Masterarbeit, 2023
81 Seiten, Note: 1,3
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist es, zu untersuchen, wie der Übergang von der Kindertageseinrichtung (Kita) zur Grundschule im öffentlichen Diskurs repräsentiert wird und welche Konzepte und Vorstellungen diese Darstellungen prägen. Die Arbeit strebt an, ein umfassendes Bild der gesellschaftlich konstruierten Stellung zu dieser Thematik zu erarbeiten.
3.1. Diskurs und sozialwissenschaftliche Diskursanalyse
MICHEL FOUCAULT
Michel Foucault revolutionierte die Diskursdebatte, indem er in den 1960er Jahren den Diskursbegriff entwickelte (Strübing, 2013). Er war maßgeblich daran beteiligt, dass neue Herangehensweisen an zu betrachteten Gegenstände erschlossen wurden. Der geschichtsinteressierte Philosoph setzte sich mit verschiedenen „... Phänomenen wie Geisteskrankheit, Strafprozeduren, der Entstehung und Etablierung der Wissenschaftsdisziplin Psychologie, Recht oder Medizin [auseinander]...“ (Keller, 2011, S. 44). In seinen vielen Arbeiten, welche er über verschiedene Themen veröffentlicht, war der Inhalt zweitrangig. Viel mehr Aufsehen erreichte der Philosoph durch die verwendete Methode der Wissenserschließung (Keller, 2011). „Dadurch lenkte er das Verständnis von Diskursen auf die wissenschaftlichen Disziplinen, als die Orte oder Institutionen, an denen Diskurse entstehen, verankert sind und sich fortspinnen.“ (Keller, 2011, S. 44). Foucault überarbeitet seine Werke stets und entwickelt diese weiter. Die Weiterentwicklungen können in unterschiedliche Phasen eingeteilt werden (Treibel, 2006). In der vorletzten Phase ab 1970 wurden die bisherigen Ausführungen durch die Betrachtung von ‚Macht‘ und ‚Machtbeziehungen‘ angereichert. Unter diesem Begriff versteht er besonders die Interaktion verschiedener Akteur:innen und die Wirkung derer Handlungen (Treibel, 2006). Er beschreibt es als eine Wechselbeziehung zwischen den betroffenen Instanzen, wobei die jeweils mächtigere auf die unterlegende verändern einwirkt (Treibel, 2006). „Letztere ist jedoch nicht zwangsläufig ohnmächtig, sondern kann ihrerseits auf den oder die Mächtigeren Einfluss nehmen. Einen Begriff wie Machthaber würde Foucault ablehnen, da er Macht verdingliche. Macht versteht Foucault immer als Machtbeziehungen.“ (Treibel, 2006, S.65f.).
DISKURS
Ein Diskurs kann als eine Thematisierung eines Problems im öffentlichen Raum verstanden werden (Strübing, 2013). Keller (2011) definiert den Begriff, als die Gesamtheit der Aussagen, die nach bestimmten Kriterien zu einem Thema formuliert sind. Es handelt sich demnach um eine „... nach unterschiedlichen Kriterien abgrenzbare Aussagepraxis bzw. Gesamtheit von Aussageereignissen, die im Hinblick auf institutionell stabilisierte gemeinsame Strukturmuster, Praktiken, Regeln und Ressourcen der Bedeutungserzeugung untersucht werden" (Keller, 2011, S. 67). In einem Diskurs zu einer bestimmten Thematik werden unterschiedliche Positionen eingefangen und beschrieben. Weiterführend merkt Keller an, dass Diskurse keine Realität widerspiegeln. Sie sind lediglich konstruierte Abbilder des Ist-Zustandes (Keller, 2011).
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Relevanz des Übergangs von Kita zur Grundschule als wichtige Forschungsthematik dar, begründet die Forschungsfrage nach der Repräsentation dieses Übergangs im öffentlichen Diskurs und skizziert den Aufbau der Masterarbeit.
2. Forschungsstand: Hier werden zentrale Begriffe wie "Transition" und "Kooperation" definiert, das IFP-Transitionsmodell von Niesel & Griebel vorgestellt und bildungspolitische Maßnahmen sowie Projekte zur Übergangsgestaltung seit 2000 beleuchtet.
