Bachelorarbeit, 2010
53 Seiten, Note: 1,7
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1. Einleitung
2. Bedingungen des Aufschwungs
2.1 Geographische Lage
2.2 Bevölkerungswachstum und Urbanisierung
2.3 Aufschwung in Zeiten des Umbruchs
3. Der primäre Sektor: Landwirtschaft und Fischfang
3.1 Landwirtschaft: Humankapitalüberschuss durch Wandel in Technik und Organisation
3.2 Fischfang: Erfolg durch eine herausragende Innovation
4. Der sekundäre Sektor: Industrie und Gewerbe
4.1 Textilindustrie: neue Techniken und leichtere Stoffe
4.2 Schiffbau: aufgebaut auf Zulieferindustrien
4.3 Andere Industrien
4.3.1 Keramikindustrie: Importiertes Know-how und steigender Absatz
4.3.2 Nahrungs- und Genussmittelgewerbe: Erfolg durch expandierenden Handel und Schifffahrt
5. Der tertiäre Sektor: Handel und Finanzwesen
5.1 Handel und Schifffahrt
5.1.1 Der europäische Handel: Nordeuropa und der Mittelmeerraum als Handelspartner
5.1.2 Handel mit Asien und die Entstehung der Verenigden Oostindischen Compagnie
5.1.3 Handel mit Afrika und der Neuen Welt: Neue Rohstoffquellen
5.2 Finanzwesen: Die Amsterdamer Wisselbank als internationales Bankhaus
6. Die Interdependenzen der einzelnen Sektoren
7. Schluss
Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen Aufschwung der Niederlande im Zeitraum von 1581 bis 1660 mit dem Ziel, die wechselseitigen Abhängigkeiten der Wirtschaftssektoren zu analysieren und zu klären, ob der Handel als alleiniger Wachstumstreiber anzusehen ist oder ob andere Sektoren, insbesondere die Landwirtschaft, eine entscheidende Rolle einnahmen.
3.2 Fischfang: Erfolg durch eine herausragende Innovation
Im zweiten Bereich des primären Sektors, der Fischerei, konnte eine große Menge der Arbeitskräfte, die zuvor in der Landwirtschaft beschäftigt waren, neue Arbeitsplätze finden. Der Fischfang war in den Niederlanden traditionell ein relativ großer Wirtschaftszweig, spielte aber für die wirtschaftliche Entwicklung bis 1500 keine besonders große Rolle, da hauptsächlich für die lokale Märkte im Inland oder an den Küsten Fisch gefangen wurde. Dies änderte sich jedoch schlagartig; noch vor dem „Goldenen Zeitalter“ der niederländischen Wirtschaft, als im 15. Jahrhundert ein neuer Schiffstyp für die Heringsfischerei entwickelt wurde: die Busse.
Diese wurde bis 1600 noch weiterentwickelt, bis sie dann in ihrer klassischen Form 200 Jahre lang die Heringsfischerei der Niederländer beherrschten. Notwendig wurde diese Erfindung durch die Qualität der Heringe, die an den Küsten gefangen werden konnten; diese war so schlecht, dass die Fische nicht zum Export oder Handel geeignet waren. Die neuartigen Schiffe bildeten die Grundlage für den andauernden Erfolg der Heringsfischerei und des –handels der Niederländer, da sie aus verschiedenen Gründen länger auf See bleiben und somit auch weiter hinausfahren konnten.
Die Bussen ermöglichten die Verarbeitung und Konservierung der frisch gefangenen Fische direkt an Bord unmittelbar nach dem Fang, da sie größer waren und weitaus mehr Seeleute als Besatzung erforderten als die klassischen Fischerboote. Der verarbeitete Fisch wurde von Transportern abgeholt und direkt an den Heimathafen gebracht, was zur Folge hatte, dass man sich nicht mehr danach richten musste, wohin sich die Heringsschulen begaben; man konnte während der gesamten Zeit auf See in ihrer Nähe bleiben und musste nicht ständig zum Hafen zurückkehren. Ein weiterer Vorteil war natürlich, dass damit auch die Qualität der Heringe stark zunahm, da die Zeit des Transportes vom Erzeuger zum Abnehmer durch die direkte Haltbarmachung auf dem Schiff wegfiel.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die wirtschaftlichen Zusammenhänge des niederländischen Aufschwungs und hinterfragt die exklusive Rolle des Handels als primäre Triebfeder.
