Diplomarbeit, 2009
169 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
2.1. Der Begriff des School Shootings
2.2. Abgrenzung zum Begriff des Amoklaufs
3. Aspekte des Phänomens School Shooting
3.1. Darstellung ausgewählter School Shootings
3.1.1. Eric Harris und Dylan Klebold – Littleton (USA) 1999
3.1.2. Robert Steinhäuser – Erfurt 2002
3.1.3. Bastian Bosse – Emsdetten 2006
3.1.4. Seung-Hui Cho – Blacksburg (USA) 2007
3.1.5. Ausgewählte Aspekte des School Shootings in Jonsboro
3.2. Theoretische Phasenmodelle von School Shootings
3.3. Spezifische Erkenntnisse zu School Shootings in Deutschland
4. Betrachtung der möglichen Ursachen für School Shootings
4.1. Ausgewählte Aspekte der Ursachenbetrachtung
4.2. Psychologische Täterbetrachtung – Tätertypen nach Langman
4.2.1. Psychopathische Täter
4.2.2. Psychotische Täter
4.2.3. Traumatisierte Täter
4.3. Soziologisch-kriminologische Kontrolltheorien
4.4. Bedeutung der Täterphantasie
4.5. Ursachenhyothesen im System Schule
4.6. Aspekte der Mediendiskussion – Nachahmungstaten
5. Präventionsaspekte zur Vermeidung von School Shootings
5.1. Leaking – Täterkommunikation im Vorfeld der Tat
5.2. Bedrohungsanalyse – Threat Assessment
5.3. DyRiAS – System zur Früherkennung von möglichen Tätern
5.4. Schulische Aspekte der Prävention bei School Shootings
5.5. Gesellschaftliche Präventionsdiskussionen
6. Zusammenfassung
Diese Arbeit widmet sich der systematischen Untersuchung der Ursachen und Präventionsmöglichkeiten von School Shootings. Das primäre Ziel ist es, das Phänomen von anderen Formen zielgerichteter Gewalt abzugrenzen, psychologische und soziologische Risikofaktoren zu identifizieren und Instrumente zur Früherkennung sowie Prävention kritisch zu bewerten.
3.1.1. Eric Harris und Dylan Klebold – Littleton (USA) 1999
„NBK. I love it! sometime in april me and V will get revenge and will kick natural selection up a few notches[...]We will be in all black. […] We will have knifes and blades and backup weaponry all over our bodies, I will have a tattoo of REB on my right arm. [...] Then I open fire and V starts lobin more crickets. Then if we can we go upstairs and go to each classroom we can and pick off fuckers at our will. If we still can we will hijack some awesome car, … and start torching houses with molotov cocktails. by that time cops will be alI over us and we start to kill them to! […] if we have figured out the art of time bombs before hand, we will set hundreds of them around houses, roads, bridges, buildings and gas stations. anything that will cause damage and chaos. […] itll be like the LA riots, the Oklahoma bombing, WWII, vietnam, duke and doom all mixed together. maybe we will even start a little rebelion or revolution to fuck things up as much as we can. i want to leave a lasting impression on the world. […]then we will hijack a hell of a lot of bombs and crash a plane into NYC with us inside iring away as we go down. just something to cause more devistation.”
geschrieben von Eric Harris, 1999
Das bis dahin blutigste School Shooting weltweit ereignete sich am 20. April 1999 an der Columbine Highschool in Columbine im US-Bundesstaat Colorado. Columbine ist eine gebietskörperschaftsfreie Siedlung, die teilweise auf den verwaltungsrechtlich übergeordneten Countys Jefferson und Arapahoe liegt. Im Osten grenzt Columbine an die Stadt Littleton weshalb auch vom School Shooting in Littleton gesprochen wird. Bevor der 18jährige Eric Harris und sein Freund der 17jährige Dylan Klebold 24 Menschen teils schwer verletzten, insgesamt 12 Schüler, einen Lehrer und zuletzt sich selbst töteten, ging nach heutigem Kenntnistand eine mindestens einjährige Planungsphase voraus. Die nach dem Ereignis durchgeführten Ermittlungen geben umfangreiche Einblicke in die Lebenswelt der beiden Täter, zeigen aber auch dass es bis heute keine allumfassende Antwort auf das »Warum?« gibt.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Phänomen anhand des Beispiels Erfurt dar und thematisiert die gesellschaftliche Ratlosigkeit sowie die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Ursachenforschung.
2. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel differenziert School Shootings von klassischen Amokläufen und anderen Mehrfachtötungen, um eine präzise wissenschaftliche Definition zu etablieren.
3. Aspekte des Phänomens School Shooting: Hier werden bekannte Fälle wie Columbine oder Erfurt analysiert und theoretische Modelle zur Tatentwicklung diskutiert.
4. Betrachtung der möglichen Ursachen für School Shootings: Das Kapitel beleuchtet psychologische Täterprofile, soziologische Kontrolltheorien und die Rolle von Phantasie sowie Medien als Risikofaktoren.
5. Präventionsaspekte zur Vermeidung von School Shootings: Es werden konkrete Ansätze wie Bedrohungsanalyse, Früherkennungssysteme (DyRiAS) und schulische Präventionsstrategien vorgestellt.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass School Shootings ein multifaktorielles Geschehen sind und fordert einen ganzheitlichen Präventionsansatz statt rein technischer Sicherheitsmaßnahmen.
School Shootings, Amoklauf, Gewaltprävention, Täterentwicklung, Bedrohungsanalyse, Threat Assessment, DyRiAS, Leaking, Schulgewalt, Psychologische Tätertypen, Kompensatorischer Narzissmus, Medienwirkungsforschung, Nachahmungstaten, Soziale Kontrolltheorie, Columbine
Die Arbeit untersucht das Phänomen zielgerichteter Gewalttaten an Schulen (School Shootings), um deren Ursachen besser zu verstehen und effektive Präventionsstrategien zu entwickeln.
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Begriffs, die Analyse internationaler und deutscher Fallbeispiele, die psychologische sowie soziologische Ursachenforschung und die Darstellung konkreter Präventionsinstrumente.
Das Ziel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung des Phänomens, um das Stigma des "einfachen Amoklaufs" zu durchbrechen und evidenzbasierte Ansätze für die schulische Prävention und Früherkennung zu liefern.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die Auswertung offizieller Untersuchungsberichte zu den behandelten School Shootings sowie die Anwendung kriminologischer und psychologischer Theorien (wie etwa der sozialen Kontrolltheorie).
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Darstellung konkreter Fälle (Columbine, Erfurt, Emsdetten, Virginia Tech), der Diskussion von Täterprofilen nach Peter Langman und der detaillierten Betrachtung des Risikofaktors "Täterphantasie".
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie School Shootings, Bedrohungsanalyse, Leaking, Täterphantasie, narzisstische Kränkbarkeit und Prävention.
Der Autor betont, dass School Shootings im Gegensatz zu oft impulsiven klassischen Amokläufen meist langfristig geplante, in der Phantasie vorbereitete Prozesse sind, bei denen der Tatort Schule zielgerichtet ausgewählt wurde.
DyRiAS wird als ein internetgestütztes, wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Analyse von Bedrohungslagen im schulischen Kontext vorgestellt, das Lehrern und Fachkräften bei der Früherkennung von Risikomustern helfen kann.
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