Examensarbeit, 2019
99 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Der Leselernprozess
2.1 Voraussetzungen für das Lesenlernen
2.2 Prozess- und Stufenmodelle des Lesens und Lesenlernens
2.3 Sinnverstehendes Lesen
3 Leselehrkonzepte
3.1 Klassische Leselehrverfahren
3.1.1 Synthetische Verfahren
3.1.2 Analytische Verfahren
3.1.3 Analytisch-synthetische Verfahren
3.2 Alternative Leselehrverfahren
3.2.1 Der Spracherfahrungsansatz
3.2.2 Das Konzept Lesen durch Schreiben
3.2.3 Forschungsstand und kritische Betrachtung der alternativen Leselehrverfahren
3.3 Zur aktuellen Situation der Leselehrverfahren
3.3.1 Moderne Fibelkonzepte
3.3.2 Das Konzept der orthographischen Invarianten (ORI)
4 Zusammenfassung des theoretischen Standes
5 Fragestellung und Ziele der Arbeit
6 Methode
6.1 Messinstrumente
6.1.1 Erhebung der Leseleistungen
6.1.2 Fragenbogen
6.2 Stichprobe
6.3 Vorgehensweise und Auswertung der Daten
6.3.1 Auswertung der CBM-Daten
6.3.2 Auswertung der Fragebogen-Daten
7 Ergebnisse
7.1 Verteilung der in der Stichprobe angewandten Leselehrverfahren
7.2 Auswertung der Leseleistung in Zusammenhang mit den angewandten Leselehrmethoden
7.2.1 Lehrgangsorientierte Verfahren (LGV) vs. Lernwegsorientierte Verfahren (LWV) vs. gemischte Gruppen (LGV+LWV)
7.2.2 Methodenintegrierte Verfahren (MV) vs. Silbenorientierte Verfahren (SV) vs. gemischte Gruppen (MV+SV)
7.2.3 Vergleich der offenen Ansätze: Spracherfahrungsansatz und Lesen durch Schreiben (S+LdS) vs. Schreiborientierte Ansätze (SCV) vs. ORI-Konzept (ORI)
7.3 Einfluss von Differenzierungsmaterialien
7.4 Vergleich auf Klassenebene
7.5 Vergleich in Bezug auf den sozialen Status
8 Diskussion
8.1 Limitationen
8.2 Zur Verteilung der Leselehrverfahren in der Stichprobe
8.3 Zusammenfassung der Ergebnislage und Thesengenerierung
8.3.1 Thesengenerierung
8.4 Implikationen
8.4.1 Forschung
8.4.2 Praxis
9 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Leseleistungen von Grundschülerinnen in der ersten bis vierten Klasse unter Berücksichtigung der jeweils eingesetzten Leselehrverfahren, um zu evaluieren, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Lehrmethode und dem Lernerfolg besteht. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob moderne Erkenntnisse über Rechtschreibleistungen auf Leseleistungen übertragbar sind oder ob die Debatte um die "richtige" Lehrmethode als Scheindebatte zu werten ist.
3.1.2 Analytische Verfahren
Analytische oder auch ganzheitliche Verfahren bilden das Äquivalent zur synthetischen Vorgehensweise und stellen die Sinnerfassung in den Mittelpunkt. Erste Veröffentlichungen liegen bereits von Friedrich Gedike aus dem Jahr 1779 vor, der in seinen Ausführungen beschreibt, Texte zunächst Wort für Wort vorzulesen, wodurch der Schüler selbst zur Einsicht komme „daß [sic!] jedes Wortzeichen aus mehreren einzelnen Zeichen zusammengesetzt ist…“ (Gedike, 1779; zitiert nach Topsch, 2005, S. 56). Brückl (1926, 1933), Kern & Kern (1937) oder auch Wittmann (1967) verfolgten diesen Ansatz weiter und beschrieben bis in die 70er Jahre die Ganzheitsmethode als zu präferierendes Leselehrverfahren.
In der Praxis bedeutet das, dass sich die Kinder vom Großen zum Kleinen (top-down) vorarbeiten. Mit Hilfe der Umstrukturierung von Sätzen erfahren die SchülerInnen, dass Sätze aus Wörtern bestehen (Schneider, 2017, S. 108). Diese Wörter bestehen wiederum aus einzelnen, visuell voneinander trennbaren Zeichen - den Buchstaben. Topsch (2005, S. 56ff) stellt auch hier drei wesentliche Erwerbsphasen heraus, die die analytische Vorgehensweise kennzeichnen.
