Masterarbeit, 2023
113 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. 1948 - 1949 – Nach dem Krieg ist vor dem Krieg
3. 1949 - 1952 – Der lange Weg zur Wiedergutmachung
4. Exkurs: Die DDR und Israel – Wo nichts ist, kann auch nichts werden
5. Die Hallstein-Doktrin (1956) – Stillstand im deutsch-israelischen Verhältnis
5.1. Der Weg zur Hallstein-Doktrin – israelisches Zögern und deutsche Nonchalance
5.2. Der Alleinvertretungsanspruch der BRD – Auf geradem Weg in die nahostpolitische Ohnmacht
5.3. Die Hallstein-Doktrin – Keine Krise und doch Einflussfaktor zahlreicher Konflikte
Die Suez-Krise 1956
Deutsche Raketenwissenschaftler in Ägypten 1962
5.4. Bewältigung der Krise – Das geheime Waffenabkommen und Erhards Reißleine
6. Das Attentat von Olympia 1972 - Der Terror und die Bundesrepublik
6.1. Chronologie des Versagens – Der Hergang des Attentats von München 1972
6.2. Die Bundesrepublik im Spannungsfeld des israelisch-arabischen Konflikts
Die Regierung Brandt/Scheel und die neue Ostpolitik
Israel – Nach dem Terror ist vor dem Terror
PLO – Doppeltes Spiel zwischen Terror und UNO
6.3. Bewältigung der Krise – Der Konflikt schwelt weiter
7. Schmidt-Begin-Kontroverse 1981/82– Eiszeit im deutsch-israelischen Verhältnis
7.1. Das deutsch-israelische Verhältnis zwischen Ölschock und EG-Politik
Helmut Schmidt – Rationalist und Ökonom
Menachem Begin – Der ‚Groß-Israel-Ideologe‘
7.2. Schmidt vs. Begin – Der Eklat
7.3. Bewältigung der Krise – Genscher in Israel und Israel-Klausel 1982
8. Der 2. Golfkrieg – „Deutsches Gas“ in irakischen Raketen
8.1. Chronologie eines Krieges – Saddam Husseins ‚New World Ordner’
8.2. Die deutsch-israelischen Beziehungen im Spannungsfeld des 2. Golfkriegs
Die deutsche Wiedervereinigung – Freude in der BRD, Trauer in Israel
Die Angst wird Wirklichkeit – Deutsches Gas im Kampf gegen Israel
8.3. Bewältigung der Krise – ‚Scheckbuchdiplomatie’ und U-Boot-Lieferungen
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht historisch-wissenschaftlich die deutsch-israelischen Beziehungen zwischen 1956 und 1991, mit einem Fokus auf die Ursachen, Einflussfaktoren und Bewältigungsstrategien ausgewählter zwischenstaatlicher Krisenpunkte. Ziel ist es zu analysieren, wie beide Staaten trotz unterschiedlicher historischer Traumata und divergierender Interessen auf den Prüfstand gestellte bilaterale Beziehungen aufrechterhielten und weiterentwickelten.
Die Suez-Krise 1956
Die Realpolitik war im Nahen Osten angekommen und hatte die Israelis mit aller Wucht auf den Boden der politischen Tatsachen geworfen. Die Wirkung dieser neuen Tatsachen wurde noch verstärkt durch die Suez-Krise im selben Jahr. Während die Krise auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel tobte, welche die Folge von Nassers Nationalisierung des Suezkanals war, forderte die US-amerikanische Administration von der BRD die Einstellung der Schilumim-Zahlungen an Israel, solange es die Sinai-Halbinsel besetzt hielt. Es war Konrad Adenauers Willensstärke – und Ben-Gurions Brief an ihn – zu verdanken, dass die BRD die Aufforderung der Amerikaner zurückwies und die Schilumim-Zahlungen auch während der Suez-Krise weiterlaufen ließ. Welche Beweggründe Adenauer dafür hatte, die USA in diesem konkreten Fall ‚vor den Kopf zu stoßen’ und die Zahlungen weiterlaufen zu lassen, bleibt offen. Ob sich die BRD, Außenminister Heinrich von Brentanos Aussage zufolge, tatsächlich einzig aus moralischer Verpflichtung ggü. Israel dazu entschieden hat oder ob Adenauer durch seine „neutrale und überdies moralisch begründete Position die bequemste Möglichkeit, sich aus dem Suezkonflikt weitgehend herauszuhalten“ gefunden hat, kann nicht mehr abschließend geklärt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das deutsch-israelische Verhältnis ein, thematisiert die Zäsur durch das Attentat von 1972 und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit. Sie beschreibt die Komplexität der bilateralen Beziehungen und deren Belastung durch historische Traumata sowie konfligierende Außenpolitiken.
