Magisterarbeit, 2002
108 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Sexualität und Identität
2.1 Was ist Sexualität?
2.2 Männchen oder Weibchen? – Die Frage nach der Geschlechtsidentität
2.2.1 Kern-Geschlechtsidentität
2.2.2 Geschlechtsrolle
2.2.3 Geschlechtspartner-Orientierung
2.2.4 Geschlechtsidentität
2.3 Sexualität und Gesellschaft
2.3.1 Die neosexuelle Revolution
2.3.1.1 Die Dissoziation der sexuellen Sphäre
2.3.1.2. Die Dispersion der sexuellen Fragmente
2.3.1.3 Die Diversifikation der sexuellen Beziehungen
2.3.1.4 Sigusch’s Welt
3. Medien und Identität
3.1 Die Selbstinszenierung im „real life“
3.2 Wie Medien soziale Situationen und Rollen verändern
3.3 Die Auswirkungen der Medien auf die Identität
4. Im Chatroom
4.1 Die Bewohner der Webchats
4.1.1 Zahlen, Zahlen und nochmals Zahlen
4.1.2 Die Chaträume
4.2 „Bist Du m oder w?“
4.2.1 Der Nickname
4.2.2 Gender-Switching
4.2.3 „Hallo, darf ich dich kennen lernen?“
4.3 Fantasie oder Realität?
4.3.1 90-60-90: Die Selbstbeschreibung im Chat
4.3.2 Sexuelle Skripts
4.4 So nah und doch so fern – Nähe und Distanz
4.4.1 Emotionen im Chat
4.4.2 Netzbeziehungen
5. Folgen des Chattens
5.1 Kann das Chatten Geschlechtsidentitäten verändern?
5.2 Der Chat: Gefahr oder Chance?
6. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des erotischen Chattens unter sozialpsychologischen Gesichtspunkten. Ziel ist es zu ergründen, wie das Internet und die darin stattfindende Kommunikation die Sexualität, die Identitätsbildung und soziale Rollen beeinflussen, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen virtueller Inszenierung und realer Identität im Fokus steht.
4.3.1 90-60-90: Die Selbstbeschreibung im Chat
Sex ohne Körper funktioniert nicht. Auch im Chatroom ist daher die Beschreibung von Körperlichkeit, sei es von äußerlichen Merkmalen oder von körperlichen Handlungen, unabdingbare Voraussetzung. Gerade bei der eigenen Beschreibung gibt es aber große Unterschiede, die ich hier an Beispielen aufzeigen möchte.
Während manche Chatteilnehmer den unsichtbaren Körper als Projektionsfläche für ihre eigenen Fantasien nutzen (vgl. Kapitel 4.2.3, Fredo und melanie) und nicht an einer detaillierten Beschreibung ihrer Chatpartner interessiert sind, liefern andere zumindest eine Rahmenbeschreibung ihrer Selbst ab (vgl. Kapitel 4.2.3, tim und andrea). Ich habe die Beobachtung gemacht, dass Äußerlichkeiten abgeklärt werden, bevor es zu gemeinsamen körperlichen Handlungen kommt. Hier einige Selbstbeschreibungen:
tim: beschreib dich mal bitte...
susi: ok, 1,65, 58 kg, dunkelblonde lange haare, graugrüne augen und du?
Tim: 190 cm, 88 kg, graublaue augen, kurze blonde haare, sportlich...
Tim: hhmmmm...klingt süß deine beschreibung......sexy ;-)
Tim: hast du ein pic von dir?
susi: ja aber ich verschiecke so schnell keines
(Quelle: Praline Erotik-Hotel, 20.05.2002, Raum Whirlpool, Auszüge)
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Internet- und Chatnutzung sowie Darstellung der persönlichen Motivation der Autorin für diese Forschungsarbeit.
2. Sexualität und Identität: Theoretische Auseinandersetzung mit Begriffen wie Sexualität, Geschlechtsidentität und den gesellschaftlichen Einflüssen darauf, unter Einbeziehung psychoanalytischer und soziologischer Ansätze.
3. Medien und Identität: Untersuchung der Hypothese, dass Medien soziale Rollen verändern, basierend auf den Theorien von Erving Goffman und Joshua Meyrowitz.
4. Im Chatroom: Empirische Analyse des Chatverhaltens, inklusive Nutzerstatistiken, Gender-Aspekten und der Vermischung von Fantasie und Realität.
5. Folgen des Chattens: Hypothetische Diskussion darüber, wie sich das Chatten auf die Geschlechtsidentität auswirken kann und welche Chancen oder Risiken dies birgt.
6. Schlusswort: Fazit und Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Frage, ob das Chatten unser Verständnis von Identität und Sexualität tatsächlich nachhaltig verändert.
Chatten, Internet, Sexualität, Geschlechtsidentität, Identität, Cybersex, Rollenverhalten, soziale Interaktion, Netsex, Sozialpsychologie, virtuelle Kommunikation, Geschlechterdifferenz, Selbstdarstellung, Erotik, Medienwirkung
Die Arbeit analysiert die sozialpsychologischen Hintergründe der Interaktion in sexuell ausgerichteten Chaträumen und deren Auswirkungen auf das Selbstverständnis der Nutzer.
Die zentralen Themen sind Sexualität, die Konstruktion von Geschlechtsidentität im virtuellen Raum sowie der Einfluss von Medien auf Identität und soziales Verhalten.
Ziel ist es zu klären, ob sexuelle Inszenierungen im Chat Teil der Sexualität sind oder als Spiel mit Identitäten fungieren und welche Folgen dieses Verhalten für die Akteure hat.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse theoretischer Ansätze (Sigusch, Schmidt, Goffman, Meyrowitz, Gergen) sowie auf eigenen Beobachtungen und Analysen von Chat-Protokollen und Nutzerstatistiken.
Der Hauptteil analysiert die Realität in Chaträumen, die Bedeutung von Nicknames, das Phänomen des Gender-Switchings sowie die Art und Weise, wie Nähe und Distanz trotz körperlicher Abwesenheit erzeugt werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Internet, Sexualität, Geschlechtsidentität, Chatten, Identität und Medienwirkung.
Der Begriff, geprägt von Volkmar Sigusch, beschreibt den Wandel der Sexualität von einem triebgesteuerten, mystifizierten Phänomen hin zu einer durch Medien und Kommerzialisierung fragmentierten und selbstinszenierten Aktivität.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Internet neue Möglichkeiten zur Selbstinszenierung bietet, aber weitgehend den traditionellen gesellschaftlichen Verhaltensmustern folgt und keine grundlegend neuen Identitätskonzepte erzwingt.
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