Zunächst erfolgt das naivganzheitliche Lesen, in dessen Verlauf ein Grundwortschatz (ähnlich wie ein mentales Lexikon, siehe Kapitel 2.2) erworben werden soll, indem die SchülerInnen sich das Wort in seiner Gestalt/ Form einprägen. Hierfür sollen etwa 30 bis 50 Wörter ganzheitlich verinnerlicht und gespeichert werden (Günther, 2007, S. 34). Im Mittelpunkt steht dabei der Sinn des Wortes, auf den durch bildliche Unterstützungen oder Kontexte immer wieder verwiesen wird (Schenk, 2009, S. 88). Die Kenntnis der Buchstaben ist in dieser Phase zweitrangig (Schründer-Lenzen, 2013, S. 152).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den kontroversen Streit um verschiedene Lese-Rechtschreiblehrmethoden und hinterfragt die Relevanz der anhaltenden Fibeldiskussion.
2 Der Leselernprozess: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen wie Stufenmodelle zur Entwicklung von Lesekompetenz sowie verschiedene psychologische Lesemodelle.
3 Leselehrkonzepte: Hier werden klassische Verfahren (synthetisch, analytisch, analytisch-synthetisch) sowie alternative Ansätze (Spracherfahrungsansatz, Lesen durch Schreiben, ORI) detailliert vorgestellt und kritisch reflektiert.
4 Zusammenfassung des theoretischen Standes: Eine Synthese der theoretischen Debatte, die auf den aktuellen wissenschaftlichen Konsens bezüglich der Lehransätze verweist.
5 Fragestellung und Ziele der Arbeit: Definition der Forschungsziele, die auf eine explorative Untersuchung der Leseleistungen im Vergleich zur genutzten Methode zielen.
6 Methode: Dokumentation der wissenschaftlichen Vorgehensweise, der eingesetzten Messinstrumente (CBM) und der Erhebung der Stichprobe.
7 Ergebnisse: Darstellung der erhobenen Daten, inklusive statistischer Vergleiche der Leistungsniveaus zwischen verschiedenen Lehransätzen, Klassenstufen und sozialem Status.
8 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Limitationen der Studie, Thesengenerierung und Ableitung von Implikationen für Forschung und Praxis.
9 Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Resümee zur Relevanz der Lehrkraftkompetenz gegenüber der isolierten Methodenwahl.
Leselehrverfahren, Schriftspracherwerb, Fibelansatz, Spracherfahrungsansatz, Lesen durch Schreiben, analytische Verfahren, synthetische Verfahren, Curriculumbasierte Messverfahren, Leseleistung, Sinnerfassung, phonologische Bewusstheit, Grundschule, Lehrkonzepte, Differenzierung, ORI-Konzept.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung von Leseleistungen bei Grundschulkindern in Abhängigkeit von den eingesetzten Leselehrverfahren an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern.
Das Spektrum reicht von der theoretischen fundierten Stufenmodell-Betrachtung des Schriftspracherwerbs über die Analyse klassischer synthetischer Lehrmethoden bis hin zu modernen offenen Lernkonzepten.
Das Hauptziel besteht darin, explorativ zu prüfen, ob bestimmte Lehrmethoden zu signifikant besseren Leseleistungen führen und ob sich die Annahme der Überlegenheit von Fibelansätzen bestätigen lässt.
Die Studie nutzt einen retrospektiven Querschnitts-Ansatz mithilfe curriculumbasierter Messverfahren (CBM) und standardisierter Fragebögen für Lehrkräfte.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Darstellung der didaktischen Konzepte, der Beschreibung der gewählten Methodik zur Datengewinnung, der statistischen Ergebnisdarstellung sowie der kritischen Diskussion dieser Ergebnisse.
Schlüsselbegriffe wie Schriftspracherwerb, Leselehrverfahren, Fibelansatz und empirische Wirksamkeitsprüfung kennzeichnen den methodischen Kern der Arbeit.
Das ORI-Konzept (orthographische Invarianten) basiert auf der Idee, dass deutsche Wörter primär durch wiederkehrende "Wortmitten" (Invarianten) unterschieden werden, anstatt sich auf Laut-Graphem-Korrespondenzen zu stützen.
Die Debatte um die Wirksamkeit von Lehrmethoden ist pädagogisch nach wie vor aktuell, da Schulen vor der Entscheidung stehen, wie sie heterogene Lernvoraussetzungen in der Praxis am besten berücksichtigen können.
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