Doktorarbeit / Dissertation, 2008
209 Seiten, Note: magna cume laude
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Forschungsmethodik
1.3 Struktur der Arbeit
2. Bionik im Überblick
2.1 Bionik im Schrifttum
2.1.1 Begriffsklärung und Grundverständnis
2.1.2 Teilgebiete der Bionik
2.1.3 Zusammenfassung
2.2 Beispiele bionischer Produkte
2.2.1 Beispiel: Lotus-Effekt
2.2.2 Beispiel: Haifischhaut
2.2.3 Beispiel: Unterwasser-Modem
2.2.4 Beispiel: Anti-G-Anzug
2.3 Bionik in der Praxis
2.3.1 Vorgehensweise
2.3.2 Biologische Grundlagenforschung
2.3.3 Bionisches Arbeiten
2.3.4 Technische Umsetzung
2.4 Zusammenfassung
3. Produktentwicklung im Überblick
3.1 Produktentwicklungsmethodik
3.1.1 VDI-Richtlinie 2221
3.1.2 Alternative Beschreibungen der Vorgehensweise
3.1.3 Weitere Aspekte der Produktentwicklung
3.2 Strategien, Methoden, Werkzeuge und Hilfsmittel
3.2.1 Strategien
3.2.2 Sachmethoden
3.2.3 Organisationsmethoden
3.2.4 Werkzeuge und Hilfsmittel
3.3 Konstruktionsarten
3.3.1 Neukonstruktion
3.3.2 Anpassungskonstruktion
3.3.3 Variantenkonstruktion
3.3.4 Zusammenfassung
3.4 Entwicklung technischer Systeme
3.4.1 Evolution technischer Systeme
3.4.2 Entwicklungstrends technischer Systeme
3.5 Zusammenfassung
4. Lösungsfindung
4.1 Lösungsfindung in der Praxis
4.1.1 IPE-Projekt: Schleifgerät
4.1.2 IPE-Projekt: Carving-Hilfe
4.1.3 IPE-Projekt: Ampel-Informations-System
4.1.4 Ideenfindung durch Wettbewerbsanalyse
4.1.5 Ideenfindung durch nichttechnische Assoziation
4.2 Exkurs in die Analogielehre
4.2.1 Analogien aus philosophischer Sicht
4.2.2 Analogien aus psychologischer Sicht
4.2.3 Analogiearten
4.3 Analogiebildung in der Produktentwicklung
4.3.1 Analogien und Kreativitätstechniken
4.3.2 Analogien und das Konzept der Wiederverwendung
4.3.3 Lösungsfindung und das Werkzeug „Bionik“
4.4 Thesen
5. Modelle für das bionische Arbeiten
5.1 Übertragungsmodelle für die Bionik
5.1.1 Modell von Hill
5.1.2 Modell von Küppers
5.1.3 SFT-Methode nach Rummel
5.1.4 Bionisches Vorgehensmodell nach Gramann
5.1.5 Ilmenauer Bionic Algorithm
5.1.6 Zusammenfassung und Kritik
5.2 Bionisches Analogiemodell
5.2.1 Vorbetrachtungen
5.2.2 Analogiebildung als Mapping-Prozess
5.2.3 Verallgemeinerung des Analogiemodells
5.2.4 Diskussion des Analogiemodells
5.3 Analogiebildung als Kommunikationsprozess
5.3.1 Vorbetrachtungen
5.3.2 Kommunikation zwischen Biologen und Ingenieuren
5.3.3 Barrieren des interdisziplinären Wissenstransfers
5.3.4 Weitere Dimensionen des Kommunikationsmodells
5.4 Zusammenfassung
6. Methoden und Werkzeuge der Bionik
6.1 Unterstützung der Kommunikation zwischen Experten und Laien
6.1.1 Vorbetrachtungen
6.1.2 Triadengespräche und interpunktierte Erzählungen
6.1.3 Diskussion des Ansatzes
6.2 Bestehende Ansätze zur Unterstützung des Wissenstransfers
6.2.1 Kataloge biologischer Konstruktionen
6.2.2 Digitaler Katalog biologischer Konstruktionen
6.2.3 Assoziationslisten
6.2.4 Grundprinzipien biologischer Systeme
6.2.5 Gesetzmäßigkeiten und allgemeingültige Regeln
6.2.6 TRIZ und Bionik
6.2.7 Zusammenfassung
6.3 Konzept eines Unterstützungssystems für das bionische Arbeiten
6.3.1 Vorbetrachtungen
6.3.2 Wikis und semantische Wikis
6.3.3 Ontologie des Unterstützungssystems
6.3.4 Anmerkungen zur prototypischen Umsetzung
6.3.5 Prototypische Umsetzung mit Semantic MediaWiki
6.3.6 Zusammenfassung und Diskussion
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Grenzen eines fachübergreifenden Wissenstransfers zwischen Biologie und Technik aus der Perspektive der Produktentwicklung, mit dem primären Ziel, Methoden und Werkzeuge zur systematischen Unterstützung des bionischen Arbeitens zu entwickeln.
