Magisterarbeit, 2004
97 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Zum Begriff des Phantastischen in der Literatur
2.1. Realität und Fiktion
2.1.1. Darstellung verschiedener Realitätsbegriffe
2.1.2. Realistisch- fiktiv- phantastisch
2.2. Das Phantastische als gattungsübergreifendes Element
2.2.1. Phantastik in der modernen Literatur
2.2.2. Verschiedene Definitionsversuche der Phantastik
3. Fantasy als literarische Gattung
3.1. Historische Entwicklung
3.2. Inhaltliche Definitionen
3.2.1. Die Sekundärwelt als Handlungsort
3.2.2. Der menschliche Charakter als Handlungsträger
3.2.3. Handlungsaufbau und Magie
3.3. Struktur und Funktion
3.3.1. Legitimationsformen
3.3.2. Der autonome Weltentwurf
3.3.3. Antimodernismus
3.4. Fantasy und Märchen
4. Science Fiction als literarische Gattung
4.1. Geschichte und Entwicklung
4.1.1. Vorläufergeschichte
4.1.2. Entstehung der Science Fiction
4.2. Die Konstruktion der Zukunft
4.2.1. Zeitverschiebungen
4.2.2. Alltag und Technik
4.3. Themenschwerpunkte
4.3.1. Raumfahrt und Katastrophen
4.3.2. Der „homo futurus“ und seine Gesellschaft
4.4. Science Fiction und Utopie
5. Science Fiction und Fantasy im Vergleich
Die vorliegende Arbeit untersucht die geschichtlichen und theoretischen Merkmale von Science Fiction und Fantasy, um die Unterschiede und Besonderheiten dieser beiden Spielarten der phantastischen Literatur herauszuarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage liegt darin, wie diese Gattungen, die oft nur dem Namen nach unterschieden werden, in ihrem Aufbau, ihrer Legitimation und ihrem Verhältnis zur Realität definiert sind.
3.2.1. Die Sekundärwelt als Handlungsort
Seit Tolkiens Aufsatz „On fairy stories“ wird die zeitgenössische Wirklichkeit als Primärwelt, die neugeschaffene Wirklichkeit, auf der die Fantasyerzählung gründet, als Sekundärwelt bezeichnet. Die Unterscheidung dieser beiden Realitäten ist für die Fantasy von entscheidender Bedeutung, da die Handlung eines jeden Fantasytextes in einer Schöpfung des Autors spielt, die sich an keinem Punkt mit unserer Realität deckt. Die Fantasywelt stellt weder eine Darstellung der Vergangenheit noch eine hypothetische Weiterentwicklung in der Zukunft dar, sie kann auch nicht „bereist“ werden, das heißt es gibt keine Verbindungspunkte zwischen der Primär- und der Sekundärwelt. Es handelt sich bei der Sekundärwelt auch nicht um eine Parallelwelt, wie sie in der Science Fiction häufig auftritt. Das Prinzip der Parallelwelt beruht auf einer erdachten, zeitlich- räumlichen Verschiebung, so dass die Parallelwelt unserer eigenen entspricht, beziehungsweise darstellt, was aus unserer Realität unter anderen Umständen hätte werden können. Die Anzahl solcher Parallelwelten, die unter Umständen die Ausmaße ganzer Universen annehmen können, ist potentiell unendlich, unsere Realität ist nicht mehr einmalig, sondern neigt zu Vervielfältigung.
Die Sekundärwelt ist in ihrer Konzeption prinzipiell einmalig, sie ist der einzig mögliche Handlungsort, an dem das Geschehen stattfinden kann. Für die handelnden Personen ist ihre Welt die einzig denkbare, die mit all ihren Charakteristiken als selbstverständlich angenommen wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Relevanz der phantastischen Literatur ein und verdeutlicht das Ziel, die Gattungen Fantasy und Science Fiction theoretisch fundiert zu vergleichen.
2. Zum Begriff des Phantastischen in der Literatur: Dieses Kapitel definiert den theoretischen Rahmen des Phantastischen und klärt die Unterscheidung zwischen realistischen, fiktiven und phantastischen Texten.
3. Fantasy als literarische Gattung: Hier werden die spezifischen Merkmale der Fantasy wie die Sekundärwelt, die Rolle des menschlichen Helden und der Handlungsaufbau analysiert.
4. Science Fiction als literarische Gattung: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Genese der Science Fiction, ihre technologischen Aspekte und die thematischen Schwerpunkte wie Raumfahrt und Gesellschaftsentwürfe.
5. Science Fiction und Fantasy im Vergleich: Abschließend werden die erarbeiteten Merkmale beider Gattungen gegenübergestellt, um sowohl ihre Gemeinsamkeiten als auch ihre grundlegenden Unterschiede aufzuzeigen.
Phantastik, Literaturwissenschaft, Fantasy, Science Fiction, Sekundärwelt, Utopie, Antiutopie, Anthropozentrismus, Realität, Fiktion, Gattungstheorie, Zeitverschiebung, Magie, Literaturgeschichte, Roman.
Die Arbeit analysiert die theoretischen und historischen Grundlagen der beiden literarischen Gattungen Fantasy und Science Fiction.
Es werden der Begriff des Phantastischen, die Konstruktion von Sekundärwelten, die Bedeutung von Technik und Magie sowie die Vergleiche zwischen Science Fiction, Fantasy und Märchen thematisiert.
Das Ziel ist es, die Eigenheiten und Unterschiede beider Gattungen wissenschaftlich herauszuarbeiten, da viele Leser diese in der Praxis oft nicht präzise voneinander trennen können.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse, bei der Definitionen namhafter Forscher wie Darko Suvin oder Wolfgang Pesch mit Beispielen aus der Primärliteratur verglichen werden.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der strukturellen Definition von Fantasywelten sowie der Entwicklung von Zukunfts- und Utopie-Konzepten in der Science Fiction.
Phantastik, Fantasy, Science Fiction, Sekundärwelt, Utopie und Realitätskonstruktion.
Während das Märchen als eindimensionale Gattung gilt, zeichnet sich die Fantasy durch eine hohe Komplexität, einen autonomen Weltentwurf und eine tiefere Charakterzeichnung aus.
Die Verschiebung in der Zeit ist für die Science Fiction konstitutiv, da sie den Text aus der alltäglichen Gegenwart entfernt und somit als Spekulationsraum für zukünftige Entwicklungen fungiert.
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