3. Methodologie und Methode: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Diskursanalyse nach Michel Foucault und die qualitative Forschungsmethode der Grounded Theory, die zur Generierung neuer Theorien und Kategorien dient.
4. Ergebnispräsentation: Die Auswahl und Aufbereitung des Datenmaterials, bestehend aus Zeitschriftenartikeln, wird dargestellt, ebenso wie die detaillierten Kodierverfahren (offenes, axiales und selektives Kodieren) zur Herausarbeitung der Schlüsselkategorien und deren Beziehungen.
5. Diskussion: Die in der Arbeit gewonnenen Ergebnisse werden hier interpretiert und im Kontext der Forschungsfrage beleuchtet, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen öffentlichem Diskurs und Fachliteratur sowie die Komplexität der Transitionsgestaltung diskutiert werden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Haupterkenntnisse der Untersuchung prägnant zusammen, bestätigt die Komplexität des Diskurses zum Übergang Kita-Grundschule, weist auf die passive Rolle der Kinder hin und betont die Notwendigkeit weiterer Optimierungen in der Übergangsgestaltung.
Transition, Kita, Grundschule, Übergangsgestaltung, Kooperation, Diskursanalyse, Grounded Theory, Bildungspolitik, Akteur:innen, PISA-Schock, Ressourcenmanagement, Kommunikation, frühkindliche Bildung, Mediendiskurs.
Diese Arbeit untersucht, wie der Übergang von der Kindertageseinrichtung (Kita) zur Grundschule im öffentlichen Diskurs dargestellt wird und welche spezifischen Konzepte und Vorstellungen diese Darstellung prägen.
Die zentralen Themenfelder umfassen den Übergangsprozess von Kita zu Grundschule, die Kooperation zwischen diesen Bildungseinrichtungen, bildungspolitische Maßnahmen sowie die Analyse des öffentlichen Diskurses über diese Thematik.
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: „Wie wird der Übergang von der Kita zur Grundschule im öffentlichen Diskurs repräsentiert und welche Konzepte und Vorstellungen prägen diese Darstellungen?“
Die Arbeit verwendet die Methodik der Diskursanalyse, unterstützt durch die Kategorienbildung der Grounded Theory, um ein gesellschaftliches Stimmungsbild zu erschließen.
Im Hauptteil werden der Forschungsstand, die detaillierte Methodologie (Diskursanalyse und Grounded Theory) und die Ergebnisse der Analyse, einschließlich der Vorstellung des Datenmaterials und der herausgearbeiteten Schlüsselkategorien, behandelt.
Schlüsselwörter, die die Arbeit charakterisieren, sind: Transition, Kita, Grundschule, Übergangsgestaltung, Kooperation, Diskursanalyse, Grounded Theory, Bildungspolitik, Akteur:innen, PISA-Schock.
Der PISA-Schock im Jahr 2000 wird als wichtiger kontextueller Faktor genannt, der die bildungspolitische Diskussion verstärkt und den Fokus auf die frühkindliche Bildung und den Übergang von der Kita zur Grundschule maßgeblich beeinflusst hat.
Das Transitionsmodell von Niesel & Griebel ist relevant, da es verschiedene Perspektiven und involvierte Akteur:innen bündelt und die theoretischen Grundlagen der Transitionsforschung mit der Familienentwicklungspsychologie vereint, wodurch es als Pionierwerk der Transitionsforschung gilt.
Die im Buch angewandte Diskursanalyse ist nicht starr, sondern flexibel und prozessorientiert, wobei sie sich auf die Ebene von Organisation, Institutionen und kollektiven Akteuren sowie die Konstitution von sozialem Sinn konzentriert, im Gegensatz zu rein sprachwissenschaftlichen Ansätzen.
Für die Diskursanalyse wurden regionale und überregionale Zeitschriftenartikel (Berliner Morgenpost, Süddeutsche Zeitung, Hamburger Abendblatt) ausgewählt. Dies erfolgte aufgrund ihrer leichten Zugänglichkeit, Aktualität, Relevanz und der Vielfalt an Perspektiven, die sie im öffentlichen Diskurs bieten.
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