Bachelorarbeit, 2021
116 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Ausgangssituation der Intensivpflege
2.1. Rahmenbedingungen der Arbeit auf der Intensivstation
2.1.1. Ökonomische Sachzwänge
2.1.2. Ethische Aspekte der Verteilungsgerechtigkeit in der Intensivmedizin
2.1.3. Pflegekompetenz
2.1.4. Die Perspektive von Patient*innen, auf der Basis der Bedürfnispyramide
2.1.5. Gefühlsarbeit in der Pflege
2.1.6. Distanz und Nähe in der Pflege
2.1.7. Coping (Stressmanagement = Burn-out Prävention)
2.1.8. Mitarbeitendenbindung
2.2. Das Leitfadeninterview
3. Die Methode
3.1. Vorgehen der qualitativen Untersuchung zur Pflegekompetenz und Gefühlsarbeit auf der Intensivstation
3.1.1. Die Forschungsfrage
3.2. Demographische Erhebung und Vorbereitung des Leitfadeninterviews
3.2.1. Die Datenerhebung und die Durchführung eines Leitfadeninterviews
3.3. Die Datenauswertung, Methodik
3.3.1. Auswertung der Leitfadeninterviews durch eine deduktive Kategorienbildung
3.3.2. Auswertung des Datenmateriales aus den Leitfadeninterviews/Kodierung
3.4. Ergebnisse
3.4.1. Ergebnisse des Begriffsverständnisses der Gefühlsarbeit
3.4.2. Ergebnisse der thematischen Erfahrungen im Umgang mit Gefühlsarbeit
3.4.3. Ergebnisse der Priorisierung von Gefühlsarbeit
3.4.4. Ergebnisse der Möglichkeiten beim Erwerb der Kompetenz der Gefühlsarbeit
3.4.5. Ergebnisse der thematischen Erfahrungen mit „Nicht-Gefühlsarbeit“
3.5. Methodenkritik
4. Diskussion
5. Fazit
6. Ausblick und Vorgehensempfehlung zur Intensivierung von „Gefühlsarbeit auf der Intensivstation“
7. Anhang
7.1. Einwilligungserklärung zur Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Interviewdaten für Forschungszwecke
7.2. Das Leitfadeninterview und deren Erstellung
7.3. Der Kodierleitfaden
7.4. Transkripte
7.4.1. Interview Nr. 1
7.4.2. Interview Nr. 2
7.4.3. Interview Nr. 3
7.4.4. Interview Nr. 4
7.4.5. Interview Nr. 5
7.5. Gegenüberstellung von Ausschnitten der Transkription der Interviews in Bezug auf die gestellten Fragen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, die Bedeutung und Ausprägung von Gefühlsarbeit bei Pflegekräften auf Intensivstationen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Pflegekompetenz zu analysieren und Möglichkeiten zur Integration dieser Arbeit in den klinischen Alltag aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere die Forschungsfrage verfolgt, ob ein Zusammenhang zwischen dem Grad der beruflichen Pflegekompetenz und der geleisteten Gefühlsarbeit besteht und wie diese zur Patientensicherheit und Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt.
1. Einleitung
Die Arbeit auf einer Intensivstation ist für jede Pflegekraft sehr anspruchsvoll. Es scheint, der 24-Stunden-Tag ist zu kurz für eine an Patient*innen orientierte Versorgung. Ein elementarer Bestandteil der Pflege ist Gefühlsarbeit, welche bewusst oder unbewusst von jedem Pflegenden vollzogen wird. Diese Interaktion zwischen Patient*innen und Pflegekraft, z. B. durch ein Lächeln, eine Berührung an der Schulter oder durch Partizipation bei bevorstehenden Interventionen, kann das Patient*innen-Outcome verbessern. Um Patient*innen das Gefühl der Geborgenheit zu geben, ist Kommunikation und Emotionsarbeit notwendig. „Zur Humanität einer Intensivstation gehört unverzichtbar der kooperative, herrschaftsfreie Dialog zwischen den Beteiligten.“ [Salomon, 2018; S. 76]
Die Notwendigkeit von Gefühlsarbeit in der Pflege gewinnt in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung, denn Zuwendung beeinflusst den Heilungsprozess maßgeblich. [Vgl. Zolnierek & Dimatteo, 2009] Durch die Arbeit mit und an Patient*innen kennt das Pflegepersonal die Bedürfnisse und Einstellungen der Betroffenen am ehesten. Gerade diese intensive Arbeit ist eine nicht zu unterschätzende Gratwanderung zwischen „Distanz“ und „Nähe“. Eine hohe Anteilnahme und ein wachsendes Verantwortungsgefühl durch intensiven Patient*innenkontakt können die Professionalität der Pflegekräfte im Handeln beeinflussen und das Risiko einer Burn-out-Erkrankung mit sich bringen. Im Umkehrschluss kann „Nicht-Gefühlsarbeit“ die Gefühlsordnung der Pflegekräfte beeinflussen und negativ auf die Pflegequalität der Pflegekräfte einwirken.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Bedeutung der Gefühlsarbeit auf der Intensivstation als Bestandteil professioneller Pflege und stellt die Relevanz der Untersuchung dar.
