Bachelorarbeit, 2022
71 Seiten
1. Einleitung
2. Ursprung, Inhalt und prominente Interpretationsansätze der sophokleischen Antigone
2.1. Inhalt und Handlung der sophokleischen Antigone
2.1.1. Der Ursprung des Mythos: Kadmos & die Labdakiden
2.1.2. Mythische Vorgeschichte der sophokleischen Antigone
2.1.3. Figuren und Inhalt des Mythos
2.1.4. Zeitgeschichtliche Bedeutung des Themas
2.2. Wirkungsgeschichte & Interpretationsansätze des Antigone-Mythos sowie seine Rezeption in der Geschichte der Philosophie
2.2.1. Wichtige Motive des Mythos der Antigone
2.2.2. Der Mythos der Antigone in der Geschichte der Philosophie
2.2.2.1. Friedrich Hölderlin
2.2.2.2. Søren Kierkegaard
2.2.2.3. Martin Heidegger
2.2.2.4. Philosophen heute: Judith Butler
3. Bezüge zum Antigone-Mythos im Werk Hegels
3.1. Die Phänomenologie des Geistes
3.1.1. Bewusstsein, Selbstbewusstsein
3.1.2. Die Vernunft
3.1.3. Der Geist, die Sittlichkeit
3.1.3.1. Die Entzweiung der Substanz: menschliches & göttliches Gesetz
3.2. Weitere Bezüge in Hegels Werk
3.2.1. Die Wissenschaft der Logik & die Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften
3.2.2. Hegels Methode am Beispiel der Dialektik des Anfangs: Sein-Nichts-Werden
3.2.3. Antigone und die Hegelsche Rechtsphilosophie: Die Grundlinien der Philosophie des Rechts & Die Philosophie des Rechts – Vorlesungen von 1821 / 22
3.2.3.1. Der Vorsatz und die Schuld
3.2.3.2. Die Sittlichkeit
3.2.3.3. Ehe & Familie
3.2.4. Die Hegelsche Tragödientheorie: Vorlesungen über die Ästhetik
4. Die systematische Funktion der Figur der Antigone im Werk Hegels
4.1. Die Entzweiung der Substanz und der Konflikt der sittlichen Mächte
4.1.1. Die Entzweiung der Substanz
4.1.2. Der Konflikt der sittlichen Mächte
4.2. Die sittliche Handlung & die unschuldige Schuld der Antigone
4.3. Mann, Frau & Familie
4.4. Das Tragische im Mythos der Antigone
5. Schlussbemerkung & Fazit
Die Arbeit untersucht die systematische Funktion, die G.W.F. Hegel der Figur der Antigone in seinem philosophischen Werk zuweist. Dabei wird analysiert, wie Hegel den sophokleischen Antigone-Mythos als Analogie verwendet, um zentrale Konzepte wie die Dialektik, das Verhältnis von menschlichem und göttlichem Gesetz sowie das Wesen der tragischen Sittlichkeit zu explizieren.
2.1.4. Zeitgeschichtliche Bedeutung des Themas
Um den im Mythos der Antigone dargestellten Konflikt richtig interpretieren zu können, muss zunächst eine kurze zeitgeschichtliche Einordnung erfolgen, da sich dieser im 5 JH v. Chr. vielschichtiger darstellt als er es in der Gegenwart wäre. Hierbei ist neben der Rolle der Frau vor allem auf die Bedeutung der Bestattung und des Landesverrats einzugehen. In der Tragödie des 5JH v. Chr. ist das Thema um den Streit um die Toten besonders relevant. Hierbei gilt deren Bestattung grundsätzlich als menschliches wie auch göttliches Gebot. Dabei handelt es sich weniger um eine Pflicht gegenüber dem Verstorbenen, sondern um ein „allgemeines, menschliches Recht und Zeichen menschlicher Zivilisation“ (vgl. Zimmermann 1993: 121).
