Masterarbeit, 2023
219 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Problem- und Zielstellung
1.3 Forschungslücke
1.4 Vorstellung der Saint-Gobain Sekurit Deutschland GmbH
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Grundlagen der Automobilverglasung
2.1.1 Definition der verschiedenen Glasarten
2.1.2 Bedeutung der verschiedenen Sicherheitsgläser am Automobil
2.2 Grundlagen der Qualitätsprüfung in der Automobilverglasung
2.2.1 Besondere Merkmale
2.2.2 Arten von Qualitätsprüfungen
2.2.3 Nachweis und Archivierung von CoP-P-Dokumenten
2.3 Rückverfolgbarkeit in der Automobilindustrie
2.3.1 Definition von Rückverfolgbarkeit
2.3.2 Notwendigkeit für eine Rückverfolgbarkeit
2.3.3 Einsatzproblematik eines Rückverfolgbarkeitssystems
2.3.4 Identifikation von Produkten (Coding)
2.3.5 Kennzeichnung von Produkten (Marking)
2.3.6 Optische Identifikationssysteme (Reading)
2.3.7 Digitaler Zwilling
2.4 Entwicklung von Grundannahmen und Forschungsrahmen
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Rechtfertigung der Forschungsrichtung
3.2 Wahl des Erhebungsinstruments
3.2.1 Festlegung des Materials – Expertenauswahl
3.2.2 Erstellung des halbstrukturierten Interviewleitfadens
3.3 Methode der Datenauswertung
3.3.1 Formale Charakteristika des Materials
3.3.2 Richtung der Analyse – Fragestellung
3.3.3 Theoretische Differenzierung der Fragestellung
3.3.4 Bestimmung der Analysetechnik und des Ablaufmodells
3.3.5 Definition der Analyseeinheiten
3.3.6 Analyseschritte mittels des Kategoriensystems
3.4 Umgang mit inhaltsanalytischen Gütekriterien
4. Ergebnisse der Datenauswertung (Experteninterviews)
4.1 Ausgangslage
4.2 Kategorie 1 – Organisationsmanagement
4.3 Kategorie 2 – Digitalisierung
4.4 Kategorie 3 – Identifikationsmerkmal
4.5 Kategorie 4 – Datenmanagement
4.6 Darstellung des derzeitigen CoP-P-Prüfprozesses
5. Umsetzungsempfehlungen
5.1 Kategorie 1 – Organisationsmanagement
5.2 Kategorie 2 – Digitalisierung
5.3 Kategorie 3 – Identifikationsmerkmal
5.4 Kategorie 4 – Datenmanagement
6. Konzeptionelle Umsetzung
6.1 Kategorie 1 – Umsetzung Organisationsmanagement
6.2 Kategorie 2 – Umsetzung Digitalisierung
6.3 Kategorie 3 – Umsetzung Identifikationsmerkmal
6.4 Kategorie 4 – Umsetzung Datenmanagement
6.5 Prototypische Umsetzung des CoP-P-Prüfprozesses
7. Handlungsempfehlungen
8. Limitation und Anschlussmöglichkeiten für Folgearbeiten
8.1 Limitation
8.2 Anschlussmöglichkeiten für Folgearbeiten
9. Schlussfolgerung
Diese Arbeit hat zum Ziel, eine interne Rückverfolgbarkeit von Einzelprodukten auf Basis der Prüfergebnisse der CoP-P-Dokumentationen im Bereich der Qualitätssicherung bei der Saint-Gobain Sekurit Deutschland GmbH zu konzipieren, um im Schadensfall eine lückenlose Aufklärung von Ursache und Wirkung sowie eine schnelle Reaktion zu ermöglichen.
1.1 Relevanz des Themas
Das Bewusstsein und die Weiterentwicklung für eine nachhaltige und sichere Mobilität sind in weiten Teilen der Welt, wie auch in Deutschland, angekommen. Doch aufgrund eines weiterhin ausbaufähigen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), wenig erschlossenen Fahrradwegen oder mangelnder, tiefgreifender Alternativen, auch im Fernverkehr, bewegen sich laut einer durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Auftrag gegebene Studie des infas-Institut rund 76% der Deutschen mit dem Pkw fort – mit prognostiziertem Anstieg. In den letzten Jahren, nach der im Jahr 2017 bekanntgegebenen Studie, kam es lediglich zu einem Rückgang von 2% auf 74%, wobei das Fahrrad mit 55% auf Platz 2 liegt. Auch zeigt diese Studie auf, dass, je ländlicher die Gegend, desto mehr Autohalter pro Kopf gibt es. Damit zählt das Auto weiterhin zu den beliebtesten, da auch am meisten genutzten Fortbewegungsmittel in Deutschland.