2.2.1 Beispiel: Lotus-Effekt
Der von BARTHLOTT und NEINHUIS in [BN97; BN98; BNC04] beschriebene Lotus-Effekt gilt als das Vorzeigebeispiel der Bionik schlechthin. Er bezeichnet die Fähigkeit natürlicher Oberflächen zur Selbstreinigung. Der Lotus-Effekt basiert auf einer stark reduzierten Adhäsion von Wasser. Das abfließende Wasser trägt Partikel, die auf der Oberfläche haften, davon und reinigt sie auf diese Weise. Der Effekt wurde von BARTHLOTT und NEINHUIS zwar nach der Lotuspflanze benannt, jedoch ist anzumerken, dass er nicht auf diese beschränkt ist. Das Prinzip der Selbstreinigung ist in der Pflanzenwelt weit verbreitet und ist darüber hinaus auch bei Insekten zu finden. So sind z. B. Libellen und Schmetterlinge im Gegensatz zu anderen Insekten nicht in der Lage, ihre Flügel mit den Beinen zu reinigen; die Größe ihrer Flügel hindert sie daran. Die Reinigung erfolgt durch den Lotus-Effekt [BN98, S. 290 f.].
Beim Lotus-Effekt kommen zwei physikalische Prinzipien zum Tragen. Zum einen lässt sich feststellen, dass selbstreinigende Oberflächen eine hydrophobe (wasserabweisende) Schicht aufweisen. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Wachsschicht. Bei Pflanzen wird sie als extrazelluläre Schicht über der Epidermis ausgeprägt und heißt Cuticula. Diese Schicht ändert die Grenzflächenspannungen zwischen Luft, Wasser und Blattoberfläche mit der Folge, dass der Kontaktwinkel zwischen Flüssigkeit und Oberfläche vergrößert wird und sich auf den benetzten Blättern Wassertropfen ausbilden.
1 Einleitung: Beschreibt die Motivation für Innovationen in der Produktentwicklung, die Relevanz der Bionik und die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Bionik im Überblick: Vermittelt ein Grundverständnis der Bionik, erläutert ihre Teilgebiete und analysiert anhand von Fallbeispielen die praktische Anwendung sowie die Herausforderungen des bionischen Arbeitens.
3 Produktentwicklung im Überblick: Skizziert die methodischen Grundlagen der Produktentwicklung, stellt Vorgehensmodelle vor und diskutiert die Einordnung bionischer Ansätze in den klassischen Konstruktionsprozess.
4 Lösungsfindung: Analysiert den Prozess der Lösungsfindung, untersucht die theoretischen Grundlagen der Analogiebildung und zeigt deren Rolle als Werkzeug in der industriellen Praxis auf.
5 Modelle für das bionische Arbeiten: Diskutiert existierende Übertragungsmodelle und entwickelt ein neues bionisches Analogiemodell sowie ein Modell für die fachübergreifende Kommunikation.
6 Methoden und Werkzeuge der Bionik: Stellt Methoden zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Experten und Laien vor und erarbeitet das Konzept eines wissensbasierten Unterstützungssystems auf Basis semantischer Wikis.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Ergebnisse der Arbeit und identifiziert Anknüpfungspunkte für die zukünftige Forschung zur Etablierung bionischer Arbeitsweisen.
Bionik, Produktentwicklung, Wissenstransfer, Analogiebildung, Konstruktionsmethodik, Semantisches Wiki, Innovationsmanagement, Kreativitätstechniken, Interdisziplinarität, Modellbildung, Kommunikation, Systematische Lösungsfindung.
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Unterstützung des bionischen Arbeitens in der industriellen Produktentwicklung, um den Transfer von biologischen Prinzipien in technische Anwendungen effizienter zu gestalten.
Zu den Kernbereichen gehören die Analyse von Produktentwicklungsprozessen, die Erforschung von Analogiebildung als kreatives Werkzeug sowie der fachübergreifende Wissenstransfer zwischen Biologen und Ingenieuren.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Modellen und die Konzeption eines IT-gestützten Unterstützungssystems, um die Brücke zwischen der biologischen Grundlagenforschung und der anwendungsorientierten Produktkonstruktion zu schlagen.
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturanalyse, einer Auswertung von Industrieprojekten und Interviews mit Fachleuten, ergänzt durch die Modellierung ontologischer Strukturen für ein semantisches Wiki.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Bionik, die Darstellung der aktuellen Produktentwicklungsmethodik, die Herleitung von Analogiemodellen sowie die Beschreibung konkreter Methoden und Werkzeuge für den Wissenstransfer.
Wichtige Begriffe sind Bionik, Analogiebildung, Mapping-Prozess, fachübergreifende Kommunikation und semantische Wissensrepräsentation.
Das Mapping-Problem beschreibt die Schwierigkeit, eine biologische Lösung adäquat auf eine technische Fragestellung zu übertragen, ohne dabei relevante Aspekte oder Randbedingungen zu vernachlässigen.
Ein Semantisches Wiki ermöglicht die netzwerkartige Verknüpfung von Wissen, die dezentrale Pflege durch Experten unterschiedlicher Fachrichtungen und eine flexible Recherche, die über klassische Schlagwortsuchen hinausgeht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

