Bachelorarbeit, 2019
52 Seiten
1 Einleitung
2 Abstract
3 Hintergrund/ Begriffsbestimmung
3.1 Definition Schlaganfall/ TIA
3.2 Inzidenz Schlaganfall
3.3 Rezidivrate
3.4 Problem Adhärenz und Therapie-bzw. Medikamententreue
3.5 Kosten des Schlaganfalls individuell und gesamtgesellschaftlich
4 Die Idee „SOS-Care-Hilfe nach Schlaganfall“
4.1 Case Management- Definition und Handlungskonzept
4.2 Case Management Regelkreis
4.2.1 Das Konzept SOS-Care
4.2.2 Qualitätssicherung in SOS-Care
4.2.3 Qualitätsindikatoren in SOS-Care
4.2.4 Notwendige Interventionen durch den Case Manager
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Zeitraum Oktober 2016-September 2018
4.3.2 Telefonbefragung 2013
4.3.3 Erste Publikationen 2016
4.3.4 Übersicht aller verfügbaren 1-Jahres-Datensätze SOS-Care
4.3.5 Ergebnisse aus Chemnitz
4.3.6. Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Kostenrechnung/-analyse
6 Diskussion, kritische Reflexion
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Programm "SOS-Care" als Instrument des Case Managements zur Qualitätssicherung in der ambulanten Schlaganfall-Nachsorge, um zu prüfen, ob dieses Modell Rezidivquoten und stationäre Pflegebedürftigkeit senken sowie eine nachhaltige Kostenreduktion im Gesundheitssystem bewirken kann.
3.4 Problem Adhärenz und Therapie-bzw. Medikamententreue
In einer Studie der Bertelsmann Stiftung zur Adhärenz/Therapietreue kommt man zu dem Ergebnis, dass über alle Krankheitsbilder hinweg durchschnittlich 20 bis 30 Prozent der Patienten mindestens ein wichtiges Element der gemeinsam vereinbarten ärztlichen Anordnungen nicht einhalten. Außerdem wird auf den enormen volkswirtschaftlichen Schaden, den fehlende Therapietreue erzeugt hingewiesen. Allein für Deutschland wird der jährliche Verlust aus fünf untersuchten Erkrankungen (den sogenannten Volkskrankheiten) zwischen 38 und 75 Milliarden Euro beziffert. In der Konsequenz wird die Schaffung und der Einsatz von Anreizen für Ärzte, Pflegepersonal und Patienten, den Aspekt der Therapietreue in den Behandlungsplänen fest zu integrieren, dringend empfohlen (Behner & al, 2012). Wie wenig selbstverständlich die Einnahme der verordneten Medikation in der Häuslichkeit ist, erlebe ich immer wieder bei den Hausbesuchen im Rahmen von SOS-Care. Zwei Fallbeispiele sollen dies an dieser Stelle verdeutlichen:
Bei Frau D., einer 85-jährigen Patientin nach ischämischem Schlaganfall, wurde die orale Antikoagulation (OAK), umgangssprachlich Blutverdünnung, durch den Hausarzt umgestellt. Dies vermerkte er auf dem Medikamentenplan und stellte ein Rezept für das neue Medikament aus. Frau D. wurde womöglich durch den Hausarzt aufgeklärt das durchgestrichene Medikament ab sofort wegzulassen, was Frau D. jedoch nicht umsetzte. Sie nahm beide Medikamente parallel („… es wäre doch schade um die noch fast volle Packung gewesen…“-Zitat Frau D.). Da der planmäßige Hausbesuch durch mich kurz nach der Umstellung stattfand, konnte durch eine Rückfrage beim Hausarzt interveniert werden, so nahm Frau D. „nur“ drei Tage diese Überdosierung der Antikoagulation ein. In Kapitel vier werde ich auf notwendige Interventionen durch den Case Manager eingehen.
1 Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und den Hintergrund zur Entwicklung des SOS-Care-Projekts sowie die wissenschaftliche Fragestellung der Arbeit.
2 Abstract: Diese Zusammenfassung stellt dar, wie die intensive Nachsorge von Schlaganfallpatienten durch Case Management die Qualität und Therapieergebnisse im Vergleich zu einer Kontrollgruppe messbar verbessert.
3 Hintergrund/ Begriffsbestimmung: Es werden die medizinischen Grundlagen des Schlaganfalls, dessen Inzidenz sowie die volkswirtschaftliche Relevanz der Adhärenzproblematik erörtert.
4 Die Idee „SOS-Care-Hilfe nach Schlaganfall“: Detaillierte Beschreibung der Entwicklung des Programms, der methodischen Grundlagen des Case Managements sowie der erhobenen Ergebnisse aus dem Modellprojekt.
5 Kostenrechnung/-analyse: Eine ökonomische Betrachtung der Akut- und Nachsorgekosten, die aufzeigt, dass sich das Case Management-Programm durch die Senkung der Rezidivraten amortisieren kann.
6 Diskussion, kritische Reflexion: Der Autor hinterfragt die methodischen Verzerrungen (Bias) der Studie und reflektiert seine eigene Rolle als Case Manager in der täglichen Praxis.
7 Fazit und Ausblick: Eine abschließende Bestätigung der Hypothesen sowie ein Ausblick auf die notwendige Überführung des Modells in die gesetzliche Regelversorgung.
Schlaganfall, Case Management, SOS-Care, Qualitätssicherung, Rezidivprävention, Nachsorge, Adhärenz, Therapietreue, Schlaganfallversorgung, Gesundheitsökonomie, Patientenlotsen, Sekundärprophylaxe, Interdisziplinäre Versorgung, Schlaganfallnetzwerk, Patientenzufriedenheit.
Das Hauptziel ist die Verbesserung der Versorgungsqualität bei Schlaganfallpatienten nach der Klinikentlassung. Durch strukturiertes Case Management sollen Rezidive vermieden, die stationäre Pflegebedürftigkeit gesenkt und die Therapieadhärenz gestärkt werden.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Patientendaten im Zeitraum 2016 bis 2018. Dabei werden Ergebnisse einer Interventionsgruppe, die durch einen Case Manager begleitet wurde, mit einer Kontrollgruppe verglichen, um die Effektivität des Modells zu prüfen.
Eine mangelnde Therapietreue der Patienten, beispielsweise bei der Einnahme von Antikoagulanzien oder Cholesterinsenkern, erhöht das Risiko für Rezidive massiv. Das Case Management greift hier ein, um Einnahmefehler durch Hausbesuche und Beratung frühzeitig zu korrigieren.
Die Arbeit behandelt die medizinischen Hintergründe des Schlaganfalls, das Konzept des Case Managements, die Bedeutung von Qualitätsindikatoren, die Adhärenzproblematik sowie eine gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse.
Die Bachelorarbeit evaluiert das innovative Versorgungsmodell "SOS-Care" in Ostsachsen. Sie zeigt auf, wie durch die Begleitung von Schlaganfallpatienten durch einen spezialisierten Case Manager die medizinische und lebensqualitative Versorgung nach einem Schlaganfall signifikant verbessert werden kann.
Die zentralen Schlagworte sind Case Management, Rezidivprävention, Qualitätssicherung, Adhärenz, Schlaganfallnachsorge und Versorgungsmanagement.
Da für die Kostenanalyse vertrauliche Daten der AOK PLUS verwendet wurden, die auf spezifischen Kalkulationen basieren, durften diese zur Wahrung der Geschäftsgeheimnisse nicht öffentlich in der Arbeit detailliert offengelegt werden.
Die Interventionsgruppe erhielt eine kontinuierliche Betreuung durch einen Case Manager (Hausbesuche, Telefonkontakte), während die Kontrollgruppe keine programmgestützte Nachsorge erhielt und lediglich von den standardmäßigen Prozessen im Gesundheitssystem abhängig war.
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