Doktorarbeit / Dissertation, 2010
90 Seiten, Note: magna cum laude
1 Einführung
1.1 Problematik
1.2 Goldstandard: Karotisendarteriektomie
1.3 Karotisangioplastie und Stentimplantation
1.4 Diffusionsgewichtete Magnetresonanztomographie (DW-MRT)
1.4.1 Grundlagen der Diffusionsmessung und Bildgebung
1.5 Der Transkranielle Doppler (TCD)
2 Fragestellung der Arbeit
3 Methodik
3.1 Patientenkollektiv
3.2 Katheterprozedur
3.3 Detektion Mikroembolischer Signale
3.4 Magnetresonanztomographie (MRT)
3.5 Statistik
3.6 Material
3.6.1 Selbstexpandierende Stents
3.6.1.1 Carotid Wallstent™
3.6.1.2 RX Acculink™
3.6.1.3 NexStent™
3.6.2 Zerebrale Protektionssysteme
3.6.2.1 Filtersysteme
3.6.2.1.1 ANGIOGUARD XP™
3.6.2.1.2 FILTERWIRE EZ™
3.6.2.1.3 ACCUNET™
3.6.2.2 Proximale Okklusion: MO.MA™
4 Ergebnisse
4.1 Patientencharakteristik
4.2 Stenosemorphologie und Daten zur Katheterprozedur
4.3 Klinik
4.4 Transkranieller Doppler
4.5 MRT
4.6 Korrelation: MRT-Läsionen und MES-Befunde
5 Diskussion
5.1 Protektionssysteme
5.2 Surrogat-Marker
5.2.1 DW-MRT
5.2.2 TCD und MES
5.3 Diskussion der Ergebnisse
Ziel der Studie ist es, die Effektivität zweier verschiedener zerebraler Protektionssysteme (Filtersysteme vs. Mo.Ma.-System) bei einer Karotis-PTA mit Stentimplantation vergleichend zu evaluieren. Dabei soll insbesondere untersucht werden, ob messbare Unterschiede in der Detektion von mikroembolischen Signalen (MES) während der Intervention sowie in der Häufigkeit frischer ischämischer Läsionen in der postinterventionellen Diffusions-MRT bestehen und ob eine Korrelation zwischen diesen Surrogat-Parametern und klinischen Ereignissen nachweisbar ist.
1.1 Problematik
Zerebrovaskuläre Erkrankungen stellen in den westlichen Ländern die dritthäufigste Todesursache dar. Die häufigste Todesursache hierunter ist der Schlaganfall. Die jährliche Inzidenz von Schlaganfällen liegt in der Bevölkerung dieser Länder bei ungefähr 2,4%. 80 bis 85% aller Schlaganfälle ereignen sich aufgrund ischämischer Ereignisse. Hierbei sind Stenosen der A. carotis in nahezu einem Drittel aller Fälle die Ursache. In Deutschland werden jährlich ungefähr 150.000 Menschen wegen eines Schlaganfalls stationär behandelt (Dt. Ges. f. Gefäßchirurgie 1998). In 40% der Fälle kommt es zu einem tödlichen Ausgang. Die Prävalenz von höhergradigen Stenosen der A. carotis bei der älteren Bevölkerung liegt bei ca. 3%, bei Menschen über dem 80. Lebensjahr nimmt die Prävalenz auf 10% zu (Mathias 2004). Die häufigste Ursache für eine Karotisstenose ist die Arteriosklerose.
Gegenwärtig wird die chirurgische Behandlung mit Karotisendarteriektomie (Thrombendarteriektomie = TEA) und Eversionplastik als Goldstandard angesehen.
1 Einführung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Epidemiologie zerebrovaskulärer Erkrankungen, stellt den Goldstandard der chirurgischen Behandlung vor und erläutert die technologischen Grundlagen der untersuchten Protektionssysteme, des TCD und der DW-MRT.
2 Fragestellung der Arbeit: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Studie, die Effektivität von zwei Protektionskonzepten mittels TCD und DW-MRT zu vergleichen und mögliche Korrelationen zwischen den Messmethoden zu prüfen.
3 Methodik: Es werden das Patientenkollektiv, der Ablauf der Katheterprozedur, die Durchführung der TCD- und MRT-Untersuchungen sowie die statistischen Auswerteverfahren detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Die erhobenen Daten zu Patientencharakteristik, Stenosemorphologie, klinischen Ereignissen sowie die Ergebnisse der MES-Messungen und MRT-Befunde werden dargelegt.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch unter Einbeziehung aktueller Literatur bewertet, wobei insbesondere die Wertigkeit der eingesetzten Surrogat-Marker für das klinische Outcome analysiert wird.
Karotisstenose, PTA, Stentimplantation, zerebrale Protektion, Mo.Ma-System, Filtersystem, Transkranieller Doppler, TCD, Mikroembolische Signale, MES, Diffusionsgewichtete Magnetresonanztomographie, DW-MRT, Ischämische Läsionen, Surrogat-Marker, Schlaganfallprävention.
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Effektivität zweier verschiedener Protektionssysteme (Filtersysteme und proximale Okklusion via Mo.Ma.-System) bei einer endovaskulären Behandlung von Karotisstenosen (Karotis-PTA mit Stentimplantation).
Zentrale Themenfelder sind die interventionelle Schlaganfallprävention, die Detektion mikroembolischer Signale mittels TCD während der Operation sowie die bildgebende Nachkontrolle mittels Diffusions-MRT.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob eines der beiden Protektionssysteme das zerebrale Embolierisiko während des Eingriffs signifikant besser senken kann als das andere, gemessen an objektiven Surrogat-Parametern.
Es handelt sich um eine klinische Beobachtungsstudie an 74 Patienten, bei der TCD-Monitoring in Echtzeit und postinterventionelle MRT-Bildgebung zur Auswertung herangezogen wurden, statistisch analysiert mit Methoden wie dem U-Test nach Mann-Whitney.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung des Patientenkollektivs und der technischen Prozeduren, die Darstellung der klinischen und apparativen Ergebnisse sowie eine tiefgehende Diskussion der klinischen Relevanz dieser Befunde.
Karotisstenose, PTA, Stentimplantation, zerebrale Protektion, Mo.Ma-System, Filtersystem, TCD, MES, DW-MRT.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Mo.Ma.-System (proximale Okklusion) eine signifikant geringere Anzahl an MES erzeugt als die untersuchten Filtersysteme.
Nein, die DW-MRT zeigte zwar bei einem Teil der Patienten neue Läsionen, es ließ sich jedoch kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Mo.Ma-Gruppe und der Filter-Gruppe feststellen.
Es konnte keine statistisch signifikante Korrelation zwischen den apparativen Befunden (MES-Zahlen/MRT-Läsionen) und dem Auftreten schwerwiegender klinischer Ereignisse nachgewiesen werden.
Der Autor schlussfolgert, dass zum jetzigen Zeitpunkt weder TCD noch DW-MRT den klinischen Endpunkt (Schlaganfall) vollständig ersetzen können, da sie nicht mit klinischen Ereignissen korrelieren.
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