Examensarbeit, 2002
140 Seiten, Note: 1,0
1.Einleitung
2. Zur Literatur- und Quellenlage
3. Kinder- und Jugendjahre
3. 1. Herkunft und Familie
3. 2. Die Beziehung zu seinen Eltern und das soziale Umfeld
3. 3. Bildung (allgemein und musikalisch)
3. 4. Das politische Geschehen in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts
3. 5. Wanderjahre
3. 6. Musikalische Entwicklung
4. Die Detmolder Zeit
4. 1. Politisches und gesellschaftliches Umfeld in der kleinen Residenzstadt
4. 2. Vom Sohn zum Familienvater
4. 3. Schauspieler und Publikumsliebling
4. 4. Musikalische Entwicklung – Lehrjahre
5. Leipziger Erfolgsjahre
5. 1. Politisches Geschehen
5. 2. Kulturelle und gesellschaftliche Metropole Leipzig
5. 3. Gesellschaftliches Engagement
5. 4. Berufliche Laufbahn am Theater
5. 5. Die Rolle des Künstlers im 19. Jahrhundert
5. 6. Die Rolle der Frau
5. 7. Die berufliche Laufbahn – Das Eitel Sehnen
5. 8. Musikalische Entwicklung – Meisterjahre
6. Wiener Zeit
6. 1. Die politischen Ereignisse um 1848
6. 2. Lortzings Wirken am Theater an der Wien
6. 3. Lortzing als Freiheitskämpfer
7. Die letzten Jahre
7. 1. Rückkehr nach Leipzig und Berlin
7. 2. „Die Opernprobe“ – Abrechnung mit der Opernwelt
7. 3. Zurück in Berlin
8. Lortzings Opern
8. 1. Zar und Zimmermann
8. 1. 1. Vorlage und Handlung
8. 1. 2. Peter Michaelow – Idealisierung eines Herrschers
8. 1. 3. Van Bett – Karikatur eines Spießbürgers
8. 1. 4. Peter Iwanov – Die positive Projektion Lortzings
8. 1. 5. Marie – Die Personifizierung von Lortzings Frauenbild
8. 2. Hans Sachs – „ein Spiel um Lortzing“
8. 2. 1. Anlass und Vorlage
8. 2. 2. Hans Sachs
8. 2. 3. Obrigkeit und Vaterland
8. 2. 4. Künstlerische Anerkennung versus gesellschaftlicher Stand
8. 3. Undine
8. 3. 1. Vorlage und Entstehung
8. 3. 2. Das Streben nach Höherem
8. 3. 3. Undine und die Seele
8. 3. 4. Undine und das Frauenbild
8. 3. 5. Das Elementarreich – Der sehnsuchtsvolle Zufluchtsort
8. 3. 6. Die Verbündeten
8. 4. Regina – Eine Revolutionsoper ?
8. 4. 1. Hintergründe der Entstehung und Rezeption
8. 4. 2. Der 1. Akt
8. 4. 3. Der 2. Akt
8. 4. 4. Der 3. Akt
9. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Leben und Schaffen des Komponisten Albert Lortzing im Kontext seiner Zeit, wobei der Fokus auf dem Einfluss seiner persönlichen Lebensumstände, des Theateralltags sowie der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts auf seine Opern liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Lortzing diese realen Erfahrungen und Befindlichkeiten in seine Werke reflektiert und sozialkritische Momente in seine Kompositionen einbaut.
3. 1. Herkunft und Familie
Die Erlebnisse und Erfahrungen in der Kindheit sowie die Beziehung zu den Eltern ist für jeden Menschen ausschlaggebend und prägend. So haben auch die Verhältnisse und die sozialen Strukturen, in die Lortzing hineingeboren wurde, seine Persönlichkeit, seine Einstellungen und Lebensansichten grundlegend mitbestimmt und geformt.
Lortzings Vorfahren lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, wobei die Namen in dieser Zeit unterschiedliche Schreibweisen hatten wie Lörtzing, Letzing oder Loerzig, je nach der umgangssprachlichen Artikulation (siehe Anhang Stammbaum).1 Sie hatten die Berufe des Abdeckers oder des Baders, Chirurgen und Henkers inne, was eine bestimmte soziale und gesellschaftliche Ausgrenzung mit sich zog. Schon zur damaligen Zeit versuchte die Familie wenigstens scheinbar, diese Tätigkeiten als ehrlich zu bescheinigen. Mehrfach findet man dieses Amt beurkundet als „ehrbarer Meister“.
