Bachelorarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Über die Relativität typologischer Systeme
3 Die Typologie von Carl Gustav Jung
3.1 Einführung
3.2 Das Kompensationsprinzip von C.G. Jung
3.3 Die vier Bewusstseinsfunktionen in der Typologie
3.4 Extraversion und Introversion
3.4.1 Extraversion
3.4.1.1 Einstellung des Bewusstseins
3.4.1.2 Einstellung des Unbewussten
3.4.1.3 Extravertierter Denktypus
3.4.1.4 Extravertierter Fühltypus
3.4.1.5 Extravertierter Empfindungstypus
3.4.1.6 Extravertierter intuitiver Typus
3.4.2 Introversion
3.4.2.1 Einstellung des Bewusstseins
3.4.2.2 Einstellung des Unbewussten
3.4.2.3 Introvertierter Denktypus
3.4.2.4 Introvertierter Fühltypus
3.4.2.5 Introvertierter Empfindungstypus
3.4.2.6 Introvertierter Intuitiver Typus
3.4.3 Hauptfunktion und Hilfsfunktion
3.4.4 Zusammenfassung
4 Einführung in systemtheoretische Fachbegriffe
4.1 Code
4.2 Autopoiesis
4.3 Selbstorganisation
4.4 Feedback
5 Homöostase und Persönlichkeit
5.1 Zum Konzept der Homöostase in Bezug auf die Physiologie
5.2 Psychische Homöostase im psychologischen Kontext
5.3 Psychische Homöostase im systemtheoretischen Kontext
5.4 Über die Zweckmäßigkeit der Homöostase
5.5 Zusammenfassung
6 Homöostase und die Typologie von C.G. Jung
6.1 Homöostase, Selbstorganisation und Kompensation
6.2 Bewusstseinsfunktionen und Homöostase
6.3 Feedback und Homöostase
6.4 Störungen und Homöostase
6.5 Therapie und Homöostase
6.6 Zusammenfassung
7 Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist es, das Kompensationsprinzip aus der Typologie von C.G. Jung in den erweiterten Kontext des homöostatischen Konzepts zu überführen und dabei systemtheoretische Paradigmen als verbindendes Element zu nutzen, um die Psyche als sich selbst regulierendes System zu verstehen.
3.2 Das Kompensationsprinzip von C.G. Jung
Jung (2003) ging davon aus, dass das Unbewusste kompensatorisch im Hinblick auf die bewusste Einstellung des Individuums agiere. Das Psychologische Lexikon definiert Kompensation als „Ausgleich, Ersatz, wechselseitige Aufhebung entgegenwirkender Kräfte.“ (Dorsch Psychologisches Lexikon, 2004, S.495). Jung definiert Kompensation folgendermaßen:
Kompensation bedeutet Ausgleichung oder Ersetzung.[...] Während Adler seinen Begriff der Kompensation auf die Ausgleichung des Minderwertigkeitsgefühles einschränkt, fasse ich den Begriff der Kompensation allgemein als funktionelle Ausgleichung, als Selbstregulation des psychischen Apparates auf. In diesem Sinne fasse ich die Tätigkeit des Unbewußten als Ausgleichung der durch die Bewußtseinsfunktion erzeugten Einseitigkeit der allgemeinen Einstellung auf. (Jung, 2003, S.157)
Das Bewusstsein sei laut Jung (2003) eine auswählende Instanz. Eine Auswahl erfordere gemeinhin eine Art von Selektion, die bestimmte Inhalte auswähle, bevorzuge und damit andere ausschließe. Daraus entstehe seiner Ansicht nach eine gewisse Einseitigkeit bzw. ein Ungleichgewicht der bewussten Orientierung, wodurch die nicht selektierten Inhalte ins Unbewusste abgedrängt bzw. ausgeschlossen werden. Je nach Grad des Ungleichgewichts entstehen unbewusst gewisse ausgleichende, regulierende Tendenzen, die Jung als kompensatorisch auffasste. Anders gesagt entsteht eine Spannung (bzw. ein energetischer Überschuss), welche durch das Unbewusste kompensiert respektive reduziert werde müsse (s. Abb. 3). Diese von Jung verfasste Tendenz zur Spannungsreduktion – auch Kompensation genannt – ähnelt der von Freud formulierten Trägheitshypothese die besagt, dass ein System versucht möglichst spannungsfrei zu bleiben (Fuchs, 1998). Sofern die Einstellung des Bewusstseins nun kein allzu extremes Maß annehme, bleibe es bei einer kompensatorischen Beziehung von Seiten des Unbewussten, die dem Zweck einer Ausgleichung (oder Ergänzung) der bewussten Orientierung diene und zum Beispiel durch Träume einen Angleich derjenigen Inhalte bewirke, die im Wachzustand vom Bewusstsein ausgeschlossen werden.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der psychischen Homöostase ein und beschreibt das Ziel, Jungs Typologie als autopoietisches System zu interpretieren.
