Bachelorarbeit, 2007
52 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1 Einleitung
2 Allgemeine Charakterisierung des Begriffs der KZ-Gedenkstätte
3 Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
3.1 Kurzer historischer Überblick zum Konzentrationslager Mittelbau-Dora
3.2 Von der Stunde Null bis in die Gegenwart – 60 Jahre Erinnerungsarbeit
4 Die Wahrnehmung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen
4.1 Zentrale Forschungsfragen
4.2 Methodisches Vorgehen
4.3 Auswertung
4.3.1 Definition der Kategorien
4.3.2 Ergebnisse der Untersuchung
4.4 Beantwortung der Forschungsfrage
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Wahrnehmung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in der Nordhäuser Bevölkerung 62 Jahre nach der Befreiung. Ziel ist es, aufzuzeigen, welchen Stellenwert die nationalsozialistische Vergangenheit in der Stadt einnimmt und wie die Erinnerungsarbeit von verschiedenen Generationen und gesellschaftlichen Gruppen beurteilt wird, um Impulse für die zukünftige Gedenkstättenarbeit zu gewinnen.
Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Will man die Wahrnehmung der KZ-Gedenkstätte untersuchen, so muss zunächst die Geschichte des Konzentrationslagers und der Gedenkstätte betrachtet werden. Die beiden folgenden Gliederungspunkte thematisieren diese Entwicklung, angefangen bei der Entwicklung des Konzentrationslagers im Jahr 1943 mit der Errichtung des Außenlagers Dora bis zur Befreiung durch amerikanische Truppen am 11. April 1945. Es folgt eine Betrachtung der Entwicklung zur heutigen KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
3.1 Kurzer historischer Überblick zum Konzentrationslager Mittelbau-Dora
Das Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen war das letzte nationalsozialistische KZ-Hauptlager. „Es wurde im August 1943 im Rahmen der Verlagerung der NS-Raketenrüstung unter Tage als Außenlager des KZ-Buchenwald gegründet.“ (Wagner 2001b: 7.) Das Lager wurde unter der Bezeichnung „Dora“ eingerichtet, mit dem Ziel des Einsatzes von KZ-Häftlingen für die Produktion der Vergeltungswaffe 2 (V2) (vgl. Wagner 2001b: 14.). Die anfängliche Serienfertigung erfolgte in der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde. Ein großer Teil der Produktionsanlagen wurde jedoch am 17./ 18. August 1943 durch britische Bombenangriffe zerstört, woraufhin die serielle Produktion in ein unterirdisches Stollensystem im Kohnstein bei Nordhausen verlagert werden sollte. Bereits zehn Tage später, am 28. August, trafen die ersten Häftlinge aus Buchenwald in Dora ein. In der Anfangszeit erfolgte der Ausbau der Untertageanlage, ein Barackenlager existierte noch nicht, da der Ausbau der unterirdischen Fabrikanlagen Vorrang hatte. „Leben, Arbeiten und Sterben der Häftlinge spielten sich in dieser Zeit weitgehend in den Stollen des Kohnsteins ab.“ (Fiedermann et al. 1993: 21.) Die Serienproduktion der V2 begann schließlich zum Jahresbeginn 1944. Damit änderten sich auch die Lebensbedingungen der Häftlinge. „Die unterirdischen Blöcke wurden allmählich geräumt und für Produktionszwecke freigemacht. (…) So konnten Ende Mai 1944 letzten Häftlinge die Schlafstollen verlassen und Quartier im [neu errichteten] Lager beziehen.“ (Neander 2000: 75.) Ein Großteil der Häftlinge überlebte jedoch die Zeit des Stollenausbaus nicht, zwischen Oktober 1943 und März 1944 verstarben etwa 2.900 Häftlinge (vgl. Wagner 2000: 13.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Erinnerungsarbeit an Orten nationalsozialistischer Verbrechen angesichts des schwindenden Zeitzeugengeneration und führt in die Fragestellung ein.
2 Allgemeine Charakterisierung des Begriffs der KZ-Gedenkstätte: Dieses Kapitel definiert die vielfältigen Funktionen und die Bedeutung von Gedenkstätten als Lern- und Gedenkorte in der heutigen Gesellschaft.
3 Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora: Hier wird die historische Entwicklung des Lagers von der Gründung 1943 über die Zwangsarbeit bis hin zur heutigen Gestaltung der Gedenkstätte dargestellt.
4 Die Wahrnehmung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen: Das Kernkapitel präsentiert das methodische Vorgehen der qualitativen Interviews sowie die detaillierte Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der Wahrnehmung durch die Einwohner.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und betont die bleibende Relevanz der Gedenkstätte für die zukünftige Geschichtsbildung, trotz der Gefahr einer touristischen Entfremdung.
Mittelbau-Dora, Gedenkstättenarbeit, Erinnerungskultur, Nordhausen, Konzentrationslager, Qualitative Forschung, Zeitzeugen, Nationalsozialismus, Zwangsarbeit, Geschichtsbewusstsein, Holocaust, Erinnerung, Pädagogik, Wahrnehmung, historische Aufklärung
Die Arbeit untersucht, wie die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora heute von der lokalen Bevölkerung in Nordhausen wahrgenommen wird.
Die Themen umfassen den historischen Kontext, die heutige Rolle der Gedenkstätte sowie die Einstellungen von Bürgern, Lehrern und Schülern zur Erinnerungsarbeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie die Geschichte des ehemaligen Lagers im Bewusstsein der heutigen Nordhäuser präsent ist und welchen Stellenwert die Gedenkstätte einnimmt.
Es wurde eine qualitative Untersuchung in Form von problemzentrierten Leitfadeninterviews mit 12 Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen durchgeführt.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen von Gedenkstätten, die Geschichte von Mittelbau-Dora sowie die empirischen Ergebnisse der Befragungen in Nordhausen.
Wichtige Begriffe sind Mittelbau-Dora, Erinnerungskultur, Gedenkstättenarbeit, Nordhausen, Zeitzeugen und Geschichtsbewusstsein.
Während die ältere Generation oft verärgert reagiert und die Schuld bei Fremdarbeitern sieht, betrachten Jüngere die neuen Erkenntnisse eher als Vervollständigung der Stadtgeschichte.
Alle Befragten sind sich einig, dass die Erinnerung nicht enden darf, fordern aber neue Wege der Wissensvermittlung, da die authentische Zeugenschaft langfristig wegfällt.
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