Untersuchung
4.3.1. Orientierung an der qualitativen Sozialforschung
4.3.2. Das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung
4.3.3. Beschreibung des methodischen Verlaufs des narrativen Interviews
4.3.4. Die Methode des narrativen Interviews
4.3.5. Ablauf des narrativen Interviews
4.3.6. Zum Transkriptionsverfahren
4.3.7. Die Stichprobe der Erhebung
4.3.8. Das methodische Vorgehen bei der Auswertung der Daten
4.3.9. Auswertung der Datenmaterialien
4.4. Ergebnisse der Erhebung
4.4.1. Allgemeine Anmerkungen zu den Interviews nach deren erster Durchsicht
4.4.2. 1. Schritt der 3. Ebene: Typenbildung jedes Einzelfalles
4.4.3. Zweiter und dritter Schritt der 3. Ebene: Vergleich der Einzelfälle und Abstraktion der daraus entstandenen Typologien
5. Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht die Unterschiede in der Sozialisation zwischen ein- und zweisprachig aufgewachsenen deutschen Aussiedlern aus Polen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob signifikante Unterschiede in den drei Sozialisationsphasen bestehen und wie sich der Sprachumgang auf Identitätsgefühl, Bildungserfolg, Freundeskreis und Partnerwahl auswirkt.
1. Einleitung
Mit der Globalisierung gewinnt das Thema des Zusammenlebens von verschiedenen Kulturen an immer größerer Aktualität. Menschen verlassen, bedingt durch Aussiedlungen, Familienzusammenführungen, politisch oder wirtschaftlich motivierte Flucht ihr Heimatland, um sich ein neues Leben in einem anderen Land aufzubauen.
Deutschland ist mittlerweile eines der wichtigsten Einwanderungsländer der Welt. Hier leben aktuell rund 82 Millionen Einwohner, darunter etwa 15,4 Millionen mit Migrationshintergrund - Tendenz steigend. Dabei liegt der Fokus in der Öffentlichkeit, insbesondere auf türkischen Einwanderern, die den größten Einwanderungsteil in Deutschland ausmachen. Die zweitgrößte Gruppe bilden (Spät-)Aussiedler, die oftmals die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Generell wird in Bezug auf Migrantengruppen häufig der Aspekt des Sprachumgangs diskutiert.
Auch in der vorliegenden Diplomarbeit wird der Sprachumgang untersucht, wobei in diesem Zusammenhang die zentrale Fragestellung dieser Arbeit entstand und zwar ob es Unterschiede in der Sozialisation zwischen ein- und zweisprachig Aufgewachsenendeutschen (Spät-)Aussiedlern aus Polen gibt.
Dazu wurden folgende Fragen thematisiert: Gibt es signifikante Unterschiede innerhalb der drei Sozialisationsphasen? Dazu wurde untersucht, welche Sprachen innerhalb der Familie verwendet wurden und wie die schulischen als auch beruflichen Werdegänge bei den Probanden aussahen. Weiterhin wurden sowohl die Freundeskreise als auch die Partnerwahl auf ihre Zusammensetzung der Nationalitäten hin geprüft. Zuletzt stellte sich die Frage nach dem Identitätsgefühl. Fühlen sich zweisprachig Aufgewachsene aufgrund ihrer Sozialisation eher polnisch und haben einen stärkeren Bezug zu ihrem ursprünglichen Heimatland Polen?
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Globalisierung und Einwanderung ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Sozialisationsunterschiede bei Aussiedlern aus Polen.
2. Sozialisation: Das Kapitel erörtert theoretische Grundlagen der Sozialisation, Enkulturation, Kultur, Persönlichkeit und Identität im Kontext des Aufwachsens.
3. Sprache: Es wird der Spracherwerb thematisiert, wobei auf Sprachtheorien, Muttersprache, Zweisprachigkeit sowie den Zusammenhang von Sprache, Identität und Bildung eingegangen wird.
4. Empirische Untersuchung zu Unterschieden in der Sozialisation von ein- und zweisprachig Aufgewachsenen – am Beispiel von deutschen Aussiedlern aus Polen: Dieser Teil beschreibt die methodische Anlage der qualitativen Forschung sowie die Auswertung der durchgeführten narrativen Interviews mit den acht Probanden.
5. Schlussbetrachtung: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und ein Ausblick für weitere Studien gegeben.
Sozialisation, Enkulturation, Akkulturation, Identität, Sprache, Spracherwerb, Muttersprache, Zweisprachigkeit, Bildung, Aussiedler, Spätaussiedler, qualitative Sozialforschung, narrative Interviews, Migrationshintergrund, Identitätskonflikt
Die Arbeit untersucht, ob es Unterschiede in der Sozialisation zwischen ein- und zweisprachig aufgewachsenen deutschen Spätaussiedlern aus Polen gibt und wie sich dies auf ihren Lebenslauf auswirkt.
Die zentralen Themen sind Sozialisation, Spracherwerb, kulturelle Identität, Bildungserfolg sowie der soziale Umgang innerhalb der Familie und bei der Partnerwahl.
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen den Sprachgruppen zu dokumentieren und zu analysieren, um ein besseres Verständnis für die Sozialisationsprozesse dieser speziellen Migrantengruppe zu gewinnen.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, wobei die Daten mittels narrativer Interviews erhoben und durch eine Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der theoretische Teil beleuchtet Begriffe wie Sozialisation, Enkulturation, Kultur und Identität sowie linguistische Aspekte des Erst- und Zweitspracherwerbs.
Es wurden acht Probanden (junge Erwachsene) befragt, die als Kinder aus Polen aussiedelten, wobei darauf geachtet wurde, dass sie keine akademisch gebildeten Elternteile hatten.
Ja, Kamil und andere Probanden verdeutlichen, dass das Alter bei der Einreise und die damit verbundene soziale Integration maßgeblich Schwierigkeiten beim Spracherwerb beeinflussen können.
Die Reaktionen reichen von Scham in der Schulzeit bis hin zur bewussten Auseinandersetzung mit der Identität durch Polnisch-Kurse oder die Pflege familiärer Traditionen im Erwachsenenalter.
Die Arbeit bestätigt, dass das Elternhaus eine Schlüsselrolle spielt, wobei eine systematische Förderung sowohl in Deutsch als auch in der Muttersprache besonders förderlich für den Bildungsweg ist.
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