Die Automobilindustrie gehört folgerichtig zu dem wichtigsten deutschen Industriezweig, welcher, gemessen an dem Umsatz (2021: ca. 411 Milliarden Euro) sowie an den Beschäftigungszahlen (2021: ca. 786.000 Personen), die größte Branche des verarbeitenden Gewerbes darstellt. Die Einzelkomponenten für die Kfz-Produktion entspringen hierbei aus verschiedenen Branchen, wodurch der große Anteil durch die Automobil- und Zulieferindustrie zustande kommt. Dieser Sektor weckt sowohl die Nachfrage an Mobilität und befriedigt jenes Bedürfnis nach leistungsstarken und umweltverträglichen Fahrzeugen in den Ballungsgebieten sowie kleinen Arealen Europas, aber auch in weiten Teilen der Welt. 9,8% der gesamten Bruttowertschöpfung hängt an der deutschen Autoindustrie und 7,2% aller Beschäftigungsverhältnisse des Landes sind direkt oder indirekt hierauf zurückzuführen. Damit verbunden hat die Automobil- und Zuliefererindustrie eine hiesige Verantwortung im ökologischen, ökonomischen, aber auch im rechtlichen Bereich.
1. Einführung: Dieses Kapitel erläutert die hohe Relevanz der Automobilbranche und die Notwendigkeit einer lückenlosen Rückverfolgbarkeit aufgrund sicherheitsrelevanter Bauteile und gesetzlicher Anforderungen.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die Grundlagen zur Automobilverglasung, den Qualitätsprüfungs-Standards (CoP-P) und den Methoden der digitalen Rückverfolgbarkeit wie Coding, Marking und dem Digitalen Zwilling theoretisch fundiert.
3. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Arbeit, basierend auf einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring inklusive Experteninterviews zur Datenerhebung.
4. Ergebnisse der Datenauswertung (Experteninterviews): Die erhobenen Experteninterviews werden ausgewertet und in die vier Hauptkategorien Organisationsmanagement, Digitalisierung, Identifikationsmerkmal und Datenmanagement unterteilt sowie detailliert dargestellt.
5. Umsetzungsempfehlungen: Aufbauend auf den Ergebnissen werden konkrete Empfehlungen für die vier identifizierten Hauptkategorien zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit generiert.
6. Konzeptionelle Umsetzung: Dieses Kapitel präsentiert die praktische prototypische Umsetzung der erarbeiteten Empfehlungen innerhalb der QS-Prozesse des untersuchten Unternehmens.
7. Handlungsempfehlungen: Zusammenfassende kurze Empfehlungen für den weiteren Ausbau des Konzepts werden gegeben.
8. Limitation und Anschlussmöglichkeiten für Folgearbeiten: Kritische Reflexion der Forschungsarbeit und Ausblick auf zukünftige Untersuchungsmöglichkeiten.
9. Schlussfolgerung: Eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und die Bestätigung der Notwendigkeit eines ausgebauten Rückverfolgbarkeitssystems für die Wettbewerbsfähigkeit.
Rückverfolgbarkeit, Automobilverglasung, Qualitätsprüfung, CoP-P, Einzelteilverfolgung, Data-Matrix-Code, Digitalisierung, Digitaler Zwilling, Automobilzulieferindustrie, Produktsicherheit, Identifikationsmanagement, Qualitätsmanagement, Prozessdaten, Fertigung, MES.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer internen Rückverfolgbarkeit von Einzelprodukten für Qualitätsprüfungen in der Automobilglasherstellung am Beispiel der Saint-Gobain Sekurit Deutschland GmbH.
Das primäre Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, wie die Rückverfolgbarkeit von Einzelprodukten auf Offline-Qualitätsprüfungen und deren Dokumentation erweitert werden kann, um Fehler schneller zu identifizieren und die Qualitätssicherung zu optimieren.
Für die Datenerhebung wurden sechs Experteninterviews geführt, die anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Themen sind unter anderem Grundlagen der Automobilverglasung (ESG, VSG), Anforderungen an die Qualitätsprüfung nach IATF 16949, Methoden der Produktidentifikation (Barcode, DMC, RFID) und das Konzept des Digitalen Zwillings.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Experteninterviews, kategorisiert die Herausforderungen in Organisationsmanagement, Digitalisierung, Identifikationsmerkmale und Datenmanagement und leitet daraus ein prototypisches Konzept für das Unternehmen ab.
Da Sicherheitsglas ein sicherheitsrelevantes Bauteil ist, erfordern gesetzliche Normen und Haftungsbedingungen (Produkthaftungsgesetz) eine präzise Rückverfolgbarkeit, um bei Mängeln gezielte Rückrufaktionen durchführen zu können, anstatt große Chargen vorsorglich sperren zu müssen.
Die Digitalisierung von ehemals manuellen Prozessen in der QS (Papierdokumentation) wird als essenziell betrachtet, um Daten maschinenlesbar zu machen, eine durchgängige Prozesskette abzubilden und eine Verknüpfung von Einzelprodukten mit ihren qualitativen Prüfdaten zu ermöglichen.
Die Online-Prüfung erfolgt während der laufenden Fertigung in Echtzeit, während die Offline-Prüfung (CoP-P) außerhalb des unmittelbaren Produktionsprozesses stattfindet, was Rückverfolgbarkeitslücken erzeugt, die diese Arbeit schließen möchte.
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