Diplomarbeit, 2009
131 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) zur Entwicklung mentaler Stärke – ein Überblick
2.1 Entwicklungslinie des HKT
2.2 Aktueller Entwicklungsstand des HKT
2.3 Nachhaltige Implementierung des HKT
3 Die Konsistenztheorie nach Grawe
3.1 Grundzüge der Konsistenztheorie
3.1.1 Das Streben nach Kongruenz
3.1.2 Das Streben nach Konsistenz
3.1.3 Der funktionale Zusammenhang zwischen Kongruenz und Konsistenz
3.2 Positive Effekte der Grundbedürfnisbefriedigung
3.2.1 Gesundheit
3.2.2 Wohlbefinden
3.2.3 Optimale Leistungsfähigkeit
3.2.4 Zusammenführung der positiven Effekte – die integrative Kraft der Grundbedürfnisorientierung
3.3 Ressourcenorientierung als zentrale konsistenztheoretische Förderungsstrategie
4 Theoretische Fundierung des HKT auf der Basis der Konsistenztheorie
4.1 Zielsetzung, Grundsätze und Hauptmerkmale des HKT aus konsistenz-theoretischer Perspektive
4.1.1 Die übergeordnete Zielsetzung des HKT
4.1.2 Der Trainingsaspekt im HKT
4.1.3 Das methodische Prinzip der Parallelität von digitalen und analogen Denk- und Erlebensprozessen
4.1.4 Die Pluripotenz des Heidelberger Kompetenztrainings
4.1.5 Der HKT-Prozess – Grundstruktur und Ergebnis
4.2 Ausführliche Darstellung und theoretische Fundierung des HKT-Prozesses
4.2.1 Prozessschritt 1: Ziele formulieren
4.2.1.1 Ziele nach Zielkriterien exakt formulieren können
4.2.1.1.1 Positive Zielformulierung / Annäherungsziele formulieren
4.2.1.1.2 Eigenverantwortliche Erreichbarkeit
4.2.1.1.3 Ziele auf innere und äußere Widersprüche „ökologisch“ überprüfen
4.2.1.1.4 Ziele konkret formulieren
4.2.1.1.5 Sinnlich erlebbar
4.2.1.1.6 Methodische Umsetzung der exakten Zielformulierung nach Zielkriterien
4.2.1.2 Die Zielerreichung mental erleben können
4.2.1.2.1 Methodisches Vorgehen
4.2.1.2.2 Theoretische Fundierung des methodischen Vorgehens
4.2.1.3 Grundbedürfnisbezogene Betrachtung der Zielarbeit
4.2.2 Prozessschritt 2: Sich konzentrieren
4.2.2.1 Methodisches Vorgehen
4.2.2.2 Konsistenztheoretische Fundierung des Konzentrationsbausteins
4.2.3 Prozessschritt 3: Seine Stärken aktivieren
4.2.3.1 Methodisches Vorgehen
4.2.3.1.1 Seine Stärken kennen
4.2.3.1.2 Die Stärken bewusst aktivieren können
4.2.3.2 Konsistenztheoretische Fundierung des Stärkenbausteins
4.2.4 Prozessschritt 4: Die Zielintention abschirmen
4.2.4.1 Methodisches Vorgehen
4.2.4.1.1 Lösungsstrategien für mögliche Störungen formulieren können
4.2.4.1.2 Möglichkeiten der mentalen Abschirmung anwenden können
4.2.4.2 Konsistenztheoretische Fundierung des Abschirmungsbausteins
4.2.4.2.1 Die Bildung von Wenn-dann-Plänen als effektive Selbststeuerungs-/Abschirmstrategie
4.2.4.2.2 Die Übungen „Circle of Concentration“ und „Zielstärke entwickeln“ als Abschirmstrategien
4.2.4.2.3 Grundsätzliche Abschirmungseffekte des HKT-Vorgehens
5 Resümee und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) theoretisch fundiert auf der Basis der Konsistenztheorie nach Grawe zu begründen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie sich Zielsetzungen, Inhalte, Grundsätze und Methoden des HKT konsistenztheoretisch herleiten und erklären lassen, um das HKT als Mentaltrainings-Ansatz zur Stärkung von Selbststeuerungskompetenzen wissenschaftlich zu untermauern.
