Diplomarbeit, 2002
104 Seiten, Note: 5.3 (max. 6)
1. EINLEITUNG
2. ABGRENZUNG DER BEGRIFFE
3. FRAGESTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
4. WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE POSITIONIERUNG
5. IMPLIZITE WISSENSTHEORIEN
5.1. Implizites Lernen
5.2. Implizites Wissen
5.3. Implementierung in die Praxis
5.4. Implizites Gruppenwissen
5.5. Kritik an der Theorie des impliziten Wissens
5.5.1. Problemlösen an computersimulierten Systemen
5.5.2. Künstliche Grammatiken
5.5.3. Serielle Wahlreaktionsaufgabe
6. MODERATIONSMETHODE
6.1. Momente der Gruppendynamik
6.1.1. Strukturdeterminiertheit
6.1.2. Gruppen evolvieren
6.1.3. Spontane soziale Ordnung
6.1.4. Soziale Systeme sind komplex
6.1.5. Soziale Systeme haben Grenzen
6.2. Funktion und Rolle des Moderators
6.3. Basistechnik der Moderation: Visualisierung
6.3.1. Trailer
6.3.2. Auffächern
6.3.3. Gewichten und Vertiefen
7. GEMEINSAME MERKMALE
7.1. Struktur und Salienz
7.2. Sozialisation und impliziter Lernmodus
7.3. Interaktion und Evolution
7.4. Externalisierung und Visualisierung
7.5. Vieldeutigkeit und Redundanz
8. EVALUATION IN DER BETRIEBLICHEN AUSBILDUNG
9. EVALUATIONSWORKSHOP BEI DER HELVETIA PATRIA SCHWEIZ
9.1. Beschreibung des Evaluationsworkshops
9.1.1. Ziele
9.1.2. Inhalte
9.2. Kurzmoderation im Evaluationsworkshop
9.2.1. Trailer
9.2.2. Auffächerung
9.2.3. Gewichten und vertiefen
9.3. Ergebnisse mit Kurzmoderation
9.4. Ergebnisse ohne Kurzmoderation
10. DISKUSSION
10.1. Forschungsergebnisse
10.2. Forschungsprozess
10.3. Validität
10.4. Objektivität
10.5. Reliabilität
10.6. Schlussfolgerungen
10.7. Ausblick und weiterer Forschungsbedarf
11. ABSTRACT
Die Arbeit untersucht, ob implizites Wissen durch den Einsatz der Moderationsmethode in Evaluationsworkshops explizit gemacht werden kann. Dabei wird analysiert, wie Moderationsprozesse zur Wissensschaffung und -verankerung in Organisationen beitragen können.
1. Einleitung
Was ist Wissen und woraus besteht es? Gibt es Dinge, die wir wissen, ohne es zu wissen, und wenn Ja: Wie können wir das wissen? Verschiedene Autoren gehen von der Existenz des sogenannt impliziten Wissens aus. Es ist ein Wis sen, das in uns vorhanden ist, das wir aber nicht oder nur schwer ausdrücken (explizieren) können. Diesem Wissen wird eine besondere Qualität zugeschrie ben. Dem impliziten Wissen steht explizites Wissen gegenüber. Während je doch das explizite Wissen abrufbar ist, wie das zum Beispiel durch das Abfra gen in einer Prüfung geschieht, ist implizites Wissen nicht oder nur sehr schwer auszudrücken. Dort, wo es geschieht, spricht man von der Explikation impliziten Wissens. Man nimmt für das implizite Wissen an, dass es sich um ein ganzheit liches Wissen handelt, das auch die Wahrnehmung von Organisationsstruktu ren umfasst und persönliche Erfahrungen, Werte und Einstellungen beinhaltet.
Implizites Wissen ist nicht oder nur schwer explizierbar. Verschiedene Modelle und Methoden sind zwar vorhanden, sie werden aber nur sehr vereinzelt und individuell angewandt. Allen Modellen und Methoden gemeinsam ist eine Phase der Kreativität und sozialen Interaktion im Verlauf des Prozesses, während der implizites Wissen expliziert werden soll.