2. Bedingungen des Aufschwungs: Es werden die geographischen, demographischen und politischen Rahmenbedingungen analysiert, die als Basis für die spätere wirtschaftliche Expansion dienten.
3. Der primäre Sektor: Landwirtschaft und Fischfang: Die Modernisierung der Landwirtschaft durch den Getreideimport und die technologischen Innovationen im Fischfang, insbesondere die Busse, werden als wesentliche Stützpfeiler dargestellt.
4. Der sekundäre Sektor: Industrie und Gewerbe: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Textilindustrie, Schiffbau und weitere Gewerbe durch Innovationen und die Integration von Immigranten-Know-how expandierten.
5. Der tertiäre Sektor: Handel und Finanzwesen: Der europäische und globale Handel sowie die bahnbrechende Rolle der Amsterdamer Wechselbank werden im Kontext ihrer internationalen Machtstellung erörtert.
6. Die Interdependenzen der einzelnen Sektoren: Eine Synthese zeigt auf, wie eng die Wirtschaftssektoren miteinander verflochten waren und dass kein Bereich unabhängig existierte.
7. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass die Landwirtschaft eine oftmals unterschätzte, jedoch fundamentale Rolle für die wirtschaftliche Dynamik des Goldenen Zeitalters spielte.
Niederlande, Goldene Zeitalter, Wirtschaftssektoren, Handel, Fischerei, Landwirtschaft, Schiffbau, Textilindustrie, Amsterdamer Wisselbank, VOC, WIC, Urbanisierung, Interdependenzen, Kapitalakkumulation, Innovation
Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen Aufschwung der Niederlande im 17. Jahrhundert und analysiert, wie die verschiedenen Sektoren der Wirtschaft (Landwirtschaft, Industrie und Handel) zusammenwirkten.
Zu den zentralen Themen gehören die strukturelle Entwicklung der niederländischen Wirtschaft, der Einfluss technologischer Innovationen (z.B. Schiffbau) und die Bedeutung internationaler Handelsbeziehungen sowie Finanzinstitutionen.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob ein einzelner Wirtschaftssektor den Aufschwung aus eigener Kraft ermöglichte oder ob das wirtschaftliche System auf der wechselseitigen Abhängigkeit verschiedener Bereiche basierte.
Die Arbeit nutzt eine wirtschaftshistorische Analyse, bei der das Wirtschaftsgeschehen in Sektoren unterteilt wird, um deren Verflechtungen und gegenseitige Abhängigkeiten aufzuzeigen.
Der Hauptteil analysiert detailliert den primären Sektor (Landwirtschaft, Fischfang), den sekundären Sektor (Textilindustrie, Schiffbau, Keramik) und den tertiären Sektor (Handel, Bankwesen) unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Innovationskraft und Vernetzung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Drei-Sektoren-Hypothese, der Getreidehandel, die Bedeutung von Migranten für technisches Know-how sowie Institutionen wie die VOC, die WIC und die Amsterdamer Wechselbank.
Der Getreideimport entlastete die niederländische Landwirtschaft von der arbeitsintensiven Getreideproduktion, sodass Ressourcen für profitablere Produkte wie Viehzucht und Gartenbau frei wurden.
Schiffstypen wie die Busse und die Fleute ermöglichten effizientere Fang- und Transportmethoden, eine größere Ladekapazität bei geringerem Personalaufwand und damit einen signifikanten Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Nationen.
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