Bachelorarbeit, 2009
59 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Zur Themenwahl
1.2 Forschungsfrage
2. Geschichtlicher Überblick - Migration und Integration der Russlanddeutschen in Deutschland
2.1 Zum Begriff des ‚Spätaussiedlers’ und ‚Russlanddeutschens’
2.2 Demographische Angaben
2.3 Einwanderung und Schicksal der Deutschen in Russland
2.4 Zuwanderung und Integration von Spätaussiedlern
3. Kooperative Beratung
3.1 Definitionen von Beratung und Kooperative Beratung
3.2 Grundlagen und theoretische Ansätze der Kooperativen Beratung
3.2.1 Menschenbildkonzeption
3.2.2 Wirklichkeitskonstruktion
3.2.3 Beratungskonzeption
3.3 Methodisches Vorgehen der Kooperativen Beratung
3.3.1 Gesprächsführung
3.3.2 Grundhaltungen des Beraters
3.3.3 Kooperative Beratungsschritte
3.4 Kooperative Beratung als Empowermentsprozess
4. Beratung von Migranten
4.1 Kulturorientierung in der Beratung
4.2 Interaktionsprozesse in der Aussiedlerberatung
5. Spezifische Fragestellungen und erste theoretisch begründete Antworten
5.1 Erste begründete Antwort auf die Forschungsfragen
5.2 Spezifische Fragestellungen
6. Untersuchungspersonen
7. Erhebungsinstrument
7.1 Dimensionen – Skalen des Fragebogens
8. Durchführung der Fragebogenuntersuchung
9. Untersuchungsergebnisse
10. Diskussion der Ergebnisse
11. Diskussion und Reflexion des eigenen Vorgehens
12. Reflexion
12.1 Rückbezug zu den Forschungsfragen
Die Arbeit untersucht die Integrationschancen von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland und erforscht, wie die Methode der Kooperativen Beratung als stärkeorientierter Ansatz in der Migrationsberatung eingesetzt werden kann, um den Integrationsprozess effektiv zu unterstützen.
3.2.1 Menschenbildkonstruktion
Wenn man mit Menschen arbeitet, hat man immer implizite oder explizite Annahmen und Sichtweisen über ihre grundsätzlichen Fähigkeiten. Für die Beratung wird ein Mensch zu einer notwendigen Voraussetzung als „Gegenstand“ bezeichnet, d.h. mit anderen Worten Gegenstandsverständnis oder Menschenbildkonzeption. Diese Konzeption beeinflusst den Beratungsprozess und das Beratungsergebnis auf vielfältige Weise, z.B. wie der Berater die Vorgehensweise strukturiert und ob er bestimmte kommunikative Bedingungen herstellt oder nicht (Mutzeck, 2008, S11,12).
Der Mensch ist ein universelles, ganzheitliches Wesen, welches von seinen generellen Möglichkeiten her (potenziell) die Fähigkeiten des Denkens, einschließlich des Entscheidens und Wollens, des Füllens, des Sprechens und des Handelns besitzt (Mutzeck 2008). Alle diese menschlichen Fähigkeiten stehen einerseits in Zusammenhang mit der Körperlichkeit und Spiritualität und der Umwelt, anderseits Sozialität und Historität. Der Mensch ist ein potenziell aktives Wesen und kann sowohl zu sich selbst in Beziehung treten (Intraaktion), als auch zu seiner Umwelt, zu den Mitmenschen (Interaktion).
Die psychologische und pädagogische Theorie betrachtet einen Mensch als ein „reflexives Subjekt“, das Fähigkeiten umfasst wie: Reflexivität, Rationalität, Intentionalität, Sinnesorientierung, Erkenntnisfähigkeit, Emotionalität, Verbalisierungs- und Kommunikationsfähigkeit, Handlungskompetenz und Autonomie.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Integration von Russlanddeutschen und stellt das Ziel vor, die Methode der Kooperativen Beratung als stärkeorientierten Ansatz zu untersuchen.
