Examensarbeit, 2002
100 Seiten, Note: 2,1
1 EINLEITUNG
2 DIE BEDEUTUNG DER IDENTITÄT FÜR AGGRESSIVES VERHALTEN
2.1 Begriffe und Definitionen
2.1.1 Identität
2.1.1.1 Soziale Identität
2.1.1.2 Persönliche Identität
2.1.1.3 Ich-Identität
2.1.1.4 Selbstkonzept
2.1.1.5 Selbstbild
2.1.2 Aggression
2.1.2.1 Expressive Aggression
2.1.2.2 Verbale Aggression
2.1.2.3 Gewalt als Ausdruck körperlicher Aggression
2.2 Erklärungsansätze der Identitätsentwicklung
2.2.1 Identitätsentwicklung nach Erikson
2.2.1.1 Ur-Vertrauen versus Ur-Misstrauen
2.2.1.2 Autonomie versus Scham und Zweifel
2.2.1.3 Initiative versus Schuldgefühle
2.2.1.4 Werksinn versus Minderwertigkeitsgefühl
2.2.1.5 Identität versus Identitätsdiffusion
2.2.1.6 Intimität und Distanzierung versus Selbstbezogenheit
2.2.1.7 Generativität versus Stagnierung
2.2.1.8 Integrität versus Verzweiflung und Ekel
2.2.2 Identitätsentwicklung nach Mead
2.2.2.1 Identität und Gruppe
2.2.2.2 Identität und Kommunikation
2.2.2.3 „Ich“ und „ICH“ als Stadien der Identität
2.2.3 Weitere Ansätze zur Identitätsentwicklung
2.2.3.1 Theorie des Selbst nach Rogers
2.2.3.2 Berufs-Identität nach Fend
2.2.4 Identitätsentwicklung und Aggression
2.3 Theorien aggressiven Verhaltens aus der Perspektive der Identitätspsychologie
2.3.1 Psychoanalytischer Ansatz nach Freud
2.3.1.1 Die Triebtheorie
2.3.1.2 Der psychische Apparat
2.3.1.3 Das Phasenmodell der psycho-sexuellen Entwicklung
2.3.1.4 Der elterliche Konflikt als Störfaktor für die Entwicklung des Kindes
2.3.2 Individualpsychologischer Ansatz nach Adler
2.3.2.1 Minderwertigkeits- und Überlegenheitskomplexe
2.3.2.2 Gemeinschaftsgefühl
2.3.3 Lerntheoretischer Ansatz
2.3.3.1 Lernen am Modell
2.3.3.2 Sozial-kognitive Lerntheorie
2.3.3.3 Aggressive Modelle: Familie und Medien
2.3.3.4 Motivation und Aggression
2.3.3.5 Soziale Kognition und Aggression
2.3.4 Soziologische Ansätze
2.3.4.1 Anomie-Theorie
2.3.4.2 Subkultur-Theorie
2.3.4.3 Labeling Approach
2.3.4.4 Desintegrations-Verunsicherungs-Gewalt-Konzept
3 PERSPEKTIVEN FÜR DIE STÄRKUNG VON IDENTITÄT IM SCHULISCHEN KONTEXT: AUSGEWÄHLTE BEISPIELE
3.1 Lehrerverhalten
3.2 Unterrichtsgestaltung
3.3 Schulberatung
3.3.1 Schullaufbahnberatung
3.3.2 Berufsbildungs- und Studienberatung
3.3.3 Psychologische Einzelfallhilfe
4 SCHLUSSBETRACHTUNG
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Zusammenhang zwischen einer gestörten Identitätsentwicklung und der Entstehung aggressiven Verhaltens bei Jugendlichen im schulischen Kontext zu untersuchen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Identifizierung von Defiziten in der Identitätsentwicklung und die Analyse, warum eine solche Störung in aggressives Verhalten münden kann, um daraus pädagogische Interventionsmöglichkeiten abzuleiten.
2.1.1 Identität
Konsultiert man zur ersten Begriffsannäherung den Brockhaus, so wird „Identität“ hier beschrieben als „Sichselbstgleichheit“ bzw. im psychologischen Sinne als „die ständig erlebte Einheit der Person, des Selbst“. Als Hauptvertreter der Erforschung der Identitätsentwicklung gilt Erik H. Erikson, auf dessen Theorie diese Arbeit u.a. basiert. Er formuliert Identität differenzierter:
„Der Begriff »Identität« drückt also insofern eine wechselseitige Beziehung aus, als er sowohl ein dauerndes inneres Sich-Selbst-Gleichsein wie ein dauerndes Teilhaben an bestimmten gruppenspezifischen Charakterzügen umfaßt“.
