Bachelorarbeit, 2023
44 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Enjoyment von Mediengewalt
2.2 Der Forbidden Fruit Effekt – Attraktivität gewalthaltiger Medieninhalte
2.3 Spannungserleben in Bedrohungssituationen der Protagonist*innen
2.4 Emotionen als wichtiger Bestandteil der Medienrezeption – Mixed Affect
2.5 Desensibilisierung durch Mediengewalt
3 Methode
3.1 Empirisches Design und Aufbau der Studie
3.2 Messinstrument und Operationalisierung
3.3 Vorgehensweise
3.4 Stichprobe
4. Ergebnisse und Interpretation
4.1 Manipulations- und Randomisierungscheck
4.2 Enjoyment der gewalthaltigen Filmausschnitte
4.3 Interesse am gesamten Film
4.4 Spannungserleben als Mediator
4.5 Mixed Affect als Mediator
4.6 Desensibilisierungseffekte
5 Diskussion
6 Limitationen und Ausblick
Diese Arbeit untersucht mittels eines experimentellen Befragungsdesigns, inwieweit das Maß an physischer Gewalt in einem Filmausschnitt das hedonische Unterhaltungserleben (Enjoyment) sowie das Interesse an der Vollversion des Films beeinflusst, wobei individuelle Faktoren wie die persönliche Gewaltexposition und das Geschlecht als zentrale Einflussvariablen berücksichtigt werden.
2.1 Enjoyment von Mediengewalt
Das Konzept der Unterhaltung ist eines der ältesten Konstrukte der Kommunikationswissenschaft und besitzt daher eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen und Deutungen (Früh & Wünsch, 2007). Nach dem Uses-and-Gratifications-Ansatz dienen Medien als Befriedigung des Unterhaltungsbedürfnisses, weswegen sie von Rezipient*innen genutzt werden (Katz & Foulkes, 1962). Hierbei stehen Bedürfnisse, wie die Flucht aus dem Alltag oder die Selbstentwicklung im Vordergrund, die insgesamt mit der Empfindung positiver Emotionen gleichgesetzt werden (Früh & Wünsch, 2007; Vorderer, 1996). Im Gegensatz zu dieser hedonischen Perspektive, also der rein positiven Unterhaltung während des Medienkonsums, steht die eudaimonische Unterhaltung (Vorderer & Reinecke, 2012). Diese ernsthafte Auseinandersetzung mit bestimmten Medieninhalten und die daraus resultierende emotionale Bewegtheit und Sinnstiftung der Rezipient*innen wird jedoch in dieser Forschung nicht betrachtet, da der Schwerpunkt darauf liegen soll, ob Gewaltdarstellungen in Filmen, die sich nicht mit tiefergreifenden Themen beschäftigen, auch als unterhaltend wahrgenommen werden können (Bartsch et al., 2020; Haible, 2003). Zur Bewertung dessen, wird das Konstrukt des Enjoyments relevant. Um das Enjoyment als hedonisches Unterhaltungserleben zu definieren, bedient sich diese Forschungsarbeit der intensionalen Definition (Possler, 2021). Hierbei wird Enjoyment erstens als ein Erlebnis von positiven Affecten und zweitens als Folge der Mediennutzung beschrieben (Raney, 2004). Raney (2004) setzt Enjoyment mit der Empfindung von ‚Pleasure‘, also Vergnügen oder Genuss gleich, die als affective Reaktion auf die Medienrezeption entsteht. Für den zweiten Aspekt dieser Art des Unterhaltungserlebens ist relevant, dass das Enjoyment allein auf die Mediennutzung zurückzuführen ist und kein anderer Faktor, wie zum Beispiel die Rezeptionssituation, verantwortlich für die positive affective Wirkung ist (Possler, 2021; Raney, 2004).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der zunehmenden Gewaltdarstellung in modernen Medienserien und Hinführung zur zentralen Forschungsfrage nach dem Einfluss des Gewaltmaßes auf das Unterhaltungserleben.
2 Theorie: Theoretische Fundierung durch Diskussion von Konstrukten wie Enjoyment, dem Forbidden Fruit Effekt, Spannungserleben, Mixed Affect und Desensibilisierungsprozessen sowie Ableitung der Hypothesen.
3 Methode: Detaillierte Beschreibung des experimentellen Online-Befragungsdesigns, der Operationalisierung der Variablen, der Stimulanauswahl mittels Pretest sowie der Stichprobenzusammensetzung.
4. Ergebnisse und Interpretation: Darstellung der statistischen Analysen und Moderationsmodelle zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Enjoyment, Interesse und Mediatoren.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Erwartungen und Interpretation der geschlechtsspezifischen sowie erfahrungsabhängigen Diskrepanzen.
6 Limitationen und Ausblick: Diskussion der methodischen Grenzen der Untersuchung, wie der kurzen Stimulidauer und der Stichprobenhomogenität, sowie Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze.
Mediengewalt, Enjoyment, Hedonisches Unterhaltungserleben, Forbidden Fruit Effekt, Spannungserleben, Mixed Affect, Desensibilisierung, Gewaltexposition, Gender-Sozialisation, Filmanalyse, Empirische Medienforschung, Online-Befragung, Rezeptionsforschung, Medienpsychologie, Unterhaltungsbedürfnis.
Die Arbeit untersucht, ob und wie unterschiedliche Mengen an Gewalt in Filmausschnitten das Unterhaltungserleben und das Interesse der Zuschauer an einer Filmvollversion beeinflussen.
Im Zentrum stehen die psychologischen Wirkungsmechanismen bei der Wahrnehmung von Mediengewalt, insbesondere im Hinblick auf Enjoyment, Spannung, Emotionen und die Habitualisierung durch langfristigen Medienkonsum.
Das Ziel ist es, kausale Zusammenhänge zwischen Gewaltintensität im Stimulus und dem hedonischen Erleben zu finden, um zu klären, ob Gewalt per se als unterhaltend wahrgenommen wird oder von anderen Faktoren abhängt.
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mit einem experimentellen, einfaktoriellen Between-Subject Design durchgeführt, wobei die Versuchspersonen randomisiert ein stark oder weniger stark gewalthaltiges Videomaterial sahen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung von Hypothesen zu Enjoyment, Spannung, Mixed Affect und Desensibilisierung sowie deren anschließende empirische Prüfung mittels statistischer Analysen am erhobenen Datensatz.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von Medieneffekten mit individuellen Rezipienteneigenschaften wie dem Geschlecht und der persönlichen Gewalthaltigkeitserfahrung im Alltag aus.
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede: Frauen empfinden bei sehr gewalthaltigen Inhalten im Vergleich zu Männern ein geringeres Unterhaltungserlebnis, was durch die Gender-Sozialisations-Theorie erklärt wird.
Ja, Personen mit einer hohen Gewöhnung an Gewaltmedien zeigen ein signifikant höheres Enjoyment und Interesse bei der Rezeption gewalthaltiger Szenen, was die Desensibilisierungsthese stützt.
Das Ausbleiben dieses Effekts wird darauf zurückgeführt, dass durch forschungsethische Rahmenbedingungen wie notwendige Trigger-Warnungen beide Studiengruppen eine Form der Einschränkung wahrnahmen, was den Effekt überlagerte.
Obwohl Spannung einen direkten positiven Zusammenhang mit dem Enjoyment zeigt, fungierten weder Spannung noch der Mixed Affect als signifikante Mediatoren für den spezifischen Effekt der Gewaltdarstellung im Stimulus.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