4.2.1.1.1 Positive Zielformulierung / Annäherungsziele formulieren
Ziele können grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten sprachlich gefasst werden. Möchte ein Student beispielsweise in einer guten psychischen Verfassung eine bevorstehende Prüfung angehen, so kann er seine Zielsetzung unterschiedlich verbalisieren. Er könnte sagen: „Ich gehe ohne Angst in die Prüfung“ oder aber auch: „Ich gehe voller Selbstvertrauen in die Prüfung.“ Vordergründig scheinen beide Aussagen dasselbe auszudrücken, weshalb die Art der Formulierung gleichgültig scheint. Dass dem nicht so ist, unterstreicht Grawe (2004) mit seinen Ausführungen über Annäherungs- und Vermeidungsziele. Dies sind qualitativ unterschiedliche Zieltypen. „Während es bei Annäherungszielen darum geht, die Diskrepanz zu einem positiv bewerteten Ziel zu verringern, geht es bei Vermeidungszielen darum, die Diskrepanz zu einem negativ bewerteten Ziel zu maximieren“ (S. 278). Demnach handelt es sich bei der Formulierung „ich gehe voller Selbstvertrauen in die Prüfung“ um ein Annäherungsziel. Es beschreibt den Zustand (Selbstvertrauen), dem man sich nähern will und der erreicht werden soll. Dagegen handelt es sich bei der Formulierung „ich gehe ohne Angst in die Prüfung“ um ein Vermeidungsziel. Es beschreibt sprachlich den Zustand (Angst), zu dem man eine Distanz herstellen möchte, den man vermeiden will.
Weshalb nun positive Formulierungen/Annäherungsziele günstiger sind als Vermeidungsziele beschreibt Grawe folgendermaßen.
„Bei Annäherungszielen kann man ein klares Ziel vor Augen haben. Bewegungen auf das Ziel hin kann man relativ gut kontrollieren, weil man weiß, wo es hingehen soll. Vermeidungsziele beinhalten dagegen eine Wegbewegung von etwas. Es gibt kein klares Ziel, das man im Auge haben kann, weil das Ziel negativ definiert ist. Festzustellen, dass etwas nicht da ist, erfordert ein ständiges Monitoring. Man kann nie sicher sein, das Ziel erreicht zu haben, man darf mit der Aufmerksamkeit nicht nachlassen. Bei Annäherungszielen ist es viel leichter zu beurteilen, wie weit man noch vom Ziel entfernt ist und wann man es erreicht hat.“ (Grawe, 2004, S. 236)
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das HKT ein, beschreibt seine Entwicklung als Mentaltrainings-Ansatz und definiert die Notwendigkeit einer tieferen theoretischen Fundierung durch die Konsistenztheorie.
2 Das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) zur Entwicklung mentaler Stärke – ein Überblick: Dieses Kapitel gibt einen orientierenden Überblick über die Entwicklung, den aktuellen Stand und die Implementierung des HKT.
3 Die Konsistenztheorie nach Grawe: Hier werden die zentralen Begriffe und Annahmen der Konsistenztheorie erläutert und deren Relevanz für Bedürfnisbefriedigung und Gesundheit dargelegt.
4 Theoretische Fundierung des HKT auf der Basis der Konsistenztheorie: Dieses Kernkapitel begründet die HKT-Zielsetzung, -Methodik und -Struktur durch die Perspektive der Konsistenztheorie und beleuchtet die einzelnen Prozessschritte.
5 Resümee und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und diskutiert mögliche zukünftige Entwicklungen sowie Forschungsperspektiven für das HKT.
Heidelberger Kompetenztraining, HKT, Mentaltraining, Konsistenztheorie, Klaus Grawe, Bedürfnisbefriedigung, Kongruenz, Selbststeuerung, Ressourcenaktivierung, Zielformulierung, Konzentrationsfähigkeit, mentale Stärke, psychische Gesundheit, Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit
Die Arbeit zielt darauf ab, das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) theoretisch auf Basis der Konsistenztheorie von Klaus Grawe zu untermauern, um dessen methodische Ansätze wissenschaftlich zu begründen.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Konsistenztheorie nach Klaus Grawe, die das Streben nach Kongruenz und Konsistenz als grundlegende Beweger des psychischen Geschehens betrachtet.
Das HKT möchte Menschen befähigen, ihre Zielsetzungen durch den Aufbau von Selbststeuerungskompetenzen erfolgreich zu realisieren und dabei gleichzeitig psychische Grundbedürfnisse zu befriedigen.
Es wird eine durchgängig hermeneutische Vorgehensweise gewählt, um die Grundlagen der Konsistenztheorie herauszuarbeiten und diese auf die Bausteine und Methoden des HKT zu übertragen.
Der Hauptteil analysiert die vier HKT-Prozessschritte (Ziele formulieren, Sich konzentrieren, Stärken aktivieren, Zielintention abschirmen) detailliert unter konsistenztheoretischer Perspektive.
Die wichtigsten Schlagworte sind Konsistenztheorie, Bedürfnisbefriedigung, Mentaltraining, Selbststeuerung, Ressourcenaktivierung und mentale Stärke.
Das Kontrollbedürfnis wird als das wichtigste psychische Grundbedürfnis identifiziert, da es die Fähigkeit voraussetzt, Ziele durch eigenes Handeln zu erreichen, was im HKT durch spezifische Kompetenzen gestärkt wird.
Das HKT nutzt neben verbal-analytischen Methoden (digital) auch bildhaft-metaphorische und körperlich-emotionale Vorgehensweisen (analog), um den gesamten Menschen anzusprechen und tiefgreifende Lernprozesse zu fördern.
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