Bachelorarbeit, 2018
54 Seiten, Note: 1,1
1. Einführung
1.1 Einleitung und Problemstellung der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2. Allgemeine Grundstrukturen des Arbeitsrechtes
2.1 Der Dienstvertrag im Arbeitsecht
2.2 Die definierende Fremdbestimmung
2.3 Soziale Rechte des Arbeitnehmers
2.4 Internationales Arbeitsrecht
2.4.1 Das Arbeitsrecht innerhalb der EU
2.4.2 Das Arbeitsrecht außerhalb der EU
3. Allgemeine Aspekte des Berufssports
3.1 Historische Entwicklung des Sports
3.2 Internationale Entwicklung des (Berufs-)Fußballs
3.2.1 Die Geschichte des Fußballs
3.2.2 Geschichte und Struktur der relevanten Fußballorganisationen
4. Der Individualarbeitsvertrag des Berufsfußballspielers
4.1 Grundstrukturen
4.2 Besonderheiten des Arbeitsvertrages des Berufsfußballspielers
4.3 Der Berufsfußballspieler als Arbeitnehmer in der EU
4.3.1 Allgemeine Aspekte
4.3.2 Der Fall Bosman
4.4 Probleme des Arbeitsvertrages des Berufsfußballspielers
4.4.1 Soziale Aspekte
4.4.1.1 (vorübergehende) Berufsunfähigkeit
4.4.1.2 Aspekte der zeitlich begrenzten Ausübung der Tätigkeit
4.4.1.3 Grundsätzliche Befristung des Profi-Arbeitsvertrags
4.4.2 Der Fall Heinz Müller
4.4.2.1 Das Urteil in erster Instanz
4.4.2.2 Das Urteil in zweiter Instanz
4.4.2.3 Mögliche Auswirkungen des Falls Müller auf den Berufsfußball
5. Zusammenfassung und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, inwiefern arbeitsrechtliche Bestimmungen auf den Berufsfußballspieler anwendbar sind, insbesondere unter Berücksichtigung der arbeitsrechtlichen Problematik von befristeten Verträgen im Hinblick auf das TzBfG.
4.4.2 Der Fall Heinz Müller
Ein weiteres Urteil neben dem Bosman-Urteil, welches das Konzept des Arbeitsverhältnisses der Berufsfußballspieler möglicher Weise revolutionieren könnte, fällte am 19.03.2015 das ArbG Mainz (3 Ca 1197/14).
Zum Verständnis der Situation wird zunächst das Vertragsverhältnis vorgestellt: Der Torwart Heinz Müller hatte bei seinem Arbeitgeber, dem 1. FSV Mainz 05, am 01.07.2009 einen für drei Jahre befristeten Vertrag bis zum 30.06.2012 abgeschlossen. Noch während der Vertragslaufzeit - am 07.05.2012 - kamen die Parteien überein, den Vertrag ab dem 01.07.2012 bis zum 30.06.2014, also um weitere zwei Jahre, zu verlängern. Dieser Vertrag enthielt zudem eine Verlängerungsoption, die beide Parteien unter der Voraussetzung ziehen konnten, dass Müller in der Saison 2013/2014 mindestens 23 Einsätze in Pflichtspielen der ersten Fußballbundesliga absolviert. Verlängerungsoptionen sind - ebenso wie die Befristung - bei der individuellen Gestaltung von Berufsfußballspielerverträgen gängige Praxis.
Müller kam in der relevanten Saison auf 10 Pflichtspieleinsätze in der ersten Bundesliga, wodurch also die Verlängerungsoption verfiel und Müllers Vertrag am 30.06.2014 automatisch auslief - die Rechtslage erscheint eindeutig.