Daher beschränkt man sich nicht auf die Bestattung der eigenen Toten, sondern kommt es im Falle eines Krieges vor, dass auch die Toten des Feindes bestattet werden, da die Bestattung als allgemeine religiöse Norm betrachtet wird, welche unabhängig von politischen oder persönlichen Konflikten für alle Menschen gleichermaßen gilt. Somit wird Kreons Verbot der Beisetzung des Körpers von Polyneikes als Widerspruch zur allgemeinen Einstellung zum Tod angesehen. Hierbei ist zu beachten, dass Polyneikes keinen normaler Feind darstellt, sondern gegen seinen eigenen Bruder und seine Heimatstadt Theben in den Krieg zieht, wodurch er sich selbst zum Landesverräter macht. Um die heimatliche Erde mit deren Gebeinen nicht zu beschmutzen, sieht das attische Gesetz des 5JH v. Chr. vor, dass diese nicht im Land, sondern lediglich außerhalb der Landesgrenzen bestattet werden dürfen (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Aktualität des Antigone-Mythos und Hegels intensive Beschäftigung mit der Figur als "vortrefflichstes Kunstwerk", um die Zielsetzung der Untersuchung zu verdeutlichen.
2. Ursprung, Inhalt und prominente Interpretationsansätze der sophokleischen Antigone: In diesem Kapitel werden grundlegende Motive des Mythos sowie dessen philosophische Rezeption (u.a. durch Hölderlin, Kierkegaard und Heidegger) im Vorfeld zur Hegelianischen Interpretation historisch verortet.
3. Bezüge zum Antigone-Mythos im Werk Hegels: Hier findet die detaillierte Analyse der Bezüge zum Antigone-Stoff in Hegels Hauptwerken statt, insbesondere innerhalb der Phänomenologie des Geistes, der Rechtsphilosophie und seiner Ästhetik.
4. Die systematische Funktion der Figur der Antigone im Werk Hegels: Der Hauptteil der Arbeit fasst die Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel zusammen, um darzulegen, wie Hegel die Antigone-Figur als systematisches Instrument einsetzt, um die Entzweiung der Substanz und die tragische Kollision sittlicher Mächte zu erläutern.
5. Schlussbemerkung & Fazit: Das Fazit resümiert die zentrale Rolle der Antigone in Hegels Werk als Bindeglied zwischen Philosophie und Literaturtheorie.
Hegel, Antigone, Sophokles, Sittlichkeit, Dialektik, Geist, menschliches Gesetz, göttliches Gesetz, Rechtsphilosophie, Tragödie, unschuldige Schuld, Substantialität, Entzweiung, Phänomenologie, Mythos.
Die Bachelorarbeit analysiert die systematische Bedeutung und die spezifische Funktion der Antigone-Figur innerhalb der Philosophie von G.W.F. Hegel.
Zu den Kernbereichen gehören Hegels Dialektik, seine Rechtsphilosophie, die Tragödientheorie sowie die ethische Spaltung in menschliches und göttliches Lebensrecht.
Die zentrale Frage ist, welche systematische systematische Funktion Hegel dem Mythos der Antigone in seinem philosophischen Gesamtsystem zuweist und wie er ihn zur Analogiebildung nutzt.
Der Autor führt eine hermeneutisch-textanalytische Untersuchung durch, bei der er Hegels Hauptwerke in Bezug auf das Motiv der Antigone vergleicht und mit der historischen Entwicklung des Mythos in der Philosophiegeschichte in Verbindung setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der verschiedenen Textstellen im Hegelschen Gesamtwerk, in denen Antigone auftaucht, und eine systematische Herleitung ihrer Rolle für die Hegelsche Dialektik der Sittlichkeit.
Hegel, Antigone, Sittlichkeit, Dialektik, göttliches/menschliches Gesetz und der Begriff der unschuldigen Schuld.
Hegel versteht darunter, dass tragische Helden wie Antigone und Kreon aus ihrem jeweiligen, sittlich motivierten Charakter handeln und dadurch in einen unentrinnbaren Konflikt geraten, wobei sie trotz der Verletzung der entgegengesetzten Sphäre "schuldig" werden, aber gleichzeitig "unschuldig" bleiben, da sie ihrem eigenen sittlichen Pfad folgen müssen.
Während Hegel Antigone als Vertreterin des göttlich-familiären Rechts in einer dialektischen Weltordnung begreift, dekonstruiert Butler diese Auffassung und weist Antigone durch ihre inzestuöse Herkunft eine "schwankende Geschlechtszugehörigkeit" zu, wobei sie die Hegelsche Interpretation kritisiert.
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