Bachelorarbeit, 2023
45 Seiten, Note: 1,3
1 Abstract
2 Einleitung
2.1 Anorexie
2.2 Alexithymie
2.3 Emotionsregulation
2.4 Zielsetzung und Ableitung der Fragestellung
3 Methoden
4 Ergebnisse
4.1 Verwendete Messinstrumente
4.1.1 Messinstrumente zur Erfassung der Alexithymie
4.1.2 Messinstrumente zur Erfassung der Emotionsregulation
4.1.3 Weitere Messinstrumente
4.2 Zusammenhang der Konstrukte
4.2.1 Befunde im Hinblick auf Alexithymie
4.2.2 Befunde im Hinblick auf die Emotionsregulation
4.2.3 Integration der Ergebnisse zur Erklärung der Aufrechterhaltung von Anorexie
4.2.4 Einflussgröße soziale Interaktionen
4.2.5 Differenzierung in die Anorexie-Subtypen
4.2.6 Einfluss von komorbiden Symptomen
4.3 Behandlungsimplikationen
4.3.1 Vorhandene Therapien und spezifische Interventionen
4.3.2 Generelle Implikationen ausgehend von den Ergebnissen
5 Diskussion
5.1 Ziel der Review und Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Kritische Sicht auf die Erfassung der Konstrukte
5.3 Diskussion und mögliche Erklärungen für unterschiedliche Befunde
5.3.1 Inkonsistente Ergebnisse bei Alexithymie
5.3.2 Inkonsistente Ergebnisse bei der Emotionsregulation
5.3.3 Weitere Erklärungen für unterschiedliche Befunde
5.4 Zusammenfassung und Diskussion von Behandlungsimplikationen
5.5 Stärken und Limitationen
5.6 Implikationen für zukünftige Forschung
6 Schlussfolgerungen
Diese Arbeit führt ein systematisches Review durch, um den Zusammenhang zwischen Anorexie, Alexithymie und Emotionsregulation zu untersuchen. Das primäre Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Alexithymie und Emotionsregulationsdefizite gemeinsam bei Anorexie auftreten und zur Entstehung sowie Aufrechterhaltung der Störung beitragen, um daraus potenzielle klinische Behandlungsimplikationen abzuleiten.
4.2.3 Integration der Ergebnisse zur Erklärung der Aufrechterhaltung von Anorexie
Anorexie ist mit der grundlegenden Unfähigkeit assoziiert, aversive und schmerzhafte Zustände zu ertragen (Saure et al., 2022). Es wird angenommen, dass die Essstörung mit einer generell erhöhten emotionalen Erregung einhergeht (Janetschek et al., 2021; Khosravi, 2020; Mariani et al., 2022; Rothschild-Yakar et al., 2019), die zu einer höheren Verwundbarkeit und Anfälligkeit in emotionalen Kontexten führt (Haynos & Fruzzetti, 2011; Janetschek et al., 2021). Dies wurde beispielsweise anhand qualitativer Berichte oder Experimenten gezeigt, welche emotionale Stimuli präsentierten und bei Anorexie-Patient:innen eine erhöhte Reaktivität und eine verlängerte emotionale Antwort beobachten ließen (Rothschild-Yakar et al., 2019).
Daher kommt es bei dem Erleben emotionaler Situationen oft zu einem Gefühl der Überwältigung und Verwirrung, welches durch Alexithymie weiter verstärkt wird (Lundblad et al., 2015). Durch die Unterdrückung und Vermeidung wird der negative Affekt zunächst verringert und verschafft eine kurzfristige Erleichterung (Vuillier et al., 2020). Es wird suggeriert, dass dieses Verhalten langfristig das Erlernen alternativer adaptiver Emotionsregulationsstrategien wie kognitiver Neubewertung behindert, die zu emotionsspezifisch angemessenen Reaktionen befähigen würden. Auch generell kann keine positive Lernerfahrung im Umgang mit schwierigen Situationen gesammelt werden (Sfärlea et al., 2019).
1 Abstract: Zusammenfassung der Thematik, Methodik und der zentralen Ergebnisse zur Rolle von Emotionsverarbeitungsproblemen bei Anorexie.
2 Einleitung: Einführung in das Störungsbild der Anorexie, die Konstrukte Alexithymie und Emotionsregulation sowie die Ableitung der Forschungsfrage dieser Übersichtsarbeit.
3 Methoden: Detaillierte Beschreibung der systematischen Literaturrecherche in Anlehnung an die PRISMA-Richtlinien, inklusive Suchstrategien und Einschlusskriterien.
4 Ergebnisse: Darstellung der in den Studien verwendeten Messinstrumente und Zusammenführung der Befunde zum Zusammenhang zwischen den untersuchten Konstrukten.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Erörterung der Limitationen der vorliegenden Studien sowie Diskussion von Behandlungsimplikationen und Ansätzen für zukünftige Forschung.
6 Schlussfolgerungen: Synthese der Haupterkenntnisse der Review und deren Bedeutung für das Verständnis und die Behandlung von Anorexie.
Anorexie, Anorexia Nervosa, Alexithymie, Emotionsregulation, Emotionsdysregulation, systematische Review, Essstörung, Therapie, Emotionsfokussierte Therapie, Mentalisierung, Maladaptive Strategien, Kognitive Neubewertung, Unterdrückung, Vermeidung, Behandlung
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, ob und wie die drei Konstrukte Anorexie, Alexithymie und Emotionsregulation miteinander in Verbindung stehen und welche Rolle diese Verbindung in der Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung spielt.
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Anorexie als multidimensionale Störung, die Defizite in der Emotionserkennung und -beschreibung (Alexithymie) sowie die Schwierigkeiten bei der Regulation negativer emotionaler Zustände.
Ziel ist es, eine systematische Literaturübersicht über den Zusammenhang dieser drei Aspekte zu erstellen und explorativ zu prüfen, welche klinischen Implikationen sich daraus für die Verbesserung von Behandlungserfolgen ergeben.
Die Autorin führte ein systematisches Review durch, das sich an den PRISMA-Richtlinien orientiert, mit einer Recherche in den Datenbanken Scopus und Web of Science.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der verwendeten Messinstrumente (wie TAS-20 oder DERS), die detaillierte Analyse der Befunde zum Zusammenhang der Konstrukte, die Auswirkung auf soziale Interaktionen und Komorbiditäten sowie die Diskussion spezifischer Behandlungsmöglichkeiten.
Kernbegriffe sind neben Anorexie und Anorexia Nervosa vor allem Alexithymie, Emotionsregulation, Emotionsdysregulation, systematische Review, Behandlungsansätze sowie kognitive und maladaptive Strategien.
Alexithymie erschwert es, eigene Gefühle wahrzunehmen und zielgerichtet zu regulieren. Dies führt zu einem Gefühl der Überwältigung, weshalb Patienten auf maladaptive Strategien (wie Unterdrückung oder Essstörungssymptome) zurückgreifen, was langfristig die Störung stabilisiert.
Besonders erwähnt werden emotionsfokussierte Ansätze wie die Emotion Acceptance Behaviour Therapy (EABT), die Emotionsfokussierte Therapie (EFT), das Cognitive Remediation and Emotion Skills Training (CREST) sowie die Dialektische Verhaltenstherapie (DBT).
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