Bachelorarbeit, 2020
49 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
3. Definition und Erfassung des Migrationshintergrundes sowie weitere grundlegende Parameter
3.1. Der Migrationshintergrund
3.1.1. Erfassung des Migrationshintergrundes im Mikrozensus
3.1.2. Erfassung des Migrationshintergrundes in der amtlichen Bildungsstatistik
3.1.3. Erfassung des Migrationshintergrundes im IQB-Bildungstrend und in den PISA-Studien
3.1.4. Generationenstatus
3.2. Bildungsdisparitäten
3.3. Die Sekundarstufe I
4. Voraussetzungen für die Feststellung des Ausmaßes von Bildungsdisparitäten
5. Bildungsbeteiligung – Schulische Segregation in der Sekundarstufe I
5.1. Schulformbezogener Anteilswert
5.1.1. Schulformbezogener Anteilswert der ausländischen Schülerschaft in der Sekundarstufe I
5.1.2. Entwicklung des schulformbezogenen Anteilswertes der ausländischen Schülerschaft an Gymnasien in der Sekundarstufe I und an den Hauptschulen
5.2. Bildungsbeteiligungsquote
5.2.1. Verteilung der Schülerschaft auf die Schulformen der Sekundarstufe I
5.2.1.1. Statistische Differenzierungsprobleme bei der Ausweisung der Schulformen innerhalb der Sekundarstufe I
5.2.1.2. Darstellung der Verteilung für das Schuljahr 2017/2018
5.2.1.3. Entwicklung der Bildungsbeteiligungsquoten
5.3. Zwischenfazit
5.3.1. Übertragbarkeit der Ergebnisse
6. Bildungsrelevante Kompetenzen in der Sekundarstufe I
6.1. Der IQB-Bildungstrend
6.1.1. Differenzierung bei der Ausweisung des Migrationshintergrundes
6.1.1.1. Ausweisung des Herkunftsstatus
6.1.2. Ergebnisse der IQB-Bildungstrends in der Sekundarstufe I
6.1.2.1. Sprachliche Kompetenzen
6.1.2.1.1. Sprachliche Kompetenzbereiche differenziert nach Zuwanderungsstatus
6.1.2.1.1.1. Kompetenzbereich Lesen, Zuhören und Orthographie
6.1.2.1.1.2. Kompetenzbereich Leseverstehen und Hörverstehen des Englischen
6.1.2.1.2. Sprachliche Kompetenzbereiche differenziert nach Herkunftsgruppen und Geburtsstatus der Elternteile
6.1.2.1.2.1. Kompetenzbereich Lesen, Zuhören und Orthographie
6.1.2.1.2.2. Kompetenzbereich Leseverstehen und Hörverstehen des Englischen
6.1.2.2. Naturwissenschaftliche Kompetenzen
6.1.2.2.1. Naturwissenschaftliche Kompetenzbereiche differenziert nach Zuwanderungsstatus
6.1.2.2.1.1. Kompetenzbereiche Mathematik, Biologie, Chemie und Physik
6.1.2.2.2. Naturwissenschaftliche Kompetenzbereiche differenziert nach Herkunftsgruppen und Geburtsstatus der Elternteile
7. Erklärungen für migrationsbezogene Bildungsdisparitäten
7.1. Ressourcentheoretischer Ansatz – die familiären Hintergrundmerkmale
7.1.1. Das ökonomische Kapital
7.1.2. Das soziale Kapital
7.1.3. Das kulturelle Kapital
7.1.3.1. Die Beherrschung der Verkehrssprache
7.1.4. Zwischenfazit
7.1.5. Empirische Relevanz für die Sekundarstufe I
7.1.5.1. Daten aus den IQB-Bildungstrends
7.1.5.2. Daten aus den PISA-Studien
7.1.5.2.1. Berücksichtigung der Sprachkompetenz
7.1.5.3. Zwischenfazit
7.2. Psychische Einflussfaktoren
7.2.1. Empirische Relevanz für die Sekundarstufe I
7.2.2. Einfluss der sozialen Eingebundenheit und der Schulzufriedenheit
7.3. Einfluss der Familienstruktur
7.3.1. Empirische Relevanz für die Sekundarstufe I
7.4. Weitere Erklärungsansätze
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß und die Ursachen migrationsbezogener Bildungsdisparitäten in der Sekundarstufe I. Ziel ist es, anhand aktueller Daten empirisch zu belegen, inwiefern ein Migrationshintergrund die schulische Partizipation und den Kompetenzerwerb beeinflusst, sowie die zugrunde liegenden gesellschaftlichen Mechanismen und strukturellen Erklärungsansätze zu analysieren.
3.1. Der Migrationshintergrund
Das Lexem Migration stammt aus dem Lateinischen (lat. migratio = Wanderung, Umzug). Heutzutage spricht man bei Migration von einem dauerhaften Wohnortwechsel bei räumlicher und soziokultureller Trennung (vgl. Diefenbach 2010: 22). Mecheril (2016) spricht bei Migration von einem sozialen sowie kulturellen Raumwechsel, infolgedessen Migranten in einem neuen Raum ansässig werden (vgl. Mecheril 2016: 9).