2. Ausgangssituation der Intensivpflege: Hier werden die Rahmenbedingungen beleuchtet, unter denen heute Gefühlsarbeit stattfinden soll, einschließlich ökonomischer Zwänge, ethischer Aspekte der Verteilungsgerechtigkeit sowie Modelle zur Pflegekompetenz und Mitarbeitendenbindung.
3. Die Methode: Dieses Kapitel erläutert das Forschungsdesign, das auf qualitativen Leitfadeninterviews mit fünf Pflegekräften basiert, um deren subjektive Sichtweise zur Gefühlsarbeit zu erheben und auszuwerten.
4. Diskussion: Die Ergebnisse der Literaturrecherche und der Interviews werden kritisch reflektiert, wobei der Fokus auf dem Einfluss der Pflegekompetenz und den strukturellen Rahmenbedingungen liegt.
5. Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit, Gefühlsarbeit als integralen Bestandteil professioneller Pflege zu fördern.
6. Ausblick und Vorgehensempfehlung zur Intensivierung von „Gefühlsarbeit auf der Intensivstation“: Basierend auf dem „Grol & Wensing Modell zur Implementierung“ wird ein praxisorientiertes Vorgehensmodell für die nachhaltige Integration von Gefühlsarbeit in den Stationsalltag entworfen.
7. Anhang: Dieser Teil enthält die ergänzenden Unterlagen, wie Einwilligungserklärungen, den vollständigen Leitfaden sowie die transkribierten Interviews.
Gefühlsarbeit, Intensivpflege, Patientensicherheit, Pflegekompetenz, Burn-out Prävention, Patient*innen-Outcome, Emotionsarbeit, Mitarbeitendenbindung, professionelle Pflege, qualitative Sozialforschung, Grol & Wensing Modell, Distanz, Nähe, Zuwendung, Stressmanagement.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der „Gefühlsarbeit“ (Emotional Work) im Arbeitsalltag von Pflegekräften auf Intensivstationen und analysiert, wie diese mit unterschiedlichen Stufen der beruflichen Pflegekompetenz korreliert.
Zentrale Themen sind die Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz, der Einfluss von ökonomischen Zwängen auf die Pflegequalität, das Burn-out-Risiko für Pflegende sowie Strategien zur Stärkung der Mitarbeitendenbindung.
Ziel ist es zu ergründen, welchen Stellenwert Gefühlsarbeit für Intensivpflegekräfte hat, welche Faktoren ihren Einsatz beeinflussen und wie sie durch gezielte Implementierungsstrategien besser in den Arbeitsalltag integriert werden kann.
Die Autorin nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus einer ausführlichen Literaturrecherche und der Durchführung von Leitfadeninterviews mit fünf Pflegekräften, die anschließend mittels deduktiver Kategorienbildung nach Mayring analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische fundierte Ausgangsanalyse der Intensivpflege, die methodische Herleitung des qualitativen Vorgehens und die detaillierte Darstellung der Interviewergebnisse in Bezug auf Begriffsverständnis, Priorisierung und erlebte Barrieren.
Die maßgeblichen Begriffe sind Gefühlsarbeit, Intensivpflege, Pflegekompetenz nach Patricia Benner, Burn-out Prävention, Patient*innen-Outcome und das Implementierungsmodell nach Grol & Wensing.
Die Interviews deuten darauf hin, dass die Erfahrung der Pflegekraft einen signifikanten Einfluss darauf hat, wie Gefühlsarbeit priorisiert wird und welche individuellen Copingstrategien entwickelt wurden, um mit emotionalen Belastungen umzugehen.
Das Modell bietet einen strukturierten, siebenstufigen Ansatz, um Veränderungsprozesse im Gesundheitswesen nachhaltig zu planen, Hindernisse zu minimieren und die Innovation „Gefühlsarbeit“ dauerhaft in die Klinikroutine zu implementieren.
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