Bachelorarbeit, 2020
72 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Klimawandel — Der mediale Diskurs
2.1 Klimawandel — Die naturwissenschaftliche Perspektive
2.2 Klimawandel — Die gesellschaftliche, mediale Perspektive
2.3 Klimawandel — Die mediale Darstellung
3. Klimawandel im Film
3.1 Filme als mediale Konstruktionen von Wirklichkeit
3.2 Die filmische Darstellung des Klimawandels
3.3 Der animierte Klimawandel
4. Disney
5. Die soziologische Film- und Fernsehanalyse
5.1 Kinder-, Jugend-, oder Familienfilm?
5.2 Vaiana
5.3 Die Eiskönigin 2
5.4 Die Auswahl der zu analysierenden Szenen
6. Ergebnisse der Filmanalyse
6.1 Das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt
6.2 Die Protagonisten und die Hinwendung zur Weiblichkeit
6.3 Die Naturdarstellung in Vaiana und Die Eiskönigin 2
6.4 Symbolik und Allegorien
6.5 Filmmusik
6.6 Die Hinwendung zur Natur und zur Harmonie auf der Farbebene
7. Diskussion der Ergebnisse
7.1 Die Frauendarstellung in Vaiana und Die Eiskönigin 2
7.2 Konklusion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Thema Klimawandel in den erfolgreichen Disney-Animationsfilmen Vaiana und Die Eiskönigin 2 aufgegriffen, thematisiert und fiktional dargestellt wird, wobei insbesondere die Rolle von Natur und Umweltschutz im Fokus steht.
3.1 Filme als mediale Konstruktionen von Wirklichkeit
Filme vermitteln, wie andere mediale Produkte, Wissen und Werte. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum „gesellschaftlich geteilten Wissensvorrat“ (Berger & Luckmann, [1966] 2009, S. 42 ff.). Darüber hinaus unterstützen sie den Aufbau einer gemeinsamen Welt der Zuschauer (Peltzer & Keppler, 2015, S. 13) und tragen damit „auf ihre je spezifische Weise zur gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit“ bei (Peltzer & Keppler, 2015, S. 1). Filmische Produkte prägen den Wahrnehmungshaushalt der Rezipienten gerade durch ihre Kombination von Bild und Ton. Durch dieses Zusammenspiel werden mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen, wodurch die vermittelten Informationen im Gehirn besser verarbeitet und gespeichert werden können (Fleuchaus, 2012, S. 6). Gerade bunte, sich bewegende Bilder und eingängige Soundeffekte, wie sie in Disneyanimationsfilmen häufig zu finden sind, bleiben oftmals lange im Gedächtnis. Doch nicht nur aus diesem Grund erscheint eine Analyse aktueller Filme notwendig: Filme und Fernsehsendungen stellen kommunikative Angebote bereit, auf welche neben Erwachsenen auch bereits junge Kinder in ihrem Alltag zurückgreifen (Geimer, 2010).
Audiovisuelle Produkte entstehen dabei nicht im luftleeren Raum. Sie greifen Wissen, Werte und Normen des jeweiligen soziokulturellen Umfeldes, in dem sie entstanden sind, auf und können als „Archivare und Vermittler des Zeitgeistes“ (Peltzer & Keppler, 2015, S. 25) angesehen werden. Auf diese Deutungen der sozialen Wirklichkeit greifen allerdings nicht nur die Rezipienten zu. Auch Medien selbst greifen in ihrer Darstellung wiederum auf die geschaffenen Symbole und Deutungen zurück. Filmische Produkte, genau wie andere Medienprodukte, präsentieren und generieren also gleichzeitig Wirklichkeit. Filme wie Vaiana und Die Eiskönigin 2 können außerdem eine zentrale Rolle bei der Welterschließung und der Konstruktion von Wirklichkeit einnehmen, da sie (fiktive) Welten aufzeigen, welche die meisten Menschen kaum aus der realen Welt kennen: Polynesische Inseln und Landschaften der Tundraregion. Wie bereits erwähnt sind es unter anderem auch gerade diese Regionen, die vom Klimawandel heute schon am stärksten betroffen sind.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Klimawandels als zentrales Problem dar und führt in das Forschungsziel ein, die Darstellung dieser Thematik in Disney-Animationsfilmen zu untersuchen.
2. Klimawandel — Der mediale Diskurs: Das Kapitel erläutert naturwissenschaftliche und mediale Perspektiven auf den Klimawandel und diskutiert die Rolle der Massenmedien bei der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse.
3. Klimawandel im Film: Hier wird die filmische Konstruktion von Wirklichkeit diskutiert und ein Überblick über den Stand der Forschung zur Darstellung von Klimawandel in Filmen (Cli-fi) gegeben.
4. Disney: Dieses Kapitel beleuchtet die kulturelle Bedeutung und den medialen Einfluss des Filmstudios Disney auf Generationen von Zuschauern weltweit.
5. Die soziologische Film- und Fernsehanalyse: Es wird die methodische Herangehensweise nach Peltzer und Keppler (2015) beschrieben, um die in den Filmen angelegten Deutungsangebote zum Klimawandel zu analysieren.
6. Ergebnisse der Filmanalyse: Die Analyse deckt auf, wie in Vaiana und Die Eiskönigin 2 Themen wie Mensch-Umwelt-Beziehungen, Weiblichkeit, Symbolik und Filmmusik zur Thematisierung ökologischer Fragen beitragen.
7. Diskussion der Ergebnisse: Das Kapitel reflektiert die Erkenntnisse hinsichtlich der Frauendarstellung sowie der Stärken und Schwächen der gewählten filmischen Narrative zur Vermittlung ökologischer Verantwortung.
Klimawandel, Animation, Disney, Filmsoziologie, ökologische Bildung, mediale Konstruktion, Symbolik, Vaiana, Die Eiskönigin 2, Umweltproblematik, Gender, Naturschutz, Narrative, Ökofeminismus, Klimakommunikation.
Die Arbeit untersucht, wie das aktuelle und komplexe Thema Klimawandel in modernen, erfolgreichen Disney-Animationsfilmen narrativ und ästhetisch verarbeitet wird.
Zentrale Themen sind die Mediatisierung von Umweltproblemen, das Verhältnis von Mensch und Natur sowie die Darstellung von Geschlechterrollen in Animationsfilmen.
Die Arbeit fragt danach, welche Vorstellungen von Umweltproblematiken in den Filmen Vaiana und Die Eiskönigin 2 entworfen werden und wie die fiktionalen ökologischen Konflikte gelöst werden.
Es wurde eine soziologische Film- und Fernsehanalyse nach Peltzer und Keppler (2015) durchgeführt, die eine Detailanalyse ausgewählter Szenen umfasst.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen zum Klimadiskurs, die Rolle von Disney als „Archivar des Zeitgeistes“, die Charakteristiken der Filme und eine detaillierte Auswertung der filmischen Symbolik und Darstellungsweisen.
Kernbegriffe sind Klimawandel, Disney, Filmsoziologie, Ökofeminismus, mediale Konstruktion und der interfilmische Vergleich von Naturdarstellungen.
Die Arbeit zeigt, dass die Identifikation mit den weiblichen Hauptfiguren eng mit der Hinwendung zur Natur verknüpft ist, wobei die Charaktere einen persönlichen Wandel vollziehen, der oft im Einklang mit der Wiederherstellung eines ökologischen Gleichgewichts steht.
Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass durch das Happy End und die fantastische Inszenierung die reale Dringlichkeit des Klimawandels verdeckt werden kann, was zu einer Entlastung der Zuschauer von einer echten, solidarischen Verantwortung führen mag.
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