Bachelorarbeit, 2022
44 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Was bedeutet Liebe
2.1 Was heißt es zu lieben
2.2 Arten der Liebe
2.2.1 Romantische Liebe
2.2.2 Spielerische Liebe
2.2.3 Freundschaftliche Liebe
2.2.4 Pragmatische Liebe
2.2.5 Besitzergreifende Liebe
2.2.6 Altruistische Liebe
2.3.7 Pädagogische Liebe
3. Liebe in der griechischen Antike
3.1 Platons Ideenlehre
3.2 Platons Symposion
3.2.1 Der Mythos der Kugelmenschen (Rede des Aristophanes)
3.2.2 Eros als das Streben nach dem Schönen (Rede des Phaidros)
3.2.3 Egozentrische und sorgende Liebe (Rede des Pausanias)
3.2.4 Die Liebe in der Wissenschaft (Rede des Eryximachos)
3.2.5 Die Schöpfungskraft der Liebe (Rede des Agathon)
3.2.6 Zusammenführung der ersten Fünf Reden
3.2.7 Sorgende Liebe und philosophische Wissenssuche (Rede der Diotima)
3.2.8 Eine Kombination von Eros/Liebe und Pädagogik
3.3 Liebe als Teil des guten Lebens bei Platon
4. Liebens- und Care Ethik
4.1 Grundlagen der Liebens- und Care Ethik nach Conradi
4.1.1 Praxis
4.1.2 Interrelationalität
4.1.3 Achtsamkeit
4.2 Fürsorge als Liebes- Tugend und Rechtspflicht
4.3 Liebens und Care Ethik in der Schule
5. Sozialphilosophie/Bildungsphilosophie
5.1 Herzensbildung
5.1.1 Moral Sense
5.2 Eine Kultur der Anerkennung und der Liebe (Neokonfuzianismus)
6. Liebe in der ethischen Bildung: Bildungsplanbezug
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung, die Funktionen und den Nutzen der Liebe. Dabei wird insbesondere erforscht, wie die Liebe als philosophisches Konzept eine zentrale Rolle in der ethischen Bildung spielen kann, um moralisches Handeln zu kultivieren und eine Kultur der Anerkennung zu fördern.
3.2.1 Der Mythos der Kugelmenschen (Rede des Aristophanes)
Einen guten Einstieg in das Thema Liebe in der griechischen Antike bietet der Mythos der Kugelmenschen, den Aristophanes in Platons Symposion erzählt. Laut diesem Mythos gab es ursprünglich drei Geschlechter, ein männliches, ein weibliches und ein mann-weibliches Geschlecht. Dieses dritte Geschlecht hatte einen kugelförmigen Körper und konnte aus zwei männlichen Hälften, zwei weiblichen Hälften sowie einer männlichen und einer weiblichen Hälfte bestehen. Die Kugelmenschen hatten auf beiden Hälften zwei Beine, zwei Hände, ein Gesicht und ein Geschlechtsorgan. Die Kugelmenschen konnten sich schnell bewegen, besaßen große Kraft und große Gedanken, die sie dazu einsetzen wollten, die Götter anzugreifen. Um sich selbst zu schützen und die Kugelmenschen für ihren Hochmut zu bestrafen, teilten die Götter die Kugelmenschen in zwei Hälften und verdrehten ihnen die Geschlechtsorgane, um sie dazu zu verdammen, von nun an aufrecht und auf zwei Beinen durch die Welt zu gehen und das Zeugen von Nachkommen zu verhindern.
Getrieben von der Sehnsucht nach seiner verlorenen anderen Hälfte suchten die getrennten Kugelmenschen einander und umschlangen sich in der Hoffnung, wieder eins zu werden. Aus Angst, wieder getrennt zu werden, blieben sie umschlungen, bis sie starben. Aus Erbarmen und um zukünftige Opfergaben sicherzustellen, verlegte Zeus die Geschlechtsorgane der Kugelmenschen auf ihre Vorderseite, wodurch aus ihrer Umschlungenheit Nachkommen entstehen konnten. Bei gleichgeschlechtlichen Hälften entstanden zwar keine Nachkommen, aber geschlechtliche Befriedigung, wodurch beide Hälften ihrem Tagesgeschehen wieder nachgehen konnten (Nida-Rümelin et al., 2017, S.149). In dieser Geschichte verursacht die Teilung eine Bedürftigkeit nach Vervollständigung, nach der Wiederherstellung der ursprünglichen Natur und damit eine Sehnsucht, die darauf gerichtet ist, sich selbst zu ergänzen. Eros ist hier die Kraft, die es vermag, die zwei individuellen Hälften zueinander zu führen und zum Glück zu verhelfen (Hardy, 2021, S.5-6).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vernachlässigte Rolle der Liebe in der modernen Philosophie und formuliert das Ziel der Arbeit, den Wert der Liebe sowie ihren Nutzen für die ethische Bildung herauszuarbeiten.
