Bachelorarbeit, 2009
63 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1 Ausgewählte theoretische Grundlagen des Zinsänderungsrisikos
1.1 Einordnung des Zinsänderungsrisiko-Quotienten ins Gesamtbankrisiko
1.2 Aufsichtsrechtliche Messung des Zinsänderungsrisiko-Quotienten
1.3 Externe Berichterstattung des Zinsänderungsrisiko-Quotienten
2 Analyse der Berichterstattung im deutschsprachigen Raum
2.1 Auswahl und Aufbereitung der Datengrundlage
2.2 Analyse der Risikotransparenz und des Zinsänderungsrisiko-Quotienten
2.3 Vorstellung der Ergebnisse
3 Kritische Würdigung
3.1 Interpretation der Untersuchungsergebnisse
3.2 Beurteilung getroffener Annahmen und mögliche Verbesserungsansätze
3.3 Weiterführende Untersuchungsmöglichkeiten
Fazit
Diese Arbeit untersucht die Qualität und Transparenz der Berichterstattung über den Baseler Zinsänderungsrisiko-Quotienten bei Kreditinstituten im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es zu analysieren, ob die durch das Rahmenwerk Basel II geforderte freiwillige Offenlegung eine ausreichende Marktdisziplinierung ermöglicht oder ob die resultierende Informationsbasis für Marktteilnehmer unzureichend ist.
Einordnung und Bedeutung des Zinsänderungsrisiko-Quotienten
Abschließend lässt sich der Zinsänderungsrisiko-Quotient (ZÄR-Q) als substanziell bedeutsame Größe für Kreditinstitute klassifizieren. Zum einen handelt es sich dabei um eine Risikokennziffer, die den größten Marktrisikobereich der Banken abdeckt. Zum anderen misst der ZÄR-Q die Auswirkungen eines Zinsschocks auf den von Marktteilnehmern viel beachteten „Barwert“ der Bank (Substanzwertperspektive). Insbesondere wird durch den Quotienten aber die häufigste Quelle von Zinsänderungsrisiken, das Neufestsetzungsrisiko quantifiziert, welches durch die im Anlagebuch praktizierte Fristentransformation entsteht.
Eine Untersuchung des vorherrschenden Niveaus des ZÄR-Q ist also seitens aller drei Ebenen des Gesamtbankrisikos interessant (vgl. Abb. 1). Neben der reinen quantitativen Bedeutsamkeit hat die Einführung der Risikokennziffer durch den Baseler Ausschuss noch weiter reichende Folgen, die die Relevanz der Untersuchung des ZÄR-Q begründen. Die beiden nächsten Unterabschnitte gehen deshalb auf die aus Basel II resultierenden Konsequenzen der Einführung und die angestrebten Wirkungen der Offenlegung der Risikokennziffer ein.
Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Transparenz des Zinsänderungsrisiko-Quotienten im Kontext der Basel-II-Richtlinien.
1 Ausgewählte theoretische Grundlagen des Zinsänderungsrisikos: Theoretische Einordnung des Quotienten in das Gesamtbankrisiko sowie Erläuterung der aufsichtsrechtlichen Messvorgaben.
2 Analyse der Berichterstattung im deutschsprachigen Raum: Methodische Aufbereitung des Datensatzes und Analyse der Risikotransparenz bei den untersuchten Banken.
3 Kritische Würdigung: Diskussion der Untersuchungsergebnisse, Prüfung der methodischen Annahmen sowie Vorschläge für zukünftige Optimierungen der Berichterstattung.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Unzulänglichkeit aktueller Offenlegungspraktiken und Plädoyer für verpflichtende Standards.
Baseler Ausschuss, Basel II, Zinsänderungsrisiko, Zinsänderungsrisiko-Quotient, Risikotransparenz, Marktdisziplin, Anlagebuch, Fristentransformation, Offenlegung, Kreditinstitute, Aufsichtsrecht, Barwertänderung, Risikomanagement, Gesamtbankrisiko, MaRisk
Die Arbeit analysiert kritisch, wie Kreditinstitute im deutschsprachigen Raum über den Zinsänderungsrisiko-Quotienten (ZÄR-Q) berichten und ob diese Berichterstattung die von Basel II beabsichtigte Marktdisziplinierung tatsächlich erreicht.
Die zentralen Themen sind das Risikomanagement im Bankenbereich, die regulatorischen Anforderungen von Basel II sowie die Qualität der externen Offenlegung von Risikokennzahlen.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die aktuelle Berichterstattung eine ausreichende Transparenz herstellen kann, um eine wirksame Marktdisziplinierung der Banken durch Marktteilnehmer zu gewährleisten.
Der Autor führt eine empirische Analyse basierend auf einem cross-sectional Datensatz aus Geschäftsberichten von insgesamt 120 Banken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte empirische Untersuchung der Transparenzgrade sowie eine kritische Interpretation der Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge.
Wesentliche Begriffe sind der Zinsänderungsrisiko-Quotient, die "Pyramide der Risikotransparenz" als Analysemethode, Basel II, Marktdisziplin und das Wesentlichkeitsprinzip bei der Offenlegung.
Die Analyse zeigt, dass Österreich beim Grad der Risikotransparenz (GRT) eine Führungsposition einnimmt, gefolgt von der Schweiz und Deutschland.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die freiwillige Offenlegung in der aktuellen Form scheitert und fordert daher die Einführung verpflichtender Publikationsvorschriften für den ZÄR-Q.
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