Bachelorarbeit, 2024
35 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Rolle der Unternehmensberichterstattung
2.2 Enforcement und Abschlussprüfung in Deutschland
2.2.1 Das zweistufige Enforcement-System
2.2.2 Abschlussprüfung
2.2.3 Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz
3 Der Einfluss von Abschlussprüfung und Enforcement auf die Aufdeckung von Bilanzpolitik- und betrug
3.1 Analyserahmen: Wirecard, Bilanzpolitik und Bilanzbetrug
3.2 Analyse
3.2.1 Die Rolle und der Einfluss des Enforcements
3.2.1.1 Stärken des zweistufigen Enforcement-Systems
3.2.1.2 Schwächen des zweistufigen Enforcements
3.2.1.3 Entwicklungen seit dem FISG
3.2.2 Die Rolle und der Einfluss der Abschlussprüfung
3.2.2.1 Prüfungsqualität und die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers
3.2.2.2 Abschlussprüferrotation
3.2.2.3 Verbot von Nichtprüfungsleistungen
3.2.2.4 Verschärfung der zivilrechtlichen Haftung
3.2.2.5 weitere Neuregelungen
3.3 Kritische Diskussion
4 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Effektivität des deutschen Enforcement-Verfahrens und der Abschlussprüfung bei der Aufdeckung von Bilanzpolitik und -betrug. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwieweit das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) geeignet ist, bisherige Schwachstellen in der externen Überwachung – verdeutlicht durch den Wirecard-Skandal – zu beheben und das Vertrauen in den Finanzmarkt nachhaltig zu stärken.
3.1 Analyserahmen: Wirecard, Bilanzpolitik und Bilanzbetrug
Die Wirecard AG war ein deutscher Zahlungsabwickler. Das Unternehmen hat jahrelang in seiner Rechnungslegung nichtexistente Bankguthaben und Umsatzerlöse in Milliardenhöhe ausgewiesen. Die Konzernabschlüsse der Geschäftsjahre 2009 bis 2019 wurden durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young geprüft. Dem Konzern wurde schon seit 2008 von verschiedenen Parteien fehlerhafte und betrügerische Bilanzierung vorgeworfen.
Whistleblower, aktivistische Leerverkäufer und Journalisten veröffentlichten Berichte, in denen sie Auffälligkeiten in der Bilanz von Wirecard kritisierten und betrügerische Handlungen durch Wirecard vermuteten. Seit 2015 hat die Financial Times eine Artikelserie veröffentlicht, in welcher dem Konzern Bilanzbetrug vorgeworfen wurde. 2019 wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer forensischen Sonderprüfung beauftragt, welche die Vorwürfe nicht wiederlegen konnte. Am 18.06.2020 verkündete das Unternehmen, dass 1,9 Milliarden Euro auf asiatischen Treuhandkonten nicht existent seien. Die Betrugsaufdeckung durch das Enforcement und die Wirtschaftsprüfung ist jahrelang gescheitert.
In der nachfolgenden Untersuchung sind Bilanzpolitik und Bilanzbetrug voneinander abzugrenzen. Der Begriff Bilanzpolitik fasst alle legalen Maßnahmen zusammen, die einer gezielten Gestaltung des Jahresabschlusses dienen. Die Maßnahmen sind nach Bilanzrecht zulässig. Bilanzpolitik soll die Rechtsfolgen oder die Investitionsentscheidungen der Bilanzadressaten im Sinne des Bilanzerstellers beeinflussen. Bilanzpolitik beeinflusst „Form, Inhalt und Berichterstattung“ des Abschlusses. Zur Darstellung von Unternehmensdaten werden vor allem rechtskonforme Ermessensspielräume oder Ansatz- und Bewertungswahlrechte genutzt.
1 Einleitung: Beschreibt die Motivation der Arbeit angesichts des Wirecard-Skandals und führt in die Problemstellung sowie den Untersuchungsaufbau ein.
2 Theoretische Grundlagen: Erläutert die Rolle der Unternehmensberichterstattung sowie den Aufbau des Enforcements und der Abschlussprüfung vor und durch das FISG.
3 Der Einfluss von Abschlussprüfung und Enforcement auf die Aufdeckung von Bilanzpolitik- und betrug: Analysiert kritisch die Mechanismen des Enforcements, die Rolle der Abschlussprüfer sowie die Wirksamkeit der Neuregelungen des FISG.
4 Fazit: Führt die Ergebnisse der Analyse zusammen und bewertet die Auswirkungen der Gesetzesänderungen auf die zukünftige Betrugsaufdeckung.
Bilanzpolitik, Bilanzbetrug, Enforcement, BaFin, Abschlussprüfung, Wirecard, FISG, Wirtschaftsprüfung, Rechnungslegung, Unabhängigkeit, Abschlussprüferrotation, Transparenz, Betrugsaufdeckung, Finanzmarktintegrität, Haftung
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der externen Überwachung von Unternehmen in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf die Aufdeckung von Bilanzmanipulationen nach dem Wirecard-Skandal.
Die zentralen Themen sind das deutsche Enforcement-Verfahren, die regulatorische Rolle der Abschlussprüfung, der Einfluss des FISG und die Abgrenzung von Bilanzpolitik zu illegalem Bilanzbetrug.
Das Ziel ist die kritische Analyse, ob die gesetzlichen Anpassungen durch das FISG ausreichen, um Schwachstellen in der Abschlussprüfung und beim Enforcement zu schließen und zukünftige Bilanzbetrugsfälle frühzeitig aufzudecken.
Es handelt sich um eine kritische Analyse, die auf einer theoretischen Fundierung der Rechnungslegungsüberwachung sowie der Auswertung aktueller Studien und Berichte (u.a. der BaFin) basiert.
Im Hauptteil werden der Wirecard-Fall als Analyserahmen genutzt und die Änderungen im Enforcement-Verfahren sowie die Verschärfungen bei der Abschlussprüfung (Rotation, Haftung, Verbot von Nichtprüfungsleistungen) eingehend diskutiert.
Bilanzpolitik, Bilanzbetrug, Enforcement, BaFin, Abschlussprüfung, Wirecard, FISG und Wirtschaftsprüfung sind die wesentlichen Begriffe für den Inhalt.
Laut Arbeit waren unzureichende Ressourcen, fehlende Ermittlungsbefugnisse der Behörden, eine unkoordinierte Zusammenarbeit innerhalb des zweistufigen Systems und eine mangelhafte forensische Prüfung die Hauptgründe für das Versagen.
Die Rotation wird als Mittel gesehen, um Betriebsblindheit und eine zu starke Abhängigkeit des Prüfers vom Mandanten zu verhindern, wobei die Arbeit auch auf das Risiko eines Wissensverlustes durch den Wechsel hinweist.
Der Autor sieht in der verschärften Haftung einen Anreiz für höhere Prüfungsqualität, kritisiert jedoch, dass dies die Marktkonzentration bei den "Big 4" weiter verstärken könnte.
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