2. Was bedeutet Liebe: Dieses Kapitel definiert Liebe als eine intentional auf ein Objekt gerichtete Emotion und differenziert anhand verschiedener philosophischer Positionen sowie Kategorisierungen wie romantische, spielerische oder altruistische Liebe.
3. Liebe in der griechischen Antike: Der Hauptteil analysiert Platons Ideenlehre und das Werk „Symposion“, wobei verschiedene Reden die Entwicklung vom körperlichen Eros zur philosophischen Wissenssuche und zur Idee des Schönen und Guten nachzeichnen.
4. Liebens- und Care Ethik: Hier wird das Konzept der Care-Ethik nach Gilligan und Conradi vorgestellt, welches alternative moralische Urteilsgrundlagen jenseits der reinen Gerechtigkeitsmoral bietet und die Bedeutung von Verantwortung und menschlichen Beziehungen hervorhebt.
5. Sozialphilosophie/Bildungsphilosophie: Dieses Kapitel widmet sich der Herzensbildung und dem Moral Sense als wichtige Konzepte, um durch Empathie und eine intuitive Wahrnehmung des Guten den Charakter und moralisches Handeln zu schulen.
6. Liebe in der ethischen Bildung: Bildungsplanbezug: Zum Abschluss wird untersucht, wie die erarbeiteten Konzepte konkret in den Bildungsplan des Fachs Ethik in Baden-Württemberg integriert und für den Unterricht fruchtbar gemacht werden können.
Liebe, Eros, Agape, Platon, Symposion, Care-Ethik, Ethische Bildung, Herzensbildung, Moral Sense, Tugendhaftigkeit, Ideenlehre, Bildungsplan, Eudaimonie, Schöpfungskraft, Philosophie.
Die Arbeit untersucht die philosophische und bildungstheoretische Bedeutung der Liebe. Ihr Ziel ist es, die Liebe aus ihrer Verbannung in den privaten Bereich zu holen und ihren Nutzen als fundierte Grundlage für ethische Bildung in der Schule aufzuzeigen.
Zu den zentralen Themen gehören das Liebesverständnis der griechischen Antike (insbesondere Platons Symposion), die moderne Liebens- und Care-Ethik, die Konzeption der Herzensbildung sowie der konkrete Bezug dieser Theorien zum schulischen Bildungsplan.
Das primäre Ziel ist es, die Nützlichkeit der Liebe als pädagogisches Bindemittel und moralische Kraft in der ethischen Bildung darzustellen und damit einen Beitrag zur theoretischen Aufwertung der Liebe im Bildungskontext zu leisten.
Die Arbeit ist eine philosophische Begriffs- und Literaturanalyse, die auf dem Studium klassischer Texte (Platon) und zeitgenössischer gesellschafts- und bildungsphilosophischer Ansätze (Care-Ethik, Herzensbildung) basiert.
Der Hauptteil analysiert differenzierte Liebeskonzepte, vergleicht rationalistische und phänomenologische Sichtweisen, beleuchtet die verschiedenen Reden im Symposion und überträgt die ethiktheoretischen Ansätze von Conradi, Noddings und anderen auf den unterrichtlichen Kontext.
Die zentralen Charakteristika sind die Verbindung von Eros und Tugend, der Fokus auf die "Care-Ethik", die Bedeutung der "Herzensbildung" und der "Moral Sense" als intuitiver Zugang zum Guten.
Der Mythos dient als anthropologischer Beleg für das Bedürfnis des Menschen nach Ergänzung und Ganzheit. In der Schule kann er genutzt werden, um Liebe als ein existenzielles Grundbedürfnis zu thematisieren und auf die Suche des Menschen nach dem Guten zu übertragen.
Herzensbildung übersteigt die rein kognitive Argumentation. Sie ermöglicht es Schülern, durch Empathie und einen geschulten Moral Sense eine innere Haltung zum Guten zu entwickeln, die über bloßes theoretisches Wissen hinausgeht.
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