Bachelorarbeit, 2009
57 Seiten, Note: 1,5
EINLEITUNG
1. VORGEHENSWEISE UND STRUKTUR DER ARBEIT
2. FORSCHUNGSSTAND
2.1 Die Klassiker der Elitentheorie
2.1.1 Gaetano Mosca
2.1.2 Vilfredo Pareto
2.2 Der Bruch mit den Klassikern – Elitentheorien nach dem Zweiten Weltkrieg
2.2.1 Ralf Dahrendorf – Konkurrierende Führungsgruppen statt einheitlicher Machtelite
2.2.2 Hans Peter Dreitzel – Leistungsqualifikation als entscheidender Rekrutierungsmechanismus
3. DIE AKTUELLE ELITENFORSCHUNG
3.1 Die kritische Elitenforschung
3.2 Pierre Bourdieu: Die Reproduktion der herrschenden Klasse
4. ZWISCHENFAZIT: DER KRITISCHE UND DER FUNKTIONALISTISCHE ANSATZ IM VERGLEICH
5. REKRUTIERUNGSMECHANISMEN VON ELITEN IN DEUTSCHLAND
5.1 Der Forschungsstand der modernen Elitenforschung
5.2 Analyse der Rekrutierung in der Wirtschaftselite
5.3 Analyse der Rekrutierung von Eliten im Sektor Politik
6. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rekrutierungsmechanismen von Eliten in den Sektoren Politik und Wirtschaft in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Einfluss die soziale Herkunft auf den Aufstieg in Elitepositionen hat und ob sich die Annahmen der funktionalistischen oder der kritischen Elitetheorie empirisch belegen lassen.
3.2 Pierre Bourdieu: Die Reproduktion der herrschenden Klasse
Der französische Soziologe Pierre Bourdieu (geb. 1930, gest. 2002) analysiert in seinem Werk die gesellschaftlichen Eliten und greift mit seinen Thesen und Untersuchungen den theoretischen Ansatz der leistungsbezogenen Funktionselite an. Anders als Mills legt Bourdieu seinen Fokus auf die Reproduktionsmechanismen der herrschenden Klasse und ist somit von besonderem Interesse für diese Arbeit. Gegenstand seiner Untersuchungen ist in erster Linie das französische Bildungssystem und die Bedeutung von Bildungstiteln bei der Reproduktion der herrschenden Klasse, sowie die Rolle des klassenspezifischen Habitus in diesem Prozess.
In seinen Arbeiten geht der Soziologe von zwei Feststellungen aus. Zum einen, so Bourdieu, hänge die Bildungskarriere einer Person von der sozialen Herkunft ab, zum anderen zwänge der Strukturwandel in der Wirtschaft die herrschende Fraktion der herrschenden Klasse zu einer durchgreifenden Veränderung ihrer Reproduktionsstrategien, die das Gewicht von Bildungsabschlüssen bei der Besetzung von Spitzenpositionen ganz wesentlich erhöhen. Allgemeiner gesprochen will Bourdieu zwei Grundfragen beantworten:
1. „Wie und warum reproduziert sich strukturelle soziale Ungleichheit in der Gesellschaft?“
2. „Wie kommt es zur Anpassung an soziale Bedingungen, die sich fortwährend ändern?“
1. VORGEHENSWEISE UND STRUKTUR DER ARBEIT: Dieses Kapitel erläutert das Ziel der Arbeit, die Bedingungen der Elitenrekrutierung in Politik und Wirtschaft zu bestimmen, und stellt den methodischen Aufbau sowie die zentralen Fragestellungen vor.
2. FORSCHUNGSSTAND: Es erfolgt eine Darstellung der klassischen Elitentheorien von Mosca und Pareto sowie des darauf folgenden Bruchs mit diesen Theorien durch Nachkriegstheoretiker wie Dahrendorf und Dreitzel.
3. DIE AKTUELLE ELITENFORSCHUNG: Dieser Teil befasst sich mit der kritischen Elitenforschung und stellt insbesondere Pierre Bourdieus Theorie der Reproduktion der herrschenden Klasse vor.
4. ZWISCHENFAZIT: DER KRITISCHE UND DER FUNKTIONALISTISCHE ANSATZ IM VERGLEICH: Hier werden die zentralen Annahmen beider Denkrichtungen gegenübergestellt, um den theoretischen Rahmen für die empirische Analyse zu schärfen.
5. REKRUTIERUNGSMECHANISMEN VON ELITEN IN DEUTSCHLAND: Anhand empirischer Daten aus Studien (z.B. von Michael Hartmann) wird untersucht, wie sich Eliten in der deutschen Wirtschaft und Politik tatsächlich rekrutieren und welchen Stellenwert soziale Herkunft dabei einnimmt.
6. FAZIT: Die Arbeit fasst zusammen, dass die empirischen Ergebnisse den funktionalistischen Ansatz in Frage stellen und soziale Herkunft eine zentrale, wenn auch oft subtile Rolle bei der Elitenrekrutierung spielt.
Elitenforschung, soziale Herkunft, Rekrutierungsmechanismen, Funktionselite, kritische Elitentheorie, Habitus, soziales Kapital, Bildungsaufstieg, Wirtschaftselite, Politikelite, Leistungsprinzip, soziale Selektion, Bourdieus Habitustheorie, Machtelite, Karrieremuster.
Die Arbeit analysiert, wie sich Eliten in Deutschland in den Bereichen Politik und Wirtschaft rekrutieren und welche Faktoren den Aufstieg in diese Positionen beeinflussen.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Leistungsgesellschaft und sozialer Herkunft, die Entwicklung der Elitentheorien sowie die empirische Analyse von Karrierewegen.
Das Ziel ist es, zu bestimmen, ob der Aufstieg in Elitepositionen tatsächlich auf reiner Leistung basiert oder ob die soziale Herkunft eine entscheidende, hindernde oder begünstigende Rolle spielt.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Elitentheorien in Kombination mit der Auswertung vorhandener empirischer Studien, insbesondere der Untersuchungen von Michael Hartmann.
Der Hauptteil analysiert die historischen Elitentheorien, vergleicht den funktionalistischen mit dem kritischen Ansatz und untersucht detailliert die empirischen Rekrutierungsdaten der deutschen Politik- und Wirtschaftselite.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Habitus, soziale Selektion, Funktionselite und das Spannungsfeld von Leistung und sozialer Herkunft charakterisiert.
Der Habitusbegriff nach Bourdieu dient dazu, zu erklären, warum auch bei formal gleichen Bildungschancen der Erfolg oft an die soziale Herkunft gebunden bleibt, da bestimmte Verhaltensweisen in der Oberschicht als "natürlich" vorausgesetzt werden.
Die empirische Analyse zeigt, dass die Politik rekrutierungstechnisch offener ist als der Wirtschaftssektor, wo der Einfluss der sozialen Herkunft bei der Besetzung von Spitzenpositionen deutlich stärker ausgeprägt ist.
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