Indem Erikson das Umfeld in seine Definition mit einschließt, macht er deutlich, dass sich Identität nicht selbstständig aus dem Inneren des Individuums heraus entwickelt, sondern durch einen Prozess, in Interaktion mit anderen Menschen, entsteht. Helmut Fend schließlich verbindet mit dem Konzept der „Identität“ die Fragen „Wer bin ich?“ und „Wo kann ich in dieser Welt stehen?“. Demnach bleibt festzuhalten, dass sich „Identität“ dadurch auszeichnet, dass sich eine Person ihrer selbst und ihrer Position in der Umwelt bewusst wird und sich innerhalb dieses Rahmens realistisch einzuschätzen weiß.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet anhand des Amoklaufs in Erfurt die Zunahme von Gewalt an Schulen und führt in die Fragestellung ein, ob Identitätsdefizite als Ursache für solches Verhalten betrachtet werden können.
2 DIE BEDEUTUNG DER IDENTITÄT FÜR AGGRESSIVES VERHALTEN: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe definiert sowie verschiedene psychologische und soziologische Theorien zur Identitätsentwicklung und Aggression dargelegt, um deren wechselseitige Zusammenhänge zu verstehen.
3 PERSPEKTIVEN FÜR DIE STÄRKUNG VON IDENTITÄT IM SCHULISCHEN KONTEXT: AUSGEWÄHLTE BEISPIELE: Der abschließende Teil leitet aus den theoretischen Erkenntnissen konkrete schulische Handlungsmöglichkeiten ab, insbesondere in Bezug auf Lehrerverhalten, Unterrichtsgestaltung und gezielte Schulberatung.
4 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der multikausalen Ursachen für Aggression und betont die Notwendigkeit, Schule als Lebensraum zur Identitätsförderung zu begreifen.
Identitätsentwicklung, Aggression, Jugend, Adoleszenz, Identitätsdiffusion, Identitätsstörung, Pädagogik, Gewaltprävention, Sozialisation, Selbstkonzept, Individuation, schulische Beratung, Persönlichkeitsentwicklung.
Die Arbeit untersucht, ob aggressives Verhalten bei Jugendlichen als Ausdruck einer gestörten oder krisenhaften Identitätsentwicklung verstanden werden kann und welche Rolle die Schule bei der Identitätsstärkung spielt.
Die Arbeit stützt sich auf entwicklungspsychologische Ansätze (Erikson, Mead), tiefenpsychologische Theorien (Freud, Adler), lerntheoretische Modelle (Bandura) und soziologische Konzepte (Merton, Heitmeyer).
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche durch ein stabiles Selbstwertgefühl und eine gefestigte Identität vor aggressivem Verhalten bewahrt werden können und wie Schule diesen Prozess aktiv unterstützen kann.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der existierende wissenschaftliche Literatur und Modelle aus der Entwicklungspsychologie, Psychoanalyse und Soziologie synthetisiert werden.
Der Hauptteil analysiert ausführlich die Definitionen von Identität und Aggression, diskutiert die Theorien zur Identitätsbildung und deren Störungen sowie die Faktoren, die im sozialen Umfeld – vor allem in Familie und Medien – die Entstehung von Gewalt begünstigen.
Die wichtigsten Begriffe sind Identitätsentwicklung, Identitätsdiffusion, Aggression, Sozialisation, Identitätsstörung, Prävention und Schule.
Erikson postuliert acht psychosoziale Phasen. Eine nicht bewältigte Krise, insbesondere in der Pubertät, kann zur sogenannten Identitätsdiffusion führen, die eine häufige Grundlage für verhaltensauffälliges oder aggressives Verhalten bildet.
Medien werden als wirksame soziale Modelle diskutiert, die bei entsprechend disponierten Jugendlichen mit geringem Selbstwertgefühl aggressive Handlungsmuster verstärken können, wobei jedoch stets der Kontext der Lebensumstände berücksichtigt wird.
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