2. Geschichtlicher Überblick - Migration und Integration der Russlanddeutschen in Deutschland: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, beleuchtet die historische Entwicklung und Migration der Russlanddeutschen sowie aktuelle demographische Daten.
3. Kooperative Beratung: Das Kapitel führt in die Grundlagen, den theoretischen Rahmen, die methodische Gesprächsführung und die Empowerment-Aspekte der Kooperativen Beratung ein.
4. Beratung von Migranten: Hier werden die Anforderungen an die Migrationsberatung, insbesondere die Kulturorientierung und die Dynamik in multikulturellen Teams, analysiert.
5. Spezifische Fragestellungen und erste theoretisch begründete Antworten: Die Forschungsfragen werden präzisiert und theoretisch vorab beantwortet, um den Rahmen für die empirische Analyse zu setzen.
6. Untersuchungspersonen: Beschreibung der demographischen Daten und der Zusammensetzung der für die Studie befragten Gruppe.
7. Erhebungsinstrument: Detaillierte Erläuterung der angewandten Fragebogen-Methode, der Skalenbildung und des Konstruktionsprozesses.
8. Durchführung der Fragebogenuntersuchung: Dokumentation des zeitlichen Ablaufs, der räumlichen Bedingungen und der methodischen Vorgehensweise bei der Datenerhebung.
9. Untersuchungsergebnisse: Statistische Darstellung der Befragungsergebnisse unter Verwendung von Häufigkeitstabellen für die verschiedenen Dimensionen.
10. Diskussion der Ergebnisse: Interpretation der statistischen Daten im Hinblick auf das Beratungsempfinden und die Selbstkompetenz der Befragten.
11. Diskussion und Reflexion des eigenen Vorgehens: Kritische Reflexion der Forschungsarbeit, der methodischen Herausforderungen und der persönlichen Lerneffekte der Autorin.
12. Reflexion: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Rückbezug auf die eingangs formulierten Forschungsfragen.
Integration, Spätaussiedler, Russlanddeutsche, Kooperative Beratung, Migrationsberatung, Empowerment, Interkulturelle Kompetenz, Beratungsmethode, Soziale Arbeit, Menschenbildkonzeption, Selbstwirksamkeit, Kommunikation.
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion und untersucht, inwieweit die Methode der Kooperativen Beratung zur Verbesserung ihrer Integrationschancen beitragen kann.
Zu den Kernbereichen gehören die Geschichte und Migration der Russlanddeutschen, die Theorie der Kooperativen Beratung nach Wolfgang Mutzeck sowie die besonderen Anforderungen an die Beratung von Migranten.
Das Ziel ist es, den Nutzen der Kooperativen Beratung für die Migrationsarbeit zu analysieren und zu prüfen, wie durch diesen Ansatz die Autonomie und Handlungsfähigkeit der Ratsuchenden gestärkt werden kann.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen schriftlichen Befragung (Fragebogen) von Spätaussiedlern in einer Beratungsstelle.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Beratungstheorie, die spezifischen Herausforderungen der Migrationsarbeit und einen empirisch-praktischen Teil mit der Auswertung der erhobenen Daten.
Die zentralen Schlagworte sind Integration, Kooperative Beratung, Empowerment, Interkulturelle Kompetenz und die spezifische Lebenssituation von Spätaussiedlern in Deutschland.
Die Ergebnisse zeigen, dass die befragten Migranten interkulturelle Kompetenz und die Mehrsprachigkeit der Berater als essenzielle Voraussetzungen für eine vertrauensvolle und erfolgreiche Beratung wahrnehmen.
Die Mehrheit der Befragten nimmt die Beratungsstelle zunächst als unterstützende Instanz wahr, zeigt jedoch bei der eigenständigen Handlungsplanung aufgrund der neuen Lebensumstände Unsicherheiten, was den Bedarf an empowerment-orientierter Beratung unterstreicht.
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