Müller jedoch vertrat die Ansicht, dass der Grund für die fehlende Anzahl an Einsätzen nicht in seiner Person bzw. seinen sportlichen Leistungen liege. Vielmehr beschuldigte er den Verein in Person des Trainers der „treuwidrigen Verhinderung des Bedingungseintritts“. Im 11. Pflichtspiel der Saison 2013/2014 ließ sich Müller in der Halbzeitpause verletzt auswechseln, wodurch es zu einem Streit mit dem Trainer kam - so soll der Trainer vor der Mannschaft geäußert haben „das ist eine Fucking-Schande“. Wegen der Verletzung kam Müller in den weiteren Pflichtspielen der Hinrunde nicht mehr zum Einsatz, und wurde zu Beginn der Winterpause durch den Trainer dazu aufgefordert, den Verein zu wechseln, da Müller bei ihm eh nicht mehr zum Einsatz kommen würde.
1. Einführung: Definition der Problematik der Arbeitnehmereigenschaft von Berufsfußballspielern und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Allgemeine Grundstrukturen des Arbeitsrechtes: Vorstellung der rechtlichen Grundlagen, wie Dienstvertrag und Fremdbestimmung, sowie der Anwendbarkeit verschiedener Sozialgesetze.
3. Allgemeine Aspekte des Berufssports: Historische Einordnung des Sports und Betrachtung der internationalen Entwicklungen im Fußball sowie der Strukturen der Verbände.
4. Der Individualarbeitsvertrag des Berufsfußballspielers: Analyse der vertraglichen Besonderheiten, der Arbeitnehmereigenschaft innerhalb der EU sowie der strittigen Befristungspraxis anhand der Fälle Bosman und Heinz Müller.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die Notwendigkeit befristeter Verträge für das System Berufsfußball und Vorausschau auf mögliche Konsequenzen künftiger Urteile.
Berufsfußballspieler, Arbeitsrecht, Dienstvertrag, Befristung, TzBfG, Bosman-Urteil, Heinz Müller, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Transfer, Sozialrecht, Berufsunfähigkeit, Kündigungsschutz, Berufsfußball, Fußballorganisationen, Vertragsgestaltung
Die Arbeit analysiert die arbeitsrechtliche Stellung von Berufsfußballspielern, insbesondere ob diese als normale Arbeitnehmer einzustufen sind und welche Folgen sich daraus für die Gestaltung ihrer Arbeitsverträge, speziell in Bezug auf Befristungen, ergeben.
Die zentralen Themen sind das Arbeitsrecht in Bezug auf Dienstverträge, die europäischen Freizügigkeitsregeln, die Besonderheiten bei befristeten Arbeitsverträgen im Profifußball sowie die soziale Absicherung der Spieler.
Das Ziel ist zu klären, unter welchen Bedingungen Arbeitsgesetze auf Berufsfußballer anwendbar sind und ob die gängige Praxis der Befristung von Spielerverträgen angesichts des Teilzeit- und Befristungsgesetzes rechtlich haltbar ist.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse der Rechtsgrundlagen und Sozialgesetze mit der Untersuchung relevanter Rechtsprechung, insbesondere unter Bezugnahme auf das EuGH-Urteil "Bosman" sowie das Urteil im Fall "Heinz Müller" vor dem Arbeitsgericht Mainz und dem Landesarbeitsgericht.
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung zu klassischen Arbeitnehmerverhältnissen, der Internationalität des Transfermarktes, der sozialen Absicherung bei Berufsunfähigkeit sowie einer detaillierten juristischen Prüfung der Befristungsmöglichkeiten im Berufsfußball.
Die wichtigsten Begriffe sind Berufsfußballspieler, arbeitsrechtliche Problematik, befristeter Arbeitsvertrag, TzBfG, Bosman-Entscheidung und Branchenüblichkeit.
Das Urteil führte dazu, dass Berufsfußballer innerhalb der EU rechtlich wie normale Arbeitnehmer behandelt werden müssen, wodurch Ablösesummen nach Vertragsablauf entfielen und die Arbeitnehmerfreizügigkeit auch für Spieler vollumfänglich anwendbar wurde.
Der Fall Heinz Müller stellt die rechtliche Zulässigkeit der in der Branche gängigen Vertragspraxis (Befristungen außerhalb der engen Grenzen des TzBfG) in Frage. Ein rechtskräftiges Obsiegen des Spielers könnte das Transfersystem gefährden und die logistische Planung der Vereine massiv erschweren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