5. Die Hallstein-Doktrin (1956) – Stillstand im deutsch-israelischen Verhältnis: Dieses Kapitel analysiert, wie die Hallstein-Doktrin und der Alleinvertretungsanspruch der BRD die Beziehungen belasteten und zu einem diplomatischen Stillstand führten, während zeitgleich erste Krisen wie die Suez-Krise auftraten.
6. Das Attentat von Olympia 1972 - Der Terror und die Bundesrepublik: Der Abschnitt beleuchtet die tiefe Krise, die durch das Attentat von München 1972 ausgelöst wurde, und kritisiert das Fehlverhalten deutscher Behörden sowie die Handhabung der Krise durch die Bundesregierung.
7. Schmidt-Begin-Kontroverse 1981/82– Eiszeit im deutsch-israelischen Verhältnis: Dieses Kapitel behandelt die gravierende diplomatische Krise zwischen Helmut Schmidt und Menachem Begin, hervorgerufen durch unterschiedliche politische Auffassungen, den Verkauf deutscher Waffen an Saudi-Arabien und ausbleibende Besuche.
8. Der 2. Golfkrieg – „Deutsches Gas“ in irakischen Raketen: Das Kapitel untersucht die parallenartigen Krisen um deutsche Wirtschaftsverstrickungen zum Irak und die Enttäuschung Israels über die deutsche Haltung während des Golfkrieges, die erneut eine tiefe Vertrauenskrise auslöste.
Deutsch-israelische Beziehungen, Hallstein-Doktrin, Wiedergutmachung, Schilumim, Olympia-Attentat 1972, Nahostkonflikt, Außenpolitik der BRD, Holocaust-Trauma, Scheckbuchdiplomatie, Nahostpolitik, Realpolitik, Israel, Palästinenserfrage.
Die Arbeit analysiert die deutsch-israelischen Beziehungen im Zeitraum von 1956 bis 1991. Sie beleuchtet die zentralen Krisenpunkte in dieser Zeit und wie diese von den jeweiligen Regierungen bewältigt wurden.
Zu den zentralen Themen gehören die Auswirkungen des Holocaust auf die Diplomatie, der Einfluss der Hallstein-Doktrin, die Auswirkungen palästinensischer Terroranschläge auf die deutsch-israelische Beziehung sowie die Rolle von wirtschaftlichen Interessen und Waffenlieferungen.
Das Hauptziel ist es, die Ursachen wiederkehrender Krisen zwischen Deutschland und Israel zu identifizieren und zu untersuchen, welche diplomatischen Strategien – wie etwa Entschädigungszahlungen oder geheime Rüstungsabkommen – zur Krisenbewältigung und zur Erhaltung der Beziehungen eingesetzt wurden.
Die Autorin stützt sich auf eine historisch-wissenschaftliche Analyse diverser Primärquellen, darunter diplomatische Korrespondenz und Bundestagsdebatten, ergänzt durch die Auswertung relevanter Sekundärliteratur zur deutschen und israelischen Außenpolitik.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die konkrete Krisenereignisse (1956, 1972, 1981/82, 1991) detailliert untersuchen und jeweils mit einem Resümee zur angewandten Bewältigungsstrategie abschließen.
Entscheidende Begriffe sind unter anderem „Schilumim“ (Wiedergutmachungszahlungen), „Scheckbuchdiplomatie“, das „Holocaust-Syndrom“ in Israel sowie der „Alleinvertretungsanspruch“ der BRD.
Die Arbeit analysiert diesen Fall als Belastungsprobe, bei der die israelische Regierung auf deutsche Verstrickungen in Rüstungsprojekte arabischer Nachbarstaaten mit Empörung reagierte, während die BRD zunächst Schadensbegrenzung verpasste und diplomatisches Vertrauen riskierte.
Es zeigt sich ein wiederkehrendes Muster der „Scheckbuchdiplomatie“: Wenn politische Beziehungen zwischen der BRD und Israel aufgrund von Krisen oder Skandalen belastet waren, versuchte die deutsche Regierung oft durch finanzielle oder militärische Hilfen, das Vertrauensverhältnis wieder zu glätten, ohne jedoch eine volle diplomatische Formalisierung frühzeitig voranzutreiben.
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