Der soziale Parameter ‚Migrationshintergrund‘ ist zu Beginn der 2000er-Jahre über die internationalen Schulleistungsstudien und ab 2005 über den Mikrozensus eingeführt worden (vgl. Kemper 2010: 315f.). In der Sozialwissenschaft gibt es keine einheitliche Definition von Migrationshintergrund, es gibt vielerlei uneinheitliche Auslegungen – ergo eine uneinheitliche Kombination von Migrationsmerkmalen, anhand derer ein Migrationshintergrund festgemacht wird (ebd.). Der kleinste gemeinsame Nenner in Bezug auf Migration ist, dass es sich um solche Bewegungen von Personen und Personengruppen im Raum handelt, die einen dauerhaften Wohnortwechsel bedingen (vgl. Han 2000: 7). So wird deutlich, dass alle Menschen von einer Migrationsgeschichte innerhalb ihrer Familie ausgehen können. Ergo hat im weiteren Sinne jeder Mensch einen Migrationshintergrund.
Um nun im Rahmen dieser Arbeit aussagekräftige, realitätsnahe und zuverlässige Ergebnisse zu bekommen, bedarf es einer differenzierteren Betrachtungsweise des Begriffes Migrationshintergrund. Im Folgenden wird nun dargestellt, wie der Mikrozensus, die amtliche Bildungsstatistik, der IQB-Bildungstrend sowie die PISA-Studien den Migrationshintergrund erfassen. Es werden hier nun speziell die Erfassungen des Mikrozensus, der amtlichen Bildungsstatistik, des IQB-Bildungstrends sowie der PISA-Studien herangezogen, da dies die Untersuchungen sind, auf die im späteren Verlauf dieser Arbeit zurückgegriffen wird, um die Bedeutungen des Migrationshintergrundes für Bildungsdisparitäten in der Sekundarstufe I zu analysieren.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die demografische Relevanz des Migrationshintergrundes in Deutschland und verknüpft das Thema mit dem Grundrecht auf Bildung sowie den Erkenntnissen aus langjährigen Schulleistungsstudien.
2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Forschungsfragen, nämlich das quantitative Ausmaß von Bildungsdisparitäten sowie die Analyse ursächlicher Mechanismen für diese Unterschiede.
3. Definition und Erfassung des Migrationshintergrundes sowie weitere grundlegende Parameter: Hier werden Definitionen von Migration, Migrationshintergrund, Bildungsdisparität und Sekundarstufe I geklärt sowie deren statistische Erfassungsmethoden kritisch hinterfragt.
4. Voraussetzungen für die Feststellung des Ausmaßes von Bildungsdisparitäten: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der Indikatoren – Bildungsbeteiligung und Schulleistung – zur empirischen Überprüfung sozialer Ungleichheit.
5. Bildungsbeteiligung – Schulische Segregation in der Sekundarstufe I: Das Kapitel analysiert die Verteilung der Schülerschaft auf verschiedene Schulformen und belegt signifikante Disparitäten zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund.
6. Bildungsrelevante Kompetenzen in der Sekundarstufe I: Anhand des IQB-Bildungstrends werden Kompetenzunterschiede in Sprache und Naturwissenschaften differenziert nach Zuwanderungsstatus und Herkunftsgruppen untersucht.
7. Erklärungen für migrationsbezogene Bildungsdisparitäten: Dieser Teil erörtert theoretische Ansätze, insbesondere die Ressourcenperspektive nach Bourdieu, sowie psychische Faktoren und den Einfluss der Familienstruktur auf den Bildungserfolg.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass migrationsbezogene Bildungsdisparitäten als hochkomplexes, schichtspezifisches Phänomen zu betrachten sind, das einer differenzierten Einzelfallbetrachtung bedarf.
Migrationshintergrund, Bildungsdisparitäten, Sekundarstufe I, Bildungsbeteiligung, IQB-Bildungstrend, Schulleistung, Ressourcenperspektive, kulturelles Kapital, soziale Segregation, Zuwanderungsstatus, Herkunftsstatus, PISA-Studien, Bildungsungleichheit, Kompetenzerwerb, Schulzufriedenheit.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung des Migrationshintergrundes für Bildungsdisparitäten innerhalb der deutschen Sekundarstufe I sowohl quantitativ als auch ursächlich.
Die Schwerpunkte liegen auf der Bildungsbeteiligung in verschiedenen Schulformen, den erreichten Kompetenzniveaus in sprachlichen und naturwissenschaftlichen Fächern sowie den soziologischen Erklärungsansätzen für festgestellte Ungleichheiten.
Das primäre Ziel ist die empirische Analyse, ob und in welchem Ausmaß ein Migrationshintergrund negative Auswirkungen auf den Bildungserfolg hat und welche gesellschaftlichen Mechanismen dabei eine Rolle spielen.
Es handelt sich um eine Sekundäranalyse, bei der Daten aus der amtlichen Bildungsstatistik, den IQB-Bildungstrends und PISA-Studien ausgewertet und theoretisch durch ressourcentheoretische Ansätze (nach Bourdieu) eingeordnet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Analyse der statistischen Verteilung von Schülern auf Schulformen sowie eine detaillierte Untersuchung leistungsorientierter Daten zu sprachlichen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen, gefolgt von einer theoretischen Debatte über Einflussfaktoren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bildungsdisparitäten, Migrationshintergrund, soziale Ungleichheit, Kapitaltheorie, Bildungsbeteiligung und Sekundarstufe I charakterisiert.
Die Arbeit zeigt, dass die ausländische Schülerschaft keineswegs homogen ist; insbesondere bei afghanischen, syrischen und rumänischen Schülern zeigen sich verhältnismäßig große Bildungsdisparitäten, während andere Gruppen teilweise keine signifikanten Nachteile aufweisen.
Obwohl familiäre Ressourcen einen großen Beitrag zur Erklärung leisten, verbleiben auch nach statistischer Kontrolle (z.B. sozioökonomischer Status) oft signifikante Differenzen, was die Komplexität des Integrationsprozesses und weitere Einflussfaktoren unterstreicht.
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