Eine Methode, die mit der sozialen Interaktion die Kreativität der Teilnehmer fördern will, ist die Moderationsmethode. Sie ist in der betrieblichen Ausbildung weit verbreitet und anerkannt. Bei der Moderationsmethode, auch Pinwandmo deration, Metaplanmoderation, Moderationstechnik oder Kurzmoderation ge nannt, handelt es sich um eine bewährte Methode, Gruppenprozesse zu steu ern. Die vorliegende Arbeit untersucht die Moderationsmethode, als einfach einzusetzende und bewährte Methode, um implizites Wissen zu explizieren.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des impliziten Wissens und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Anwendbarkeit der Moderationsmethode zur Wissensexplikation.
2. ABGRENZUNG DER BEGRIFFE: Definition und Abgrenzung von Begriffen wie prozedurales Gedächtnis, Kompetenzerwerb und Intuition im Verhältnis zum impliziten Wissen.
3. FRAGESTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT: Skizzierung der methodischen Vorgehensweise und des Aufbaus der Diplomarbeit.
4. WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE POSITIONIERUNG: Einordnung der Arbeit in den theoretischen Rahmen der Aktionsforschung nach Kurt Lewin.
5. IMPLIZITE WISSENSTHEORIEN: Fundierte Auseinandersetzung mit der Theorie impliziten Wissens, den Lernmodi und einer kritischen wissenschaftstheoretischen Betrachtung.
6. MODERATIONSMETHODE: Detaillierte Darstellung der Moderationsmethode als Instrument, mit Fokus auf Gruppendynamik und Visualisierungstechniken.
7. GEMEINSAME MERKMALE: Zusammenfassende Gegenüberstellung von Moderationsmethode und der Theorie des impliziten Wissens zur Ableitung gemeinsamer Kriterien.
8. EVALUATION IN DER BETRIEBLICHEN AUSBILDUNG: Kontextualisierung der Evaluation im Bereich des Human Resource Managements.
9. EVALUATIONSWORKSHOP BEI DER HELVETIA PATRIA SCHWEIZ: Praktische Anwendung der Kurzmoderation im Rahmen des "General Management Program".
10. DISKUSSION: Reflektion der Forschungsergebnisse, des Forschungsprozesses sowie eine Bewertung von Validität, Objektivität und Reliabilität.
Implizites Wissen, Moderationsmethode, Kurzmoderation, Evaluationsworkshop, Wissensexplikation, Gruppendynamik, Wissensumwandlung, Sozialisation, Externalisierung, Organisationspsychologie, Aktionsforschung, Wissensspirale, betriebliche Ausbildung, prozedurales Wissen, Visualisierung.
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Moderationsmethode als Instrument genutzt werden kann, um in Evaluationsworkshops implizites Wissen von Mitarbeitern zu explizieren, also für die betriebliche Ausbildung nutzbar zu machen.
Die Arbeit verknüpft die kognitionspsychologische Theorie des impliziten Wissens mit der anwendungsorientierten Moderationsmethode, um Wissensschaffungsprozesse in Organisationen besser zu verstehen und zu steuern.
Das Ziel ist es, die Hypothese zu prüfen, ob sich mithilfe der Moderationsmethode implizites Wissen explizieren lässt, um so fundiertere Erkenntnisse für die betriebliche Aus- und Weiterbildung zu gewinnen.
Die Arbeit positioniert sich in der Aktionsforschung nach Kurt Lewin, da dieser Ansatz die Beteiligung der Untersuchungssubjekte als gleichberechtigte Partner fördert und Forschung mit Veränderungsprozessen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des impliziten Wissens, eine detaillierte Beschreibung der Moderationsmethode sowie einen Praxisteil, in dem Evaluationsworkshops bei der Helvetia Patria Schweiz analysiert werden.
Zentrale Begriffe sind implizites Wissen, Moderationsmethode, Wissensexplikation, Gruppendynamik, Organisationspsychologie und formative Evaluation.
Im Gegensatz zur reinen Kartenabfrage zielt die Kurzmoderation darauf ab, durch eine gesteuerte Gruppendynamik und die Visualisierung von Metaphern und Zusammenhängen ein tieferes, implizit vorhandenes Wissen abzurufen, das über bloße Faktenabfragen hinausgeht.
Der Autor argumentiert, dass bei Reorganisationen durch mangelnde Sorgfalt oft implizites Wissen (Erfahrungswissen) verloren geht, was zu einer Zerstörung von Kernkompetenzen und langfristigen Erfolgsschäden führen kann.
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