Bachelorarbeit, 2008
54 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Der Kontinent Afrika
3. EinwanderInnen in der Bundesrepublik Deutschland
3.1. Migration in Deutschland
3.2. Afrikanische EinwanderInnen
3.3. Vorurteile und Rassismus
4. Lebenswelt der muslimisch geprägten Afrikanerinnen
4.1. Familienalltag
4.1.1. Geschlechtsrollenverständnis
4.1.2. Ehemuster
4.2. Sexualität
4.2.1. Entwicklung weiblicher Geschlechtsidentität und Körperbewusstsein
4.2.2. Genitalverstümmelung
4.2.3. Homosexualität
4.3. HIV und Aids
5. Sexualpädagogische Arbeit
5.1. Definition
5.2. Gegenstandsbereich und Querschnitt sexualpädagogischer Tätigkeit
5.3. Zur Bedeutung der Geschlechterverhältnisse: Subjekt- und themenzentrierte Sexualpädagogik
5.4. Kultureller Wandel der Sexualmoral
5.5. Sexualpädagogik im interkulturellen Kontext
Exkurs: Interkulturalität
5.5.1. Moralische Pluralisierung
5.5.2. Umgang mit kulturellen Differenzen
Exkurs: Menschenrechte
Fazit
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die spezifischen Herausforderungen sexualpädagogischer Arbeit mit muslimisch geprägten Afrikanerinnen in Deutschland. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie interkulturelle sexualpädagogische Ansätze dazu beitragen können, Frauen bei der Entwicklung einer selbstbestimmten sexuellen Identität zu unterstützen, ohne dabei die kulturelle und religiöse Lebenswelt zu ignorieren oder diskriminierende Stigmatisierungen zu verstärken.
4.2.2 Genitalverstümmelung
Bevor ich näher auf dieses Thema eingehe, möchte ich mich ausdrücklich von dem Begriff der „weiblichen Beschneidung“ distanzieren. Dieser Ausdruck beschönigt meines Erachtens einen grausamen Akt, der daher, analog zum englischen Begriff „female genital mutilation (FGM)“ (vgl. Tereick 2005), nur als weibliche Genitalverstümmelung bezeichnet werden kann.
UNICEF zu Folge ist die weibliche Genitalverstümmelung alleine auf dem afrikanischen Kontinent in 28 Ländern verbreitet (vgl. dazu: Tereick 2005). Van Dijk (2005) erläutert dazu Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nach welchen weltweit ca. 100 Millionen Frauen davon betroffen seien, dazu würden allein 80 Millionen Afrikanerinnen zählen. Obgleich jedoch überwiegend islamische Länder betroffen sind, ist die weibliche Genitalverstümmelung keine islamische Sitte und hat keine religiöse Legitimation im Koran (vgl. auch: Akashe-Böhme 2006, S. 91). Allerdings werde sie, ebenso wie die Beschneidung männlicher Muslime, aus einer Sunna hergeleitet (vgl. Wehry 2007).
Im Gegensatz jedoch zu der männlichen Beschneidung, welche nach Akashe-Böhme (2006) dazu diene, einen Jungen im Alter von sieben Jahren in die Männergesellschaft aufzunehmen, habe die FGM den Sinn, die Virginität eines Mädchens zu sichern, die Lust der Frau, welche wie bereits erläutert als Quelle von Chaos betrachtet wird, zu hemmen oder ganz zu unterbinden, sowie, wegen der durch den Eingriff entstehenden Enge der Vagina, die Lust des Mannes während der Penetration zu steigern. Es solle, so auch Wehry (2007), der sexuellen Unmoral eines Mädchens vorbeugen. Gleichzeitig verdeutliche die weibliche Genitalverstümmelung, dass die diese praktizierenden MuslimInnen den weiblichen Körper nicht annehmen würden und ihn erst nach der Infibulation akzeptieren könnten (vgl. Akashe-Böhme 2006). Es stelle somit eine weitere Bekämpfung der weiblichen Natur da.
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Migration und interkultureller Kompetenz für die sexualpädagogische Arbeit mit muslimischen Afrikanerinnen.
2. Der Kontinent Afrika: Darstellung der kulturellen, ethnischen und religiösen Vielfalt Afrikas, um Pauschalisierungen entgegenzuwirken.
3. EinwanderInnen in der Bundesrepublik Deutschland: Überblick über Migrationsmotive, die Situation afrikanischer Einwanderer und die Auseinandersetzung mit Rassismus.
4. Lebenswelt der muslimisch geprägten Afrikanerinnen: Detaillierte Analyse des Familienalltags, des Geschlechterrollenverständnisses, der Sexualität und der gesundheitlichen Herausforderungen.
5. Sexualpädagogische Arbeit: Erörterung sexualpädagogischer Theorien und deren Anwendung in einem interkulturellen Kontext sowie kritische Betrachtung des Wandels der Sexualmoral.
Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Notwendigkeit einer kultursensiblen Sexualpädagogik, die den Menschen in seiner individuellen Lebenswelt betrachtet.
Sexualpädagogik, Interkulturalität, Muslimische Afrikanerinnen, Genitalverstümmelung, Migration, Geschlechterrollen, Sexualität, Islam, Körperbewusstsein, Diskriminierung, Menschenrechte, Selbstbestimmung, Identitätsentwicklung, Moralische Pluralisierung, Reinheitsgebot
Die Arbeit befasst sich mit der sexualpädagogischen Arbeit mit muslimisch geprägten afrikanischen Einwanderinnen und den damit verbundenen kulturellen und religiösen Anforderungen.
Zentrale Themen sind die Lebenswelt muslimischer Frauen, geschlechtergetrennte sexualpädagogische Ansätze, der Einfluss kultureller Normen und Werte sowie der Umgang mit Stigmatisierung.
Das Ziel ist es, Herausforderungen für SexualpädagogInnen aufzuzeigen und Ansätze zu finden, um betroffene Frauen bei der Entwicklung einer selbstbestimmten sexuellen Identität zu unterstützen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender sexualpädagogischer Theorien und soziologischer sowie entwicklungspsychologischer Erkenntnisse.
Der Hauptteil umfasst Analysen zur Lebenswelt, zum Eheverständnis, zu Reinheitskonzepten und zu spezifischen Themen wie der weiblichen Genitalverstümmelung und der Bedeutung von HIV/Aids.
Zu den prägenden Begriffen gehören Interkulturelle Kompetenz, Sexualmoral, Islam, Identitätsentwicklung und Menschenrechte.
Es führt oft zu einem problematischen oder gespaltenen Körperbewusstsein, da körperliche Prozesse (Menstruation, Ejakulation) als unrein gelten und Sexualität innerhalb der strengen religiösen Vorgaben kontrolliert wird.
Sie betont die Notwendigkeit, traditionelle Werte und den kulturellen Hintergrund der Klientinnen nicht durch einen rein eurozentristischen Blick zu bewerten, sondern sie als Teil der individuellen Lebenswelt zu akzeptieren.
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