Bachelorarbeit, 2021
45 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Warum ist Sprache politisch?
2. Sprache und Politik
2.1. Politikbegriff(e)
2.2. Politisität von Sprache
2.2.1. Politische Sprache im Gefüge des Deutschen
2.3 Politolinguistik
2.3.1. Funktionen politischer Sprache
2.3.2. Analyse auf der Wortebene
2.3.3. Das Lexikon der Politik
3. Asyldiskurse in Deutschland – ein (linguistischer) Vergleich
3.1. Asyldebatten früher bis heute
3.2 Bewertetes Regen über Migrant*innen im Bundestag
4. Lexikalisch manifestierte Abwerthaltungen
4.1. Sprache und Ideologie
4.2. Wechselwirkungen politischer und Alltagssprache
4.2.1. Rechte Diskursstrategien von den Wurzeln bis zur AfD
4.2.2. Wie sie zur Sprache des Volkes wird
5. Sprache und gesellschaftliche Wirklichkeit
5.1.Sprechen über Eigenes und Fremdes
6. Perspektive oder: Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen
7. Conclusio
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Sprache und Politik, insbesondere am Beispiel der deutschen Asyldebatte, um aufzuzeigen, wie lexikalisch manifestierte Abwerthaltungen durch politischen Diskurs etabliert werden können und welche Rolle dabei ideologisch geprägte Begriffe spielen.
1. Einleitung
„Wirtschaftsflüchtling“, „Asylant“, „Sozialschmarotzer“, „Umvolkung“, „Rapeugee“, „Kanake“, „Passvernichter“, „Migrantenstrom“, „Sicherheitsrisiko“, „Asyltourismus“ – das sind nur einige der Begriffe, die ich im Rahmen meiner Ausarbeitungen zur Sprache des Asyldiskurses in der Bundesrepublik Deutschland gesammelt habe. Sie stammen nicht etwa aus einem Forum, in dem sich Rechtspopulisten austauschen… Ich habe sie auch nicht aus den Kommentarspalten der sozialen Medien isoliert… All diese Begrifflichkeiten fielen im Rahmen von Bundestagsdebatten zu Migrations- und Integrationsthemen. Man kommt nicht drum herum, sich zu fragen, wie diese abwertenden Begriffe in einem so öffentlichen Raum gelandet sind und in was für einem Verhältnis sie zur politischen Sprache, aber auch zu der des Alltags stehen. Dem auf den Grund zu gehen, soll Thema meiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit sein.
Zunächst möchte ich einen Zusammenhang zwischen Sprache und Politik, sowohl aus einem linguistischen als auch einem politikwissenschaftlichen Blickwinkel, herstellen. Hieraus ergibt sich die Gewichtung der Terme und die Frage danach, was (insbesondere im Hinblick auf den Gegenstand dieser wissenschaftlichen Abschlussarbeit) überhaupt unter politischer Sprache verstanden werden sollte. Die darauffolgende theoretische Einführung in die Politolinguistik soll die linguistische Herangehensweise zur Analyse der politischen Sprache auf der Wortebene vorstellen, da diese die Grundlage für meine Untersuchung bildet. Der Gegenstandsbereich der Politolinguistik versteht sich größtenteils als linguistisches Teilgebiet und setzt ein bestimmtes Verständnis der Linguistik voraus. Politolinguist*innen beschäftigen sich mit Sprache, ihren Funktionen und ihrem Gebrauch, nur selten aber mit Politik. Im Rahmen dieser Arbeit lege ich jedoch klar einen Fokus auf die politische Komponente und pflege die Politolinguistik in das weite Netz der politikwissenschaftlichen Teildisziplinen ein.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Analyse abwertender Begrifflichkeiten im politischen Raum und definiert den forschungsmethodischen Rahmen an der Schnittstelle von Linguistik und Politikwissenschaft.
2. Sprache und Politik: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen des Politikbegriffs und die Rolle der Politolinguistik bei der Untersuchung sprachlicher Phänomene im politischen Kontext.
3. Asyldiskurse in Deutschland – ein (linguistischer) Vergleich: Es wird die historische Entwicklung der Asyldebatten in der Bundesrepublik von den Anfängen bis zur aktuellen Praxis analysiert.
4. Lexikalisch manifestierte Abwerthaltungen: Dieses Kapitel befasst sich mit der Verknüpfung von Sprache und Ideologie sowie spezifischen Strategien, wie abwertende Begriffe als „Waffen“ im politischen Diskurs genutzt werden.
5. Sprache und gesellschaftliche Wirklichkeit: Hier wird die metaphysische und soziale Macht der Sprache reflektiert, die unsere Wahrnehmung von Identität sowie dem „Eigenen“ und „Fremden“ maßgeblich prägt.
6. Perspektive oder: Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen: Das Kapitel plädiert für einen bewussten Umgang mit Sprache, um die strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung marginalisierter Gruppen zu minimieren.
7. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die zentrale Interdependenz zwischen politischem Handeln und sprachlicher Gestaltung gesellschaftlicher Realität.
Sprache, Politik, Politolinguistik, Asyldebatte, Abwerthaltung, Ideologie, Migration, Diskursstrategien, Rechtspopulismus, Identität, Diskriminierung, politische Korrektheit, gesellschaftliche Wirklichkeit, Macht, Sprachgebrauch
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung von Sprache und Politik, wobei der Fokus auf der Analyse von Begriffen liegt, die im Kontext der Asyldebatte in Deutschland verwendet werden und abwertende Tendenzen zeigen.
Die Arbeit verknüpft linguistische Methoden mit politikwissenschaftlichen Fragestellungen, um die Sprache von Asyldebatten, die Entstehung von Feindbildern und die Rolle rechtspopulistischer Rhetorik zu beleuchten.
Ziel ist es zu klären, wie abwertende Begrifflichkeiten in den öffentlichen oder parlamentarischen Diskurs gelangen, wie diese ideologisch aufgeladen sind und wie sie das gesellschaftliche Zusammenleben beeinflussen.
Die Autorin nutzt Ansätze aus der Politolinguistik, insbesondere die Analyse auf Wort- und Diskursebene, gestützt durch eine historische Einordnung der deutschen Asylpolitik.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen der politischen Sprache als auch praktische Fallbeispiele der Asyldebatte aufbereitet, inklusive der Analyse von Diskursstrategien rechter Parteien.
Zentrale Begriffe sind neben der Politolinguistik der „Asyldiskurs“, „lexikalisch manifestierte Abwerthaltungen“, „Ideologie“ und „Diskursstrategien“.
Die Arbeit zeigt auf, dass solche Differenzierungen oft nicht neutral sind, sondern gezielt genutzt werden, um Wertungen vorzunehmen und Migrationsgruppen in gewünschte gesellschaftliche Kategorien zwischen „gut“ und „böse“ einzuordnen.
Sie kommt zu dem Schluss, dass politisch korrekte Sprache kein reiner Selbstzweck ist, sondern ein notwendiges Instrument, um Machtungleichgewichte in der Sprache abzubauen und Diskriminierung aktiv entgegenzuwirken.
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