Diplomarbeit, 2001
107 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchungen
2 Theoretische, begriffliche und konzeptionelle Grundlagen
2.1 Der Begriff des älteren Arbeitnehmers
2.2 Charakteristika und Organisationsformen der Montage sowie die Bedeutung für den Einsatz älterer Arbeitnehmer
2.2.1 Begriff Montage
2.2.2 Organisationsformen der Montage
2.3 Demographischer Wandel und dessen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
2.3.1 Begriff des demographischen Wandels, sowie deren Einflussgrößen
2.3.2 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
2.3.3 Typische Fehlreaktionen im Umgang mit dem demographischen Wandel
2.4 Der Trend zur Frühverrentung und seine Nebenwirkungen
2.5 Internationaler Vergleich
3 Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer in der Montage
3.1 Das Defizitmodell und seine Grundlagen
3.2 Abschied vom Defizitmodell
3.3 Anforderungen der Montage
3.4 Stärken und Defizite älterer Arbeitnehmer in der Montage
3.4.1 Grundsätzliches
3.4.2 Psychische Leistungsvoraussetzungen
3.4.3 Arbeitsphysiologische Leistungsvoraussetzungen
3.4.4 Stärken-Defizite-Profil älterer Arbeitnehmer
3.5 Erfahrungswissen als besondere strategische Ressource
3.5.1 Bedeutung des Humankapitals als ressourcenorientierter Ansatz
3.5.2 Zum Begriff des Erfahrungswissens
3.5.2.1 Erfahrung
3.5.2.2 Implizites und explizites Wissen
3.5.3 Die Bedeutung von Erfahrungswissen für Innovationen
3.5.4 Wissenstransfer von älteren zu jüngeren Arbeitnehmern
3.5.5 Extrinsische und intrinsische Anreize zum Wissenstransfer
4 Grundzüge altersgerechter Arbeitsgestaltung in der Montage
4.1 Einführung und Überblick
4.2 Organisationsausgestaltung
4.2.1 Organisationsform
4.2.2 Neue Formen der Arbeitsorganisation
4.2.2.1 Notwendigkeit neuer Arbeitsstrukturen
4.2.2.2 Job Rotation
4.2.2.3 Job Enlargement
4.2.2.4 Job Enrichment
4.2.2.5 Vergleich von Job Rotation, Job Enlargement, Job Enrichment und teilautonomen Arbeitsgruppen
4.2.3 Gruppenarbeit im Rahmen der Montage
4.2.3.1 Das Grundkonzept der Gruppenarbeit
4.2.3.2 Gruppenarbeitsformen
4.2.3.3 Chancen und Risiken für ältere Arbeitnehmer in Gruppenarbeit
4.3 Arbeitszeit und gesundheitliche Belastungen
4.3.1 Belastungen und Beanspruchungen bei Schichtarbeit
4.3.2 Handlungsempfehlungen zur Gestaltung von Schichtarbeit
4.3.3 Arbeitszeitverkürzung und flexible Arbeitszeitmodelle
4.4 Arbeitstätigkeit
4.4.1 Arbeitstätigkeit unter Berücksichtigung ergonomischer Erkenntnisse
4.4.2 Belastungs-Beanspruchungsmodell der Ergonomie
4.4.3 Anthropometrische Arbeitsplatzgestaltung
4.4.4 Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit
4.4.5 Qualifikation durch Laufbahngestaltung
4.5 Implementierung
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Anforderungen älter werdender Belegschaften im Montagebereich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Ziel ist es, Strategien zur altersgerechten Gestaltung von Arbeitssystemen zu ermitteln, um dadurch die Leistungs- und Innovationsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig zu sichern und zu fördern.
Die Bedeutung von Erfahrungswissen für Innovationen
Innovationen bzw. Innovationsfähigkeiten werden als eine der zentralen Voraussetzungen für das Bestehen der Unternehmen auf dem Weltmarkt angesehen. Diese praktische Relevanz der Innovationsfähigkeit lässt sich zum einen aus einer gesamtwirtschaftlichen und zum anderen aus einer einzelwirtschaftlichen Perspektive verdeutlichen [Betz94]. Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive besteht Einigkeit darüber, dass Innovationen die zentrale Rolle für das wirtschaftliche Wachstum einnehmen und daher gleichermaßen als Charakteristikum und Erfordernis moderner Industriegesellschaften betrachtet werden. Einzelwirtschaftlich wird argumentiert, dass Bestand, langfristiges Wachstum und bedeutende Gewinnmöglichkeiten von Unternehmen im Wesentlichen nur über Innovationen zu gewährleisten sind [Fors97].
