Masterarbeit, 2008
80 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Relevante Aspekte der Subprime-Krise
2.1. Überschussliquidität und Risikobereitschaft
2.2. Originate and Distribute
2.3. Die Rolle der Rating-Agenturen
2.4. Liquiditäts- und Vertrauenskrise
3. Die Subprime-Krise und der LBO-Markt
3.1. Einführung in das LBO-Geschäft und Segmentabgrenzung
3.2. Der LBO-Markt in Deutschland und Europa vor der Subprime-Krise
3.3. Mögliche Auswirkungen der Subprime-Krise auf den LBO-Markt
3.4. Spezifische Charakteristika des Small- und MidCap-Segments
4. Die Befragung der Marktteilnehmer
4.1. Auswahl der Teilnehmer und Vorgehensweise
4.2. Konzipierung des Fragebogens
4.3. Die Ergebnisse der Befragung
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Subprime-Krise auf den deutschen LBO-Markt, mit einem speziellen Fokus auf das Small- und MidCap-Segment. Ziel ist es, mittels einer empirischen Befragung bei Banken und Finanzinvestoren zu prüfen, ob und in welcher Weise sich die Finanzmarktkrise auf die Kreditvergabepraxis, die Kaufpreise und die Syndizierungsprozesse bei mittelständischen Übernahmen ausgewirkt hat.
2.4. Liquiditäts- und Vertrauenskrise
Ursprünglich betrafen die Probleme den US-Subprime-Hypothekenmarkt und somit nur ein kleines Segment der internationalen Finanzmärkte. Hier hatten die Zahlungsausfälle für Hypothekenkredite an bonitätsmäßig schwache Schuldner spürbar zugenommen. Dies lag nicht unwesentlich an deren Strukturierung als so genannte „Short-Reset Loans“: zunächst wird für etwa zwei bis drei Jahre ein niedrigerer Zinssatz als sonst für Hypothekenkredite üblich verlangt, dieser dann aber später durch einen deutlich höheren Zinssatz ersetzt. Die Attraktivität dieser Struktur lag darin, dass viele Schuldner angesichts seit Anfang der 1990er Jahre ständig steigender Immobilienpreise darauf spekulierten, ihren Kredit später zu refinanzieren und den alten Kredit vor Umstellung auf den höheren Zinssatz abzulösen, was in den USA im Gegensatz zu Deutschland möglich ist. Als die Immobilienpreise dann plötzlich zu fallen begannen, funktionierte dieses Kalkül nicht mehr. Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Zinsen in den USA bereits seit Mitte 2004, was sich aufgrund der günstigen Anfangszinsen zunächst kaum, dann aber nach Ablauf der ersten zinsgünstigen Jahre in den Jahren 2006 und 2007 umso stärker in Form von Kreditausfällen bemerkbar machte.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert den Boom des LBO-Marktes vor 2007 sowie den anschließenden Einbruch durch die Subprime-Krise und definiert das Ziel der empirischen Untersuchung.
2. Relevante Aspekte der Subprime-Krise: Das Kapitel analysiert die ökonomischen Treiber der Krise, insbesondere die Rolle von Überschussliquidität, dem „Originate and Distribute“-Geschäftsmodell und das Scheitern der Rating-Agenturen.
3. Die Subprime-Krise und der LBO-Markt: Hier werden die Funktionsweise des LBO-Geschäfts erläutert, die Marktsituation vor der Krise dargestellt und Hypothesen zu den Folgen für das Small- und MidCap-Segment abgeleitet.
4. Die Befragung der Marktteilnehmer: Dieses Kapitel dokumentiert die methodische Vorgehensweise der empirischen Befragung bei Banken und Finanzinvestoren sowie die Auswertung und Interpretation der gewonnenen Daten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Befragung zusammen und bewertet das Ausmaß der Krisenauswirkungen auf das mittelständische LBO-Segment im Vergleich zu LargeCap-Transaktionen.
Subprime-Krise, LBO-Markt, Leveraged Buyout, Small- und MidCaps, Kreditvergabe, Finanzinvestoren, Banken, Kreditspreads, Eigenkapitalanteil, Covenants, Syndizierung, Risikobereitschaft, Finanzmarktkrise, Private Equity, Hypothekenmarkt
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Subprime-Krise, die ursprünglich ihren Ursprung im US-Hypothekenmarkt hatte, auf den speziellen Bereich der kleinen und mittleren Leveraged Buyouts (Small- und MidCaps) in Deutschland.
Im Zentrum stehen die Kreditkonditionen, die Risikobereitschaft von Banken, die Rolle von Rating-Agenturen sowie die Veränderungen in der Syndizierungspraxis während der Finanzmarktkrise.
Das primäre Ziel ist die empirische Überprüfung von Hypothesen zu den Auswirkungen der Krise auf den deutschen LBO-Markt für Small- und MidCaps, um festzustellen, ob dieses Segment weniger stark betroffen ist als der LargeCap-Markt.
Der Autor führt eine empirische Befragung mittels eines strukturierten Multiple-Choice-Fragebogens bei einer Auswahl von 19 Banken und 41 Finanzinvestoren durch, die im deutschen Small- und MidCap-LBO-Segment tätig sind.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Krisenursachen und LBO-Marktmechanismen sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der empirischen Ergebnisse.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Subprime-Krise, Leveraged Buyout (LBO), Kreditstandards, Covenants, Finanzinvestoren, Private Equity und Syndizierung.
Die Arbeit stellt fest, dass Small- und MidCap-LBOs vor der Krise weniger aggressiv strukturiert waren und kaum auf komplexen verbrieften Kreditprodukten basierten, was die Auswirkungen der Krise in diesem Segment tendenziell abmilderte.
Die Theorie der „Disaster Myopia“ (Katastrophen-Kurzsichtigkeit) von Herring und Wachter wird herangezogen, um das risikofreudige Verhalten von Banken in langen Boomphasen und die darauf folgende Überreaktion bzw. Überbewertung von Risiken nach Ausbruch der Krise zu erklären.
Die Befragung ergab, dass Syndizierungsprozesse langwieriger wurden und Banken aus Vorsichtsgründen häufiger mehr Institute in ein Konsortium einbinden, obwohl sie gleichzeitig versuchen, kleinere Anteile (Final Hold) in ihren Büchern zu halten.
Die Studie zeigt kein eindeutig negatives Bild für Kaufpreise, da strategische Investoren aufgrund von Synergieeffekten weiterhin hohe Preise zahlen können, während Finanzinvestoren bei der Preisgestaltung stärker durch restriktivere Kreditkonditionen und höhere Eigenkapitalanforderungen unter Druck geraten.
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