Masterarbeit, 2022
107 Seiten, Note: 1,1
1. Einführende Bemerkungen zur Fragestellung und zur Herangehensweise
2. Soziale Scham und soziales Geschlecht
2.1. Annäherung an das Phänomen der Scham – Intersubjektivität, Genese, Differenzierungen und Funktion
2.2. Scham, Schamangst und Gender
2.3. Scham und Schuld
3. Sexuelle Viktimisierung von Frauen – Grundlagen
3.1. Opfer, Survivor oder…? Begrifflichkeiten und (Selbst-)Zuschreibungen im Kontext sexualisierter Gewalt
3.2. Vergewaltigung oder Sex? Ausdifferenzierung unter besonderer Berücksichtigung des Zustimmungsprinzips
3.3. Kriminologische und strafrechtliche Einordnung
4. Sekundär- und Tertiärviktimisierung nach Vergewaltigungen
4.1. Definitionen, historische Rahmung und (sozialstrukturelle) Bedingungen
4.2. Akteure und Auswirkungen sekundärer Viktimisierung im Kontext des Strafverfahrens
4.3. Akteure und Auswirkungen sekundärer Viktimisierung nach Vergewaltigungen im Kontext des sozialen Umfeldes
5. Synthese: Die Scham(-angst) der vergewaltigten Frau
6. Online-Disclosure und (#MeToo-)Hashtag-Aktivismus vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Mediatisierung
7. #MeToo: Zwischen Schamresilienz und sekundärer Beschämung
7.1. #MeToo – Ein Überblick: Verlauf, Auswirkungen, Kritik vor dem Hintergrund der Scham(de)konstruktion
7.2. #MeToo, Sexualität, Sexualstrafrecht: Diskursüberschneidungen und Abgrenzungen
7.3. #MeToo: Ent-oder Beschämung? – Analyse unter Einbezug der Elemente und Bedingungen des Schamerlebens, der Theorie zur Schamresilienz sowie von Opferbedürfnissen
8. Schlussbemerkung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die soziale Konstruktion von Schamgefühlen bei Frauen nach sexueller Viktimisierung, insbesondere Vergewaltigungen, und analysiert, inwiefern die #MeToo-Bewegung und Online-Disclosure Prozesse der Schamdekonstruktion ermöglichen oder zu sekundärer Viktimisierung beitragen können.
1. Einführende Bemerkungen zur Fragestellung und zur Herangehensweise
„We tell those who were sexually abused that it is natural to feel dirty. We do this becau se it's true, and we're trying to prepare them so that they don't feel alone when it hap pens. But aren't we also setting them up to be destroyed, to feel dirty and impure? How much are we training ourselves to crumble?“ (Veselka 1998: Abs. 4)
Scham als ein Gefühl, welches an „eine umfassende Minderung des Selbstwertge fühls oder des Selbstrespekts bindet“ (Zahavi 2013: 321), werde vergewaltigten Frauen laut Sanyal (vgl. 2020: 76-88) auch heute noch, Jahrzehnte nach dem Er scheinen von Veselkas Artikel, vor dem Hintergrund stereotyper Opferrollenbilder und im Kontext eingeschränkter Vergewaltigungsnarrative, wie selbstverständlich zugesprochen, somit normalisiert und gesellschaftlich reproduziert.
1. Einführende Bemerkungen zur Fragestellung und zur Herangehensweise: Führt in die Thematik der Scham bei vergewaltigten Frauen ein und erläutert die Forschungsfragen zur Rolle von #MeToo und Online-Disclosure.
2. Soziale Scham und soziales Geschlecht: Analysiert Scham als intersubjektives, sozial konstruiertes Phänomen unter besonderer Berücksichtigung von Gender und Schuldgefühl.
3. Sexuelle Viktimisierung von Frauen – Grundlagen: Beleuchtet Begriffe wie Opfer/Survivor und analysiert sexualisierte Gewalt kritisch im Kontext von Machtverhältnissen und Konsens.
4. Sekundär- und Tertiärviktimisierung nach Vergewaltigungen: Erläutert die Bedingungen, unter denen Betroffene nach einer Tat durch soziale oder institutionelle Reaktionen erneut viktimisiert werden.
5. Synthese: Die Scham(-angst) der vergewaltigten Frau: Führt die theoretischen Erkenntnisse zusammen, um das spezifische Schamerleben von Vergewaltigungsopfern zu analysieren.
6. Online-Disclosure und (#MeToo-)Hashtag-Aktivismus vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Mediatisierung: Beschreibt den Wandel kommunikativer Praktiken durch soziale Netzwerke und deren Bedeutung für die öffentliche Thematisierung sexualisierter Gewalt.
7. #MeToo: Zwischen Schamresilienz und sekundärer Beschämung: Untersucht kritisch die Wirkmechanismen, Ambivalenzen und das Potenzial der #MeToo-Bewegung hinsichtlich Schamdekonstruktion und Beschämung.
8. Schlussbemerkung und Ausblick: Resümiert die Ergebnisse und diskutiert die Möglichkeiten einer zukünftigen, differenzierteren Auseinandersetzung mit Gewalt und Scham.
Scham, sexualisierte Gewalt, #MeToo, Online-Disclosure, Gender, Sekundärviktimisierung, Empowerment, Vergewaltigungsmythen, Anerkennungsbeziehung, Schuldumkehr, Machtstrukturen, Kriminologie, Diskurs, Resilienz, Victim Blaming.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen Schamgefühlen, geschlechtsspezifischen Rollenbildern und dem Erleben sexualisierter Gewalt sowie die Auswirkungen von Online-Offenlegungen (Disclosure) im Rahmen der #MeToo-Bewegung.
Zentral sind die soziale Konstruktion von Scham, feministische Viktimologie, sekundäre Viktimisierung durch institutionelle oder soziale Akteure und die Dynamik digitaler Hashtag-Aktivismen.
Es wird untersucht, ob und wie Online-Disclosure für Betroffene einen Weg zur Schamdekonstruktion und Empowerment bieten kann, oder ob die Plattformen (unbeabsichtigt) sekundäre Viktimisierung verstärken.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende literaturtheoretische Aufarbeitung soziologischer, psychologischer und kriminologischer Konzepte sowie die Analyse aktueller Diskurse zum Sexualstrafrecht und zu digitalen Praktiken.
Der Hauptteil behandelt die Theorie der Scham, die viktimologische Einordnung sexualisierter Gewalt, die Prozesse der Sekundärviktimisierung und eine detaillierte Analyse der #MeToo-Bewegung.
Die wichtigsten Begriffe sind Scham, sexualisierte Gewalt, #MeToo, Online-Disclosure, Gender und Sekundärviktimisierung.
Das Werk diskutiert das Konzept des "secondhand shame", bei dem die Scham von Tätern oder anderen schamlosen Akteuren in die Psyche von Zeugen oder Opfern gespiegelt wird, was zur Schamverschiebung beitragen kann.
Das Strafrecht wird ambivalent gesehen; während Reformen zur Stärkung der Opferintention begrüßt werden, kritisiert die Autorin die Gefahr einer inflationären "Verstrafrechtlichung" sozialer Probleme, die den Heilungsprozess von Opfern nicht zwangsläufig fördert.
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