Die bisherigen betrieblichen Innovationsstrategien orientieren sich überwiegend an jungen, belastbaren und leistungsfähigen Mitarbeitergruppen. Diese werden allerdings nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Die seit längerem bekannte demographische Entwicklung mit ihren Konsequenzen zwingt zu einem veränderten Umgang mit alternden und älteren Arbeitnehmern. Die Frage, wie und ob Erneuerungen mit alternden Belegschaften betrieben werden können, rückt den Bereich der personell-organisatorischen Innovationen in den Mittelpunkt der Betrachtung [Buck03].
Bevor im Detail auf die wichtigen Faktoren Erfahrungswissen und Innovationsfähigkeit eingegangen wird, ist es zunächst notwendig zu erläutern, was denn Innovationen sind. Das „Zauberwort“ Innovation ist derzeit häufig zu hören. Zwar versichern Politiker und Wirtschaftswissenschaftler, Berater und Manager, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und der wirtschaftliche Aufschwung durch Innovationen gewährleistet werden. Einschlägige Lehrbücher und Managementratgeber geben aber keine eindeutigen Definitionen darüber, was Innovationen sind [Bait03]. Als Symbol für Veränderungen in der Arbeitswelt tritt der Bereich der betrieblichen Innovation in zweifacher Hinsicht auf: Einerseits sind beschleunigte Innovationen mit Wettbewerbsfähigkeit und unternehmerischem Erfolg unter veränderten Marktbedingungen in Verbindung gebracht worden. Andererseits steht Innovationsfähigkeit aber auf dem Gebiet der Personalpolitik wie kein anderer Aspekt der Arbeitswelt für die Neubewertung der älteren Arbeitskraft als Störfaktor und die Überhöhung der Jugend als Initiator und Träger betrieblichen Wandels. Erfahrung wird somit als Barriere für Neuerungsprozesse bewertet.
1 Einleitung: Beschreibt die demografische Problematik und die daraus resultierende Notwendigkeit, ältere Arbeitnehmer stärker in Montageprozesse und Personalplanungen einzubinden.
2 Theoretische, begriffliche und konzeptionelle Grundlagen: Definiert den Begriff des älteren Arbeitnehmers und analysiert die Auswirkungen des demografischen Wandels sowie Trends wie die Frühverrentung im internationalen Vergleich.
3 Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer in der Montage: Untersucht das Defizitmodell, stellt diesem ein Stärken-Defizite-Profil gegenüber und beleuchtet die strategische Bedeutung von Erfahrungswissen und Wissenstransfer.
4 Grundzüge altersgerechter Arbeitsgestaltung in der Montage: Liefert konkrete Gestaltungsempfehlungen für die Bereiche Organisation, Arbeitszeit und Arbeitstätigkeit einschließlich ergonomischer Aspekte und deren Implementierung.
5 Fazit und Ausblick: Fasst die Kernergebnisse zusammen und betont die langfristige Notwendigkeit eines Umdenkens in der Unternehmensphilosophie zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Demographischer Wandel, Ältere Arbeitnehmer, Montage, Erfahrungswissen, Altersgerechte Arbeitsgestaltung, Arbeitsorganisation, Ergonomie, Innovationsfähigkeit, Wissenstransfer, Frühverrentung, Humankapital, Schichtarbeit, Defizitmodell, Leistungsfähigkeit, Personalentwicklung
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen in der Montage den Herausforderungen des demografischen Wandels durch eine altersgerechte Gestaltung der Arbeitswelt begegnen können.
Die Arbeit fokussiert auf die Auswirkungen des demografischen Wandels, die Analyse von Stärken und Defiziten älterer Mitarbeiter sowie Strategien zu deren Förderung durch Arbeitsgestaltung.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wo Erfolgspotenziale älterer Arbeitnehmer liegen, wie diese gefördert werden können und welche Methoden eine altersgerechte Montage ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung und der Auswertung empirischer Studien, insbesondere im Kontext von Montageprozessen und Arbeitsgestaltung.
Der Hauptteil behandelt die Arbeitsgestaltung in der Montage, unterteilt in die vier Säulen: Unternehmensphilosophie, Organisation, Arbeitszeit und Arbeitstätigkeit.
Zentrale Begriffe sind Alternde Belegschaft, Erfahrungswissen, Montage, Arbeitsgestaltung und Leistungsfähigkeit.
Erfahrungswissen wird als zentrale Ressource für Innovationen eingestuft, insbesondere bei der Störungsdiagnose, der Selektion von Lösungswegen und der Bewältigung komplexer Gesamtprozesse.
Die Baustellenmontage wird als vorteilhafter für Ältere bewertet, da sie weniger Zeitdruck ausübt, mehr Selbstbestimmung beim Arbeitstempo ermöglicht und einseitige Belastungen durch vielfältigere Aufgaben verringert.
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