Bachelorarbeit, 2019
39 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Gesellschaft und Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit
2.1 Das Gerichtswesen in der Frühen Neuzeit
2.1.1 Wurden Frauen vor Gericht benachteiligt?
2.2 Der Glaube an Hexerei und Zauberei
2.3 Wie kam es zur Anklage wegen Hexerei/Zauberei?
2.3.1 Die gesellschaftliche Stellung der Frau zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert
2.3.2 Klima, Kriege, Reformation und Hungersnöte
2.3.3 Die Suche nach ‚Sündenböcken‘
3. Die Hexenverfolgungen als eine Art gesellschaftlicher Ausgrenzung?
4. Vorgaben des Kerncurriculums in Niedersachsen
4.1 Zu erwerbende Schlüsselkompetenzen
5. Der Geschichtsunterricht
5.1 Das Fach Geschichte
5.2 Geschichtsdidaktik
5.3 Hexenverfolgungen im Geschichtsunterricht
5.4 Exemplarischer Unterrichtsentwurf
5.4.1 Bedingungen
5.4.1.1 Unterrichtszusammenhang
5.4.1.2 Lerngruppe
5.4.1.3 Entwicklungsaufgabe
5.4.2 Didaktische Überlegungen
5.4.2.1 Legitimation
5.4.2.2 Sachanalyse
5.4.2.3 Transformation
5.4.3 Methodische Analyse: Steuerungsverhalten, Phasierung, Sozialformen, Handlungsmuster
5.4.4 Ziele: Stundenziele, Teilziele, Kompetenzen
5.4.5 Anhang
6. Fazit
7. Anhang
7.1 Auszug aus dem niedersächsischen Kerncurriculum für Gymnasien
Die Arbeit untersucht das historische Phänomen der Hexenverfolgungen als eine Form gesellschaftlicher Ausgrenzung und analysiert, wie diese Thematik didaktisch aufbereitet im Geschichtsunterricht eingesetzt werden kann, um Lernenden sowohl historisches Wissen als auch kritische Kompetenzen hinsichtlich aktueller gesellschaftlicher Mechanismen der Ausgrenzung zu vermitteln.
2.1 Das Gerichtswesen in der Frühen Neuzeit
Um zu verstehen, wie es zu den Hexenprozessen der Frühen Neuzeit kommen konnte, muss zunächst das Gerichtswesen der damaligen Zeit im Allgemeinen betrachtet werden. Bis ins späte Mittelalter wurden Prozesse im Akkusationsverfahren verhandelt, bei dem der Prozess nur auf Betreiben des Geschädigten oder dessen Familie eröffnet und durchgeführt wurde. Der Ursprung dieses Verfahrens lag im Römischen Recht. Erst durch die Ablösung des Akkusationsverfahrens durch das Inquisitionsverfahren, bei dem das staatliche Gewaltmonopol gewaltsam durchgesetzt werden konnte, veränderte sich die Praxis in der Rechtsprechung. Von nun an gehörte im Inquisitionsverfahren die Folter zum festen Bestandteil eines Gerichtsverfahrens.
Da das Inquisitionsverfahren zudem auch als effizienter betrachtet wurde, verdrängte es schließlich vollends das ältere Akkusationsverfahren. Die Ermittlungen in einem Verfahren lagen jetzt bei juristisch geschulten sowie berufsmäßigen und beamteten Richtern und nicht wie zuvor bei zwei einzelnen, in der Regel gleichstarken Parteien. Dem Richter oblag die Wahrheitsfindung, die nur durch Geständnisse der Angeklagten zweifelsfrei zu erreichen war. Diesem Umstand ist es wohl zuzurechnen, dass die Folter zu einem unvermeidlichen Bestandteil eines Prozesses wurde.
1. Einleitung: Stellt die zentralen Forschungsfragen vor und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Phänomen Hexenverfolgung sowohl historisch als auch didaktisch für den Unterricht zu erschließen.
2. Die Gesellschaft und Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit: Untersucht die damaligen Rahmenbedingungen, das Gerichtswesen, den Hexenglauben und die gesellschaftliche Rolle der Frau.
3. Die Hexenverfolgungen als eine Art gesellschaftlicher Ausgrenzung?: Führt zusammen, wie soziale Faktoren und der Bedarf an Sündenböcken zu Anklage und Ausgrenzung führten.
4. Vorgaben des Kerncurriculums in Niedersachsen: Erläutert die curricularen Grundlagen für den Geschichtsunterricht am Beispiel des niedersächsischen Lehrplans.
5. Der Geschichtsunterricht: Bietet allgemeine didaktische Überlegungen und entwickelt einen konkreten Unterrichtsentwurf zur Thematik.
6. Fazit: Reflektiert die Ergebnisse und betont die Übertragbarkeit der Mechanismen auf heutige Prozesse der sozialen Ausgrenzung.
7. Anhang: Enthält ergänzende Dokumente aus dem Kerncurriculum sowie das Literaturverzeichnis.
Hexenverfolgung, Frühe Neuzeit, Gesellschaftliche Ausgrenzung, Geschichtsunterricht, Inquisitionsverfahren, Didaktik, Sündenbock, Soziale Randgruppen, Hexenhammer, Bildungsauftrag, Kerncurriculum, Geschichtsbewusstsein, Rollenspiel, Vorurteile, Diskriminierung.
Die Arbeit analysiert die Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit als ein historisches Beispiel für soziale Ausgrenzung und untersucht, wie dieses komplexe Thema methodisch im Geschichtsunterricht vermittelt werden kann.
Zentrale Felder sind die historische Analyse der Gesellschaftsstruktur, die Veränderungen im Rechtssystem, die Rolle der Geschlechter bei Verfolgungen sowie die didaktische Planung einer Unterrichtseinheit.
Das Ziel ist es, sowohl die Mechanismen der Ausgrenzung während der Hexenprozesse zu erforschen als auch konkrete Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Lehrkräfte diese Thematik anschaulich in den Unterricht integrieren können.
Die Arbeit nutzt historisch-anthropologische Analysen bestehender Quellen und Fachliteratur sowie geschichtsdidaktische Konzepte zur Unterrichtsplanung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-analytische Untersuchung der Hexenverfolgungen und einen didaktischen Teil, der einen exemplarischen Unterrichtsentwurf für die Sekundarstufe I präsentiert.
Schlüsselbegriffe wie Hexenverfolgung, gesellschaftliche Ausgrenzung, Geschichtsunterricht und didaktische Transformation beschreiben den interdisziplinären Kern der Arbeit.
Ein zentrales Problem war der Übergang vom Akkusations- zum Inquisitionsverfahren, wodurch die staatliche Macht gestärkt wurde und die Folter als Instrument der Wahrheitsfindung und zur Steigerung der Prozesseffizienz unverzichtbar wurde.
Das Rollenspiel dient dazu, den Schülern durch den Perspektivwechsel zu verdeutlichen, wie schnell und leichtfertig Vorurteile und gesellschaftliche Ängste zu massiver Ausgrenzung führen können.
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