2 Über die Relativität typologischer Systeme: Dieses Kapitel erörtert kritisch die Notwendigkeit und Problematik der Klassifizierung menschlicher Persönlichkeitstypen.
3 Die Typologie von Carl Gustav Jung: Es erfolgt eine detaillierte Darlegung der Jungschen Typologie, der vier Bewusstseinsfunktionen sowie des Konzepts der Kompensation.
4 Einführung in systemtheoretische Fachbegriffe: Hier werden grundlegende Konzepte wie Code, Autopoiese, Selbstorganisation und Feedback für die systemtheoretische Analyse erläutert.
5 Homöostase und Persönlichkeit: Dieses Kapitel verbindet das physiologische Konzept der Homöostase mit psychologischen Theorien zur Selbstregulation des Individuums.
6 Homöostase und die Typologie von C.G. Jung: Der Hauptteil verknüpft das Jungsche Kompensationsprinzip mit systemtheoretischer Homöostase und untersucht dabei auch Störungen und Therapiemöglichkeiten.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit systemtheoretischer Ansätze auf die Analytische Psychologie.
Homöostase, Persönlichkeit, C.G. Jung, Kompensation, Systemtheorie, Autopoiese, Feedback, Selbstregulation, Psychologie, Bewusstseinsfunktionen, Extraversion, Introversion, Gleichgewicht, Psychische Störungen, Analytische Psychologie
Die Arbeit untersucht die Beziehung zwischen C.G. Jungs psychologischem Konzept der Kompensation und dem systemtheoretischen Prinzip der Homöostase.
Die zentralen Felder sind die Analytische Psychologie, die Allgemeine Systemtheorie, die Psychophysiologie sowie die Verbindung von Persönlichkeitspsychologie und Selbstregulationsmechanismen.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Jungsche Typologie implizit ein homöostatisches System annimmt, das darauf abzielt, ein relatives psychisches Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die Konzepte der Analytischen Psychologie und der Systemtheorie vergleicht, analysiert und in einen gemeinsamen theoretischen Rahmen stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Jungschen Typologie, die Definition systemtheoretischer Fachbegriffe, die Übertragung der Homöostase auf die Psyche und die konkrete Anwendung dieser Begriffe auf die Jungschen Funktionen.
Homöostase, Kompensation, Systemtheorie, Autopoiese, Extraversion/Introversion, Selbstregulation, Feedback und psychisches Gleichgewicht.
Das Unbewusste fungiert als regulatorische Instanz, die einseitige bewusste Einstellungen kompensiert, um das psychische Gleichgewicht wiederherzustellen.
Störungen werden als notwendige, wenn auch extreme Versuche des Systems verstanden, eine durch zu einseitige bewusste Orientierung entstandene Spannungsdiskrepanz über Feedbackmechanismen auszugleichen.
Feedback ermöglicht es, die kompensatorischen Reaktionen zwischen Bewusstsein und Unbewusstem als selbstregulierende Schleifen zu interpretieren, die eine Stabilität der Persönlichkeitsstruktur gewährleisten sollen.
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