Bachelorarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Wortdefinitionen
2.1 Modediagnose
2.2 Gesundheit und Krankheit
3. ADHS
3.1 Das Krankheitsbild ADHS
3.2 Geschichte
3.3 Entwicklung und Vorkommen von ADHS und Ritalin
3.4 Ursachen
3.5 Symptome
3.6 Diagnostik
3.6.1 Diagnostische Möglichkeiten
3.6.2 Kritik an der Diagnostik
3.7 Behandlung
3.7.1 Kritik an der Behandlung
4. Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit
4.1 Geschichte
4.2 Entwicklung
4.3 Ursachen
4.4 Symptome
4.5 Diagnostik
4.6 Behandlung
5. Modediagnose
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche und medizinische Entwicklung des ADHS-Begriffs und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob die Bezeichnung "Modediagnose" für dieses Krankheitsbild berechtigt ist, indem die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit wissenschaftlich reflektiert wird.
3.6.2 Kritik an der Diagnostik
Die Abläufe und Mittel der Diagnostik bringen Vor- und Nachteile mit sich, die die Bestimmung von ADHS stark beeinflussen können. Der folgende Abschnitt macht auf Fehler und Probleme während des Prozesses der Diagnosestellung aufmerksam und verdeutlicht somit das Problem der konkreten Auflistung von ADHS-Zahlen.
Die Vielzahl an Diagnosemöglichkeiten zeigt die Schwierigkeit, dass optimalste Verfahren herauszufinden. Den perfekten Test gibt es also nicht, viele kleine Bausteine und deren Kombinationen aus Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen, Fragebögen, Checklisten, Skalen, Interviews und der ausführlichen Beobachtung führen zum Ergebnis. Zudem stimmen die verschiedenen Diagnoseverfahren, als auch die Klassifikations- und Diagnosesysteme in ihrer Einschätzung und Auswertung nicht vollständig überein, sodass teilweise bei ein und demselben Kind unterschiedliche Ergebnisse zu Stande kommen. Dies führt schlussendlich auch zu einer ungenauen Anzahl an diagnostizierten ADHS-Erkrankten.
Auch der nach außen nicht hyperkinetische, unaufmerksame Typ scheint in der Diagnostik hin und wieder unter zu gehen. Er ist zwar innerlich unruhig, gedanklich umtrieben und impulsiv, fällt aber durch seine verträumte und eher ruhige Art nach außen weniger auf und wird somit weniger in die Diagnostik einbezogen. Die Probleme treten bei diesem Typ erst später auf. Es wird vermutet, dass Mädchen bei diesem Typ stärker vertreten sind und Jungen deshalb überproportional häufiger als Mädchen diagnostiziert werden. Laut Bundesärztekammer ist jedoch der unaufmerksame Subtyp von ADHS wissenschaftlich bisher nicht ausreichend untersucht.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der veränderten gesellschaftlichen Definitionen von Krankheit und Gesundheit ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich des ADHS-Begriffs.
2. Wortdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie "Modediagnose" sowie der kontroverse Diskurs um die Definitionen von Gesundheit und Krankheit geklärt.
3. ADHS: Dies ist das Hauptkapitel, welches das Krankheitsbild von der medizinischen Definition über die Geschichte bis hin zu Ursachen, Symptomen, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten umfassend analysiert.
4. Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit: Hier wird anhand der vorangegangenen Aspekte untersucht, wie sich die Grenze zwischen gesundem und krankhaftem Verhalten historisch und aktuell verschoben hat.
5. Modediagnose: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und beurteilt, inwieweit ADHS aufgrund der hohen Popularität und diagnostischen Ausweitung als Modediagnose bezeichnet werden kann.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit findet hier ihren Abschluss, indem die zentralen Ergebnisse zur Begriffsgenese, zum Anstieg der Diagnosezahlen und zur Problematik der Grenzziehung zwischen "Normal" und "ADHS" resümiert werden.
ADHS, Modediagnose, Krankheit, Gesundheit, Methylphenidat, Ritalin, Diagnostik, Symptomatik, Kindheit, Jugend, Multimodale Therapie, Fehldiagnose, Psychostimulanzien, Verhaltensauffälligkeiten, Neurobiologie
Die Arbeit reflektiert wissenschaftlich die ADHS-Diagnostik vor dem Hintergrund der zunehmenden gesellschaftlichen und medizinischen Bedeutung des Krankheitsbildes und untersucht, ob die Bezeichnung "Modediagnose" berechtigt ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den Ursachen (genetisch, biologisch, psychosozial), der aktuellen diagnostischen Praxis sowie den multimodalen Behandlungsmöglichkeiten von ADHS.
Ziel ist es herauszufinden, warum die Diagnosezahlen für ADHS und der Verbrauch von Medikamenten wie Ritalin in den letzten Jahrzehnten so stark angestiegen sind und ob sich dabei die Grenze zwischen normalem kindlichem Verhalten und pathologischer Krankheit verschoben hat.
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse, bezieht aktuelle Studien, Statistiken (wie den Barmer Ärztereport) und internationale Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV) ein, um eine multiperspektivische Reflexion des Themas zu ermöglichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Krankheitsbildes ADHS, seine geschichtlich-gesellschaftliche Einordnung, die verschiedenen Ursachenmodelle sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Diagnostik und den gängigen Therapieansätzen.
Kernbegriffe sind ADHS, Modediagnose, Mehrfachdiagnosen, Methylphenidat (Ritalin), Grenzziehung zwischen Krankheit und Gesundheit sowie die Frage nach der Überdiagnostizierung.
Dies begründet sich durch die Auffälligkeit, dass das Krankheitsbild durch hohe öffentliche Aufmerksamkeit, unscharfe Definitionen und eine stürmische Zunahme diagnostizierter Fälle charakterisiert ist, was Interpretationsspielräume für Nicht-Fachleute eröffnet.
Die Arbeit zeigt einen massiven Anstieg an Methylphenidat-Verordnungen auf, der zeitlich mit der steigenden popularwissenschaftlichen Diskussion und dem Wunsch nach schneller Symptomkontrolle in Schule und Familie korreliert.
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