Magisterarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Grundlagen der politischen Debatte
2.1 Die Auslandseinsätze der Bundeswehr im Überblick
2.2 Deutsche Außenpolitik zwischen „Normalisierung“ und „Zivilmacht“
2.3 Militärische Gewalt zwischen Völkerrecht und Menschenrecht
3. Entwicklung der parteipolitischen Diskussion über Auslandseinsätze
3.1 Diskussion über einen Einsatz in Somalia
3.1.1 SPD debattiert politische Zustimmung
3.1.2 Bündnis 90/Die Grünen lehnen ab
3.1.3 CDU/CSU stimmt geschlossen zu
3.1.4 Unterstützung bei der FDP
3.1.5 PDS lehnt grundsätzlich ab
3.2 Diskussion über einen Einsatz im Kosovokrieg
3.2.1 Kritiker bei der SPD in der Minderheit
3.2.2 Bündnis 90/Die Grünen sind gespalten
3.2.3 CDU/CSU stimmt geschlossen zu
3.2.4 Nahezu geschlossene Zustimmung bei der FDP
3.2.5 PDS lehnt grundsätzlich ab
3.3 Diskussion über einen Einsatz im Irak
3.3.1 SPD lehnt nahezu geschlossen ab
3.3.2 Bündnis 90/Die Grünen lehnen geschlossen ab
3.3.3 Uneinigkeit bei der CDU/CSU
3.3.4 Ablehnung bei der FDP
3.3.5 PDS lehnt grundsätzlich ab
3.4 Neuste Entwicklungen
4. Fazit
5. Literatur
6. Anhang
Die Arbeit untersucht die parteipolitische Debatte in Deutschland zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr zwischen 1993 und 2003, um Konfliktlinien, Gemeinsamkeiten und den Wandel der Argumentationsmuster innerhalb der im Bundestag vertretenen Parteien zu identifizieren.
3.1.1 SPD debattiert politische Zustimmung
Während über die juristische Beurteilung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr Anfang der 1990er Jahre in der SPD ein weitgehender Konsens bestand, wurde in keiner anderen Partei so kontrovers diskutiert, in welchem Maße die Bundeswehr im Ausland eingesetzt werden soll. Nach Auffassung der SPD konnte die Bundeswehr laut Grundgesetz nur zur Landes- und Bündnisverteidigung sowie zur „humanitären Hilfe“ im Ausland eingesetzt werden. Eine Beteiligung an Peacekeeping-Operationen der UN, wie die Entsendung der Bundeswehr im Jahr 1993 nach Somalia, erachtete sie daher als verfassungswidrig. Bewaffnung und konkreter Auftrag waren für die Partei maßgebliche Abgrenzungskriterien. Generell verurteilt wurden zudem Kampfeinsätze zur Friedenserzwingung, wenn sie wie der Zweite Golfkrieg nicht unter dem Oberkommando der UN stehen.
Gespalten war die SPD jedoch in ihrer Auffassung, „welche Einsatzformen der Bundeswehr politisch wünschbar seien“. Drei Gruppen lassen sich unterscheiden, die ein breites Meinungsspektrum repräsentierten. Die „Pazifisten“, zu denen Katrin Fuchs und zeitweise auch Heidemarie Wieczorek-Zeul zählten, lehnten jede militärische Beteiligung der Bundesrepublik an UN-Operationen ab. Sie befürchteten, dass diese von der Bundesregierung als „Türöffner“ genutzt werden könnten, um später Kampfeinsätze anzuordnen, was schließlich zur Remilitarisierung der deutschen Außenpolitik führen würde. Die Mehrheit der Parteibasis und ein Teil der Führung lehnten Kampfeinsätze zwar grundsätzlich ab, befürwortete jedoch die Teilnahme der Bundeswehr an Blauhelmeinsätzen. Zu dieser Gruppe zählten beispielsweise Oskar Lafontaine, Rudolf Scharping und Gerhard Schröder.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Bundeswehreinsätze und die Fragestellung nach der parteipolitischen Argumentationsentwicklung.
2. Grundlagen der politischen Debatte: Überblick über Einsätze, außenpolitische Konzepte und völkerrechtliche Rahmenbedingungen.
3. Entwicklung der parteipolitischen Diskussion über Auslandseinsätze: Detaillierte Analyse der parteispezifischen Positionen anhand von Somalia, Kosovo und Irak.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Diskursentwicklung und des Wandels politischer Kriterien für Auslandseinsätze.
5. Literatur: Verzeichnis der genutzten Monographien, Aufsätze und Quellen.
6. Anhang: Chronologische Übersicht der Auslandseinsätze seit 1990.
Bundeswehr, Auslandseinsätze, Außenpolitik, Parteipolitik, Somalia, Kosovo-Krieg, Irak-Krieg, Normalisierung, Zivilmacht, Völkerrecht, UN-Mandat, Bündnissolidarität, Kampfeinsätze, Friedenssicherung, Parlament.
Die Arbeit analysiert die Debatten der im Bundestag vertretenen Parteien über die militärische Beteiligung der Bundeswehr an Auslandseinsätzen zwischen 1993 und 2003.
Im Zentrum stehen die Argumentationslinien der Parteien, die Verknüpfung von Außenpolitik mit nationalen Interessen und die Frage der völkerrechtlichen bzw. moralischen Legitimität.
Ziel ist es zu klären, wie sich die Argumentationslinien in der politischen Debatte zwischen 1993 und 2003 entwickelt haben und ob bzw. wie sich diese Positionen über die Zeit verändert haben.
Die Autorin wertet systematisch stenografische Berichte von Bundestagsdebatten, Parteibeschlüsse, Experteninterviews sowie ausgewählte Pressemedien aus.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von drei spezifischen Fallbeispielen: dem Einsatz in Somalia, dem Kosovokrieg und dem Irak-Krieg, jeweils untergliedert nach den Fraktionen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Bundeswehr, Auslandseinsätze, Zivilmacht-Konzept, Normalisierung der Außenpolitik und parteiinterne Konsensbildung.
Die PDS lehnt als einzige Partei Auslandseinsätze der Bundeswehr in allen untersuchten Fällen prinzipiell ab und fordert eine Politik der absoluten militärischen Zurückhaltung.
Der Kosovokrieg markierte eine Zerreißprobe für die Grünen, die sich zwischen ihrem pazifistischen Erbe und der moralischen Verpflichtung zur Verhinderung von Völkermord entscheiden mussten.
Hier prallen die Argumente der nationalen Eigenverantwortung, der Bündnissolidarität mit den USA und die völkerrechtlichen Bedenken gegen einen Krieg ohne UN-Mandat direkt aufeinander.
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