Da dieses Gewerbe meist an die Nachfahren weitervererbt wurde, konnte erst Lortzings Urgroßvater Johann Jakob dieses Geschäft aufgeben und wurde „Gräflich Hohenlohischer Kunstgärtner“ im Thüringer Raum. Er hinterließ 8 Kinder, von denen Albert Lortzings Großvater, Johann Heinrich, das jüngste war. Dieser verließ 1766 die Heimatstadt und ging nach Berlin, wo er sich selbständig machte und ein Lederwarengeschäft eröffnete. Somit gehörten die Lortzings nun erstmalig zum Stand des niederen Bürgertums als selbständige Handwerker und Kleinhändler. Nach vielen Generationen konnte man die Familie also als angesehen und „ehrlich“ bezeichnen.
1. Einleitung: Stellt das Ziel der Arbeit dar, Lortzing als Komponisten zu würdigen, der seine eigenen Erlebnisse und sozialkritische Aspekte in seine Opern einfließen ließ.
2. Zur Literatur- und Quellenlage: Diskutiert die Bedeutung der Briefe und Biographien als Grundlage der Untersuchung.
3. Kinder- und Jugendjahre: Beleuchtet die familiäre Herkunft, das soziale Umfeld und die prägenden frühen Erfahrungen Lortzings.
4. Die Detmolder Zeit: Beschreibt das Engagement in Detmold als erste eigenständige Station und die Entstehung der ersten Briefe.
5. Leipziger Erfolgsjahre: Analysiert Lortzings erfolgreichste Zeit in Leipzig, das politische Umfeld und seine Rolle am Theater.
6. Wiener Zeit: Dokumentiert die schwierige Phase in Wien während der Revolution von 1848 und Lortzings politisches Engagement.
7. Die letzten Jahre: Schildert die Rückkehr nach Leipzig und Berlin, die beruflichen Rückschläge und Lortzings Tod.
8. Lortzings Opern: Bietet eine tiefgehende Analyse seiner wichtigsten Werke unter Einbeziehung ihrer Entstehung und inhaltlichen Bezüge.
Albert Lortzing, deutsche Volksoper, 19. Jahrhundert, Vormärz, Theatergeschichte, Komposition, Opernlibretti, gesellschaftliche Rolle, Zensur, Sozialkritik, Bürgerliches Musiktheater, Spieloper, Autodidakt, Revolution 1848.
Die Arbeit untersucht das Leben und Werk des Komponisten Albert Lortzing und analysiert, wie er seine persönlichen Erfahrungen, den Theateralltag und die gesellschaftlichen Konflikte des 19. Jahrhunderts in seinen Opern verarbeitet hat.
Zentral sind die biographische Entwicklung, die Rolle des Künstlers im Vormärz, die Auseinandersetzung mit der Zensur sowie die Analyse seiner Opernlibretti als Spiegel zeitkritischer und persönlicher Themen.
Das Ziel ist es, Lortzing als eigenständigen, reflektierten Künstler zu würdigen, dessen Werke mehr als nur triviale Unterhaltung sind und tiefe Bezüge zur Lebenswelt seiner Zeit aufweisen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse von Primärquellen, insbesondere Lortzings Briefen und Opernlibretti, ergänzt durch die Auswertung biographischer und historischer Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Lebensabschnitte Lortzings und thematisiert jeweils das politische Umfeld sowie die in dieser Zeit entstandenen Opern und deren inhaltliche Bezüge.
Wichtige Begriffe sind Albert Lortzing, 19. Jahrhundert, Spieloper, Vormärz, Sozialkritik und gesellschaftliche Rolle des Künstlers.
Sein Elternhaus, das eng mit dem Theater verbunden war und fortschrittliche aufklärerische Ideale in Vereinen wie der "Urania" vertrat, legte den Grundstein für sein politisches Bewusstsein und seine spätere Tendenz zur Gesellschaftskritik.
Die „Regina“ nimmt eine Sonderstellung ein, da sie das einzige große Werk ist, das Lortzing in einer von der Zensur befreiten Zeit schrieb, und in dem er seine persönlichen Ansichten zur Revolution von 1848 